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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2016 | 07:17 Uhr

Rettungsboot im Hafen : „Marie Luise Rendte“: Eine alte Dame zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Hafenbetreiber Stadtwerke und die DGzRS machen ein außer Dienst gestelltes Seenotrettungsboot für die Öffentlichkeit zugänglich. Besichtigungen sind möglich.

Eckernförde | Der Hafen bekommt Nachwuchs, wenn auch einen etwas betagten: Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat der Eckernförder Station auf Anfrage der Stadtwerke Eckernförde (SWE) das ehemalige Seenotrettungsboot „Marie Luise Rendte“ zur Verfügung gestellt. Das Boot soll der Öffentlichkeit als Touristenattraktion und Werbeträger zugänglich gemacht werden.

Es war Stadtwerke-Leiter Dietmar Steffens, der die DGzRS auf das Boot angesprochen hat. Er selbst ist aktives Mitglied der Gesellschaft und Rettungsmann in der Eckernförder Station. Die 1988 gebaute und 8,50 Meter lange „Marie Luise Rendte“ war in Puttgarden und Maasholm stationiert, ist vor vier Jahren außer Dienst gestellt worden und lag seither in Schilksee. „Wir wollen das Boot als Touristenattraktion der Öffentlichkeit zugänglich machen“, erklärt Dietmar Steffens. „Die DGzRS ist schon lange in Eckernförde verwurzelt und gehört zu einem Hafenstädtchen dazu.“ Besonders von Binnenländern sei oft die Frage zu hören, wo denn in Eckernförde ein Seenotrettungsboot besichtigt werden könne. „Mit diesem Boot können wir diese Erwartungshaltung bedienen. Zumal die Marie Luise Rendte voll ausgestattet ist, wenn auch technisch veraltet, aber noch in einem „Top-Zustand. Da können Kinder auch mal am Lenkrad drehen oder an Knöpfen und Schaltern drücken.“ Der Eintritt soll nach der Vorstellung Steffens’ frei sein, einzig eine Spendenbox für die DGzRS soll aufgestellt werden. Besonders sonntags, wenn die Station von den ehrenamtlichen Mitarbeitern besetzt sei, könnte das Boot unter Aufsicht und Erläuterung besichtigt werden.

Noch liegt das Boot (22 PS, Höchstgeschwindigkeit 18 Knoten/ 33 km/h) an einem Steg von Yachtsport Nielsen. Heute aber fährt das aktive Seenotrettungsboot „Eckernförde“ in die Werft nach Bremen zur Regelüberholung. Dann soll seine ältere Schwester an seinen Liegeplatz am Steg direkt neben der Holzbrücke verholt werden und später auf die andere Seite des Stegs wandern. „Solange das Boot schwimmfähig ist – und das ist es noch mehrere Jahre – soll es dort liegenbleiben“, erklärt Steffens. „Später soll es an Land auf die Borbyer Seite des Innenhafens gehoben werden. Dorthin, wo jetzt noch die Ninive auf dem Trockenen liegt.“

Die Rettungsleute der DGzRS fahren mit ihren Seenotrettungsbooten und -kreuzern zu Hilfeleistungen hinaus. Das kann das Schiff in Seenot sein, aber auch der gebrochene Mast. Das vergangene Jahr war für die Eckernförder Station ein ruhiges. Vor zwei Wochen waren die Helfer gefragt, als ein Passagier auf dem Angelkutter „Simone“ einen leichten Schlaganfall erlitten hatte und sich bei einem Sturz verletzte. „Ansonsten waren größtenteils Hilfeleistungen gefragt“, so Bootsführer Wolfgang Apitz. So zum Beispiel, als ein Boot auf Grund lief oder eine Motor auf See nicht anspringen wollte. „Wer uns braucht, kann die 112 anrufen.“ Eine Stunde technische Hilfeleistung kostet 200 Euro. Im Höchstfall werden 400 Euro für einen Einsatz fällig. Die Rettung aus Seenot ist kostenfrei.

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erstellt am 09.Nov.2016 | 06:59 Uhr

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