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Eckernförder Zeitung

26. Mai 2016 | 20:22 Uhr

Majestät verdonnert: Angehängter Stadtplan kostet „Stadtwieser“ eine Tonne Bier

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Versammlungen der Eckernförder Bürgerschützengilde von 1570 am Vorabend des Vogelschießens zählen zu den Höhepunkten des Gildelebens. Vorsitzender Jörg Czarnowski begrüßte unter den zahlreichen Mitgliedern und Gästen auch eine Abordnung der Schützengilde Reutlingen von 1290 und der Herzoglich privilegierten Altschützengilde zu Gotha. König „Peter de Stadtwieser“, Peter Büchert, nutzte die Gelegenheit, um auf seine sich neigende Amtszeit zurückzublicken. „Es waren einmalig schöne Erlebnisse, die immer in Erinnerung bleiben.“ Die Gilde hatte sich zum Abschied etwas Besonderes für den König und seine Frau Hella ausgedacht – zwei quietschgelbe Entenschwimmringe in Anspielung an die extrem feucht begonnene Amtszeit am vollkommen verregneten Pfingstwochenende 2013. Welch ein Unterschied zu diesem Jahr.

Im Blickpunkt der Gildeversammlung standen Ehrungen und Vereidigungen. Gildebruder Manfred Kornath wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet, Barthel Vondenhoff und Martin Borchert für 30 Jahre und Michael Pientka für zehnjährige Mitgliedschaft. Neumitglied Carsten Wenige wurde vereidigt.

Oberst Lars Vondenhoff vergab dann eine hohe Auszeichnung an Offizier Karl-Friedrich von Neuenkirchen, der aufgrund seiner großen Verdienste und seines langjährigen Engagements zum „Ehrenoffizier“ ernannt wurde. Von Neuenkirchen ist seit 48 Jahren Mitglied der Gelben Westengilde und gehört seit über 20 Jahren dem Offizierskorps an. Gerührt nahm er die Auszeichnung entgegen: „Ich bin immer gerne dabei gewesen, leider geht das Marschieren nicht mehr so, ich freue mich sehr über diese Ehre.“

Schützenmeister Kelvin Stapelfeldt gab anschließend die Ergebnisse der Gildemeisterschaft bekannt: Den ersten Platz mit 91 von 100 Ringen erlangte er selbst, die zweiten Plätze gingen jeweils mit 48 Ringen an Norbert Erich und Michael Pientka. In der Freihanddisziplin erreichten Kelvin Stapelfeldt mit 48 Ringen den ersten Platz, Norbert Erich mit 47 Ringen den zweiten und Joachim Bosse mit 25 Ringen den dritten Platz.

Ein besonders humoriger Teil der Gildeversammlung ist die Gildelade (Gildegericht). Verfehlungen werden geahndet und mit Strafen von einer Tonne Bier (50 Euro), einer halben Tonne Bier (25 Euro), oder einem Gildetaler (fünf Euro) belegt. Schatzmeister Kay Wiese und Vorsitzender Jörg Czarnowksi zeigten sich enttäuscht, die Gildebrüder wären geradezu vorbildlich durch das letzte Gildejahr gegangen, nur wenige Verfehlungen mussten geahndet werden. Die schwerste Verfehlung hatte König „Peter de Stadtwieser“ zu verantworten: Der Papagoy war von ihm auf seinem Umzug mit einem Stadtplan versehen. Eine angeregte Verteidigung folgte. Letztendlich stellte sich Gildebruder „Peter de Swarte“, Peter Sagner, als selbsternannter „Prügelknabe“ zur Hilfe: „De Majestäten, de höögere Lüüd hebbt fröher ok all so´n Prügelknaben hatt“. Mit einer Tonne Bier wurde die Verfehlung letztendlich geahndet. Viel Gelächter gab es um die angebliche Äußerung von Schaffer Oliver Neumann, der die Königskette despektierlich „Gehänge“ genannt haben soll. Der wahre Schuldige erwies sich jedoch als Gildebruder André Marholz. Sehr zur Freude des Schatzmeisters wurde für die Äußerung und für das Petzen jeweils eine halbe Tonne Bier verordnet.



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erstellt am 10.Jun.2014 | 12:09 Uhr

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