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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 03:33 Uhr

50. Round Square Konferenz : Louisenlund: Die Welt zu Gast an der Schlei

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

550 Schüler und Lehrer aus aller Welt zu Gast bei 50. Round Square Konferenz in Louisenlund / Internationales Schülertreffen endet am Sonntag

Louisenlund | Vor einem Jahr hat sich Felix te Neues in Singapur einen Eindruck davon gemacht, was es bedeutet, die ganze Welt zu sich einzuladen. Als Internatsschüler aus Louisenlund und Gastgeber 2016 nahm er an der 49. Round Square Conference teil. Danach begannen die Vorbereitungen für die Jubiläumsveranstaltung in Louisenlund“, berichtet der 17-Jährige, der gemeinsam mit Koordinatorin Catherine Donovan und einem 40-köpfigen Team die Konferenz plante und auf die Beine stellte. Gestern stand er dann vor rund 550 Besuchern auf der Bühne der Sporthalle. Auf Englisch führte er durch die Veranstaltung, begrüßte und moderierte. „Round Square ist eine Zusammenkunft junger, weltoffener Menschen, die gemeinsam die Welt verändern wollen – ins Positive“, sagte er.

Das siebentägige internationale Schülertreffen Round Square ist eine Kombination aus Diskussionsforen, Hilfsprojekten vor Ort, Vorträgen und der Möglichkeit, das Land kennenzulernen. „Wir werden in ganz Schleswig-Holstein unterwegs sein“, sagte Daniel Hoth von der Stiftung. Das zeige die enge Verbundenheit zur Region, die auch von Round Square profitiere. „Viele Hotels zwischen Eckernförde und Schleswig sind von uns gebucht worden, um die Gäste unterzubringen“, so Hoth.

Eröffnet wurde die Veranstaltung, die zweite nach 1999 in Louisenlund, von den Vorstandsvorsitzenden von Round Square, Rachel Westgarth und Rod Fraser. Der Präsident, König Konstantin II von Griechenland, wird noch an der Schlei erwartet. Er nimmt zur Zeit an der Konferenz im schweizerischen Aiglon teil. Anlässlich des Jubiläums gibt es zwei ausrichtende Schulen.

Vor allem bunt war der Empfang in diesem Jahr. Die Grundschüler sangen, begrüßten in allen erdenklichen Sprachen, um dann am Ende – typisch für Schleswig-Holstein – mit einem plattdeutschen Lied zu enden. Zahlreiche Tanzeinlagen präsentierten Schülerinnen auf der Bühne, wagten sich sogar in entsprechenden Kostümen an den russischen Katatschok, den exotischen Bauchtanz, einen irischen Volkstanz und den chinesischen Schirmtanz. Musik machte zwischendurch das Duo Pabameto, die Brüder Pay Bandik (Cello) und Melf Torge Nonn (Klarinette) aus Flensburg. Für ein Lied traten sie gemeinsam mit den Internatsschülerinnen Helena und Julie auf. Drei Tage hatte sie Zeit, um „Where is the Love“ von den Black Eyed Peas einzuüben – dafür gab es viel Applaus.

Als Gastgeber begrüßte die Vorsitzende der Internatsstiftung, Ingeborg Prinzessin zu Schleswig-Holstein, und Schulleiter Dr. Peter Rösner die Gäste aus 40 Ländern. Sie wiesen auf das Motto in diesem Jahr hin: „The journey that makes us“. So haben alle Teilnehmer nicht nur wortwörtlich eine Reise hinter sich, sondern alle würden in ihrem Leben auch Reisen unternehmen, die sie zu dem machten, was sie sind. Jeder sei dafür verantwortlich, seine Reise zu gestalten und die Richtung vorzugeben. Jeder müsse entscheiden, ob er im Kreis gehen oder auch Hindernisse meistern möchte. Rösner und Prinzessin Ingeborg erinnerten aber auch an die Flüchtlinge, die ihre Reise nicht aus freien Stücken gewählt hätten und deren Ziel ebenso ungewiss ist.

Zahlreiche Gastredner werden während der Konferenz über ihre Reisen sprechen. So nahm Professor Manfred Spitzer die Zuhörer schon gestern mit auf eine Reise in die Tiefen des Gehirns und berichtete über die aktuelle Forschung dazu. Souad Mekhennet arbeitet als Journalistin und berichtet immer wieder über die Konflikte auf dieser Welt und Ben Saunders erreichte alleine auf Skiern den Nordpol. Die Schulleitung wünschte alle Teilnehmern der unterschiedlichen Kulturen inspirierende Tage und betonte, dass Menschen sich kennen müssen, um friedlich miteinander leben zu können.

Mit einem musikalischen Experiment zeigten die Gastgeber dann, was Round Square auch emotional für jeden einzelnen bedeutet kann. Alle Gäste hatten ein kleines Röhrchen auf ihrem Sitz, aus denen sich – je nach Farbe – durch Hineinpusten unterschiedlich Töne entlocken ließen. Ungeordnet ergaben die Töne kein harmonisches Klangbild, gemeinsam und entlang eines vorgegebenen Farbmusters war die Melodie „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ zu hören. Peter Rösner habe zuerst Skepsis in den Gesichtern der Gäste gesehen, auch Angst. Doch gemeinsam seien sie erfolgreich gewesen. „Jeder einzelne hat zum Erfolg beigetragen“, so der Schulleiter. Auch von der Konferenz und den Schülern erhoffe er sich, dass diese zusammen etwas erreichen, wozu sie alleine nicht im Stande wären. Die Schüler sollen erfahren, wie es sich anfühlt, gemeinsam Musik zu machen, wie es ist, überall auf der Welt Freunde zu haben und wie es ist, Teil von Round Square zu sein.

Elf weitere Schulen wurden gestern offiziell aufgenommen, darunter Einrichtungen aus Kolumbien, China, den USA, Ruanda und Indien. 

>www.roundsquare.org

 

 

 

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erstellt am 12.Okt.2016 | 06:50 Uhr

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