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Besuch auf dem Versuchsgut : Lindhof setzt auf kleine Kühe

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Betriebsbesichtigungen des landwirtschaftlichen Vereins auf dem Versuchsgut Lindhof und in Lindau

Betriebsleiterin Sabine Mues bezeichnet die Tiere selbst als „Milchkraftwerke“, denn die Rasse der Jersey-Kühe liefert Milch mit hohen Gehalten an Inhaltsstoffen. Aufgrund ihres vergleichsweise geringen Körpergewichts und des damit geringeren Grundenergiebedarfs seien sie hervorragend geeignet für die Beweidung auch bei ungünstigen Witterungsverhältnissen. 2015 wurde das Forschungsprojekt „Ökoeffiziente Weidemilcherzeugung“ der Kieler Universität auf dem Versuchsgut mit dem Ziel gestartet, neue Wege der Milchproduktion zu entwickeln. Finanziert wurde das Projekt durch Gelder des Umweltministeriums, der Universität und durch Eigenmittel des Hofes.

Der Landwirtschaftliche Verein Gettorf und Umgebung besuchte am Sonnabend mit rund 45 Teilnehmern das Versuchsgut und ließ sich von Sabine Mues umfassend informieren. „Solche Besichtigungen machen wir einmal im Jahr, um Ideen für den heimischen Hof zu finden“, erklärte Markus Sager vom Verein.

Zentraler Gedanke des Lindhof-Projektes war, Milch auf Basis der nahezu ausschließlichen Futtergrundlage Weidegras zu erzeugen. Im Mittelpunkt steht die ökologische Weidemilchproduktion nach irischem Vorbild. Das bedeutet, dass die Kühe möglichst viel Zeit auf der Weide verbringen. Die Tiere kalben alle von Februar bis Mitte April, so werde der nach dem Kalben ansteigende Futterbedarf optimal über das gleichzeitig steigende Graswachstum gedeckt.

Sabine Mues berichtete, dass die ersten der rund 80 braunen Milchkühe nicht aus Irland, der eigentlichen Heimat der Jersey-Kühe, sondern aus Dänemark stammten. Da es in Irland andere Gesundheitsrichtlinien gäbe, als in Deutschland, hätten die Tiere zunächst in Quarantäne gemusst. Wäre ein Tier erkrankt, hätten alle Kühe geschlachtet werden müssen.

Aber auch mit den dänischen Tieren hätte es zunächst Probleme gegeben. „Kühe, die aus Dänemark kommen, sind immer schon gechipt“, so Mues Dies habe anfangs Probleme gemacht. Zwei Chips pro Kuh seien nicht möglich, da sie das Lesegerät verwirren. „Das Problem haben wir erst dieses Jahr in den Griff bekommen“.

Im Anschluss an die Besichtigung ging es weiter zum Hof Gravert in Lindau. Dort wurden hochtechnisierte Melkroboter vorgeführt. Auch diese Technologie sollte den Mitglieder nahe gebracht werden. Doch das Hauptziel war immer, dass jeder einzelne Teilnehmer Erkenntnisse für seinen eigenen Hof gewinnt und das ein oder andere ausprobieren kann.  

>www.lindhof.uni-kiel.de

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