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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 15:21 Uhr

Loose sichert Windpark mit B-Plan

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Loose stellt F- und B-Plan für Windpark auf und erlässt eine Veränderungssperre für das Areal mit fünf Windkrafträdern

Loose | Im Windpark Loose sind fünf Windkraftanlagen errichtet. Diesen Bestand will die Gemeinde nun bauleitplanerisch dokumentieren und auf Dauer festschreiben. Die Gemeindevertretung hat Donnerstagabend unter Vorsitz von Bürgermeister Gerd Feige einstimmig dazu den Aufstellungsbeschluss für eine F-Planänderung und einen Bebauungsplan Nummer 4 „Windpark Loose – östlich des Gutes Osterhof und südlich Neuillewitt“ beschlossen. Zusätzlich hat die Gemeindevertretung einstimmig für eine Veränderungssperre für den B-Plan Nummer 4 gestimmt.

Mit diesem Weg schließt die Gemeinde, die mit den Vorhabenbetreibern abgesprochene und in den städtebaulichen Verträgen vorgesehene Bauleitplanung nach Fertigstellung des Windparks ab, erläuterte Bauamtsleiter Norbert Jordan das Vorhaben. Zugleich möchte die Gemeinde mit dem Erlass der Veränderungssperre, die einen Tag nach Veröffentlichung im Bekanntmachungsblatt des Amtes Schlei-Ostsee für zwei Jahre in Kraft tritt, einer weiteren Verdichtung in dem Areal, zumindest in der nächsten Zeit, vorbeugen. Er kann um ein Jahr verlängert werden. Im B-Plan legt die Gemeinde die genauen Standorte und Höhen der Windkraftanlagen fest und ist damit Herr des Verfahrens, erläuterte Jordan.

Dies gewinnt umso mehr Bedeutung, da vermutlich Anfang Dezember der Entwurf des Regionalplans zur Windkraft von der Landesregierung veröffentlicht werden soll (siehe Seite 14). Wie Jordan weiter mitteilte, wird die Gemeinde dann vermutlich ab Januar vier Monate Zeit für die Abgabe einer Stellungnahme haben. Im Anschluss an die Auslegung wird mit einer ebenso langen Bearbeitungsphase der Eingaben gerechnet. Jeder Bürger kann entsprechende Stellungnahmen abgeben, die begründet eine Pro- oder Contraposition darlegen sollte, so der Hinweis der Verwaltung. Währenddessen wird im Mai 2017 die Landtagswahl stattfinden, bei der das Thema Windkraft sicher ein Thema sein wird. Ergebnisse der Eingaben, vielleicht auch Änderungen in den Vorgaben der dann neuen Landesregierung, mündeten in einer erneuten öffentlichen Auslegung des Entwurfs. Auch darauf folgt wieder eine Beteiligungsphase, deren Ergebnisse in den Regionalplan einmünden. Je nach Umfang der Änderungen zum Vorläuferplan, könnte dann eine dritte Auslegung erfolgen, so Jordan. In jedem Fall, so seine Schätzung, werde vermutlich erst in 2018 ein Regionalplan erlassen.

In der Fragestunde der Gemeindevertreter nutzte Michael Engel (WGL) die Anwesenheit von Sönke Martensen vom Windparkbetreiber Bioenergie Windpark Schlei-Ostsee, um von ihm direkt Auskunft über die dringend notwendigen Reparaturen der Liebesallee zu erfahren. Die Straße sei eine Zumutung und weise massive Schäden auf, die im Zuge des umfangreichen Lieferverkehrs zum Bau der vier letzten Windkraftanlagen entstanden sind. Noch nicht einmal Warnschilder auf die Schlaglöcher wurden aufgestellt, dabei bestehe Unfallgefahr, so Engel.

Martensen berichtete, dass die Straße vor Beginn der Arbeiten gefilmt, die Schäden aufgenommen wurden. Nach Abschluss der Arbeiten wurde erneut gefilmt. Nun läge ihm ein Gutachten vor, in dem Schäden an gemeindlichen Wegen und Straßen dokumentiert würden. Er übergab es Norbert Jordan vom Amt. Das Amt wird nun mit der Gemeinde beraten, wie weiter verfahren wird und dann mit dem Vorhabenträger eine Kostenlösung finden. Mit dem Vorhabenträger für die erste errichtete Windkraftanlage, der Illewind GmbH, wurde bereits entsprechend verfahren, und Schäden beseitigt, berichtete Jordan.

Kritik an der Kommunikation mit dem Vorhabenträger und seiner Umsetzung des Windparks brachte Gemeindervertreterin Daniela Valerio-Dittmann (CDU) vor. Sie sei fassungslos, was alles geschehen sei, sagte sie und blickte Martensen an. „Kein Versprechen für die Bürger wurde eingehalten“, sagte sie. Da sei es doch nicht verwunderlich, dass alle nun gegen derartige Anlagen seien.

Er sei gesprächsbereit gewesen, stellte Martensen fest und bot an, erneut den Faden für ein Gespräch aufzunehmen. Zugleich verteidigte er die Zufahrt über die Liebesallee. Sie sei von der Gemeinde gewünscht gewesen statt der Dorfstraße. Pauschale Vorwürfe und Beschuldigungen gegen Martensen wies Rechtsanwalt Peter Boysen zurück.

Beschlüsse:

>Für den B-Plan 3 „westlich Mühlenweg“ wurde einstimmig ein Satzungsbeschluss gefasst. Die Gemeinde erschließt dort mehrere Grundstücke für Einfamilienhäuser.

> Die Kreisverkehrsaufsicht hat grünes Licht für ein Tempolimit auf der B 203 von 80 Stundenkilometern gegeben. Bürgermeister Feige teilte mit, dass ab Höhe Moorbrücke bis Ortsdurchfahrt Loose das Limit gilt. Entsprechende Schilder werden noch installiert.

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erstellt am 12.Nov.2016 | 06:09 Uhr

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