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Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 22:52 Uhr

Bürgerschützengilde : Manfred „der Tanzfreudige“ regiert die Gelben Westen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das neue Königspaar der Bürgerschützengilde steht fest: Manfred „der Tanzfreudige“ Jensen-Zielasko und Renate Jensen regieren für ein Jahr. Königsschütze Marc Grimm inthronisierte "den Tanzfreudigen" mit dem 575. Schuss.

Eckernförde | Die Bürgerschützengilde von 1570, auch als Gelbe-Westen-Gilde bekannt, hat einen neuen König. Manfred „der Tanzfreudige“ Jensen-Zielasko wird die Gilde im nächsten Jahr zusammen mit seiner Frau Renate Jensen regieren. Manfred Jensen-Zielasko hat seinen Regentennamen seinem Hobby als internationaler Turniertänzer zu verdanken. Zudem hat er einen Trainerschein und trainiert Turnierpaare und Breitensportler im Tanzverein Grün-Gold Schleswig. Er ist seit 1972 Gildemitglied und löst Carsten „de Sichere“ Höneise als König ab.

In Amt und Würden schoss ihn Marc Grimm, der um 19.08 Uhr den entscheidenden Schuss abgab und das letzte Stück des Papagoyenvogels am Strand von seiner Stange holte. Marc Grimm (42) ist seit 1991 in der Gilde und als 1. Fähnrich im Offizierskorps. Für ihn war es ein doppelt freudiger Tag, denn nur zwei Stunden zuvor war sein Sohn Merlin zum Kinderkönig gekrönt worden.

Insgesamt gaben die 25 Schützen der Gilde 575 Schuss auf den Holzvogel ab – nicht gerade wenig. Im vergangenen Jahr waren es 478 Schuss. „Wir haben auch schon mal nur 273 Schuss gebraucht“, sagte Schützenmeister Kelvin Stapelfeldt. „Allerdings auch schonmal 780.“ Die Schützen der Gilde müssen sich am Einschießen beteiligen. Für sie gilt Alkoholverbot vor und während des Schießens. Sie zielen von der Promenade aus mit Scheibenbüchsen aus dem 19. Jahrhundert und Karabinern auf den prächtig verzierten Papagoyenvogel aus Holz, der auf einer Stange in 38 Metern Entfernung über dem abgesperrten Strandabschnitt thront. Die einzelnen Teile des Vogels müssen in einer bestimmten Reihenfolge abgeschossen werden. „Leider hatten wir nur vier Fehlabschüsse, also Abschüsse, bei denen die Reihenfolge nicht eingehalten wurde“, sagte Kelvin Stapelfeldt mit einem Lächeln. „Dafür werden nur vier Tonnen Bier, also vier mal 50 Euro, als Strafe fällig.“

Das Schießen verlief ohne große Probleme, einzig einige Segler ignorierten die Sperrzone und die Sicherungsboote von Marine und Technischem Hilfswerk, so dass es ein paar Mal zu Wartezeiten kam. Das Gebiet im Wasser muss während des Schießens abgeriegelt werden: Die Geschosse können bis zu 1600 Meter fliegen. Der Wind dagegen kam direkt von hinten und bereitete den Schützen keinen Ärger.

Die Könige der Gelben Westen werden über eine verdeckte Liste ermittelt. Nicht derjenige wird König, der das letzte Teil des Vogels abgeschossen hat, sondern derjenige, der auf einem bestimmten Platz hinter ihm in der Liste steht. Und der muss auch erreichbar sein und einwilligen.

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 27.Mai.2015 | 06:53 Uhr

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