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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 01:37 Uhr

Fortbildung an der Schlei : Lehrer wollen fit in Englisch bleiben

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Erste Summer School in Schleswig-Holstein – ein Sprachtraining für Englisch-Lehrkräfte in den Sommerferien / 26 Plätze waren schnell vergeben

Lehrkräfte, die eine Fremdsprache unterrichten, müssen ihre Sprachkenntnisse immer wieder auffrischen und das Sprechen trainieren. In Schleswig-Holstein haben jetzt erstmalig 26 Englisch-Lehrkräfte aus Grundschulen, Gemeinschaftsschulen, Gymnasien, Berufsbildenden Schulen und Förderzentren aus ganz Schleswig-Holstein die Möglichkeit, in einer einwöchigen Summer School intensiv in die englische Sprache einzutauchen. Unterrichtet werden die Pädagogen in der Internatsstiftung Louisenlund von einem Lehrerteam des Instituts für Qualitätsmanagement Schleswig-Holstein (IQSH), darunter Muttersprachler (Native Speaker). Gestern zogen Veranstalter, Teilnehmer und Lehrer eine Zwischenbilanz.

„In mir sprudeln schon die Ideen, die ich umsetzen möchte“, sagte Jakob Hauschild (44), Gymnasiallehrer an der Thomas-Mann-Schule in Lübeck und einziger Mann unter den Teilnehmerinnen. Neben dem Unterricht sei gerade der Austausch untereinander über Methodik und Didaktik wichtig und bereichernd gewesen, betonte er. Auch Tina Beck aus Ahrensburg und Lehrerin an der Stormarnschule ist voll des Lobes für das Pilotprojekt von IQSH und der IHK Lübeck: „Nach den jüngsten Herausforderungen durch den Doppeljahrgang an meiner Schule habe ich durch die Fortbildung neue Energie bekommen. Ein tolles und kompetentes Team“.

Gastgeber der Fortbildung war die Internatsstiftung Louisenlund. Schulleiter Dr. Peter Rösner hob die besonders inspirierende Atmosphäre der Bildungseinrichtung hervor und wies auch auf das Alleinstellungsmerkmals Louisenlunds hin: „Wir sind die einzige internationale Schule in Schleswig-Holstein, die neben dem Abitur auch das in englischer Sprache unterrichtete IB Diploma, das internationale Abitur, anbieten.“ So fänden sich Deutsch und Englisch nicht nur als Unterrichtssprache, sondern auch im Alltag wieder.

„Wir leben in einer Zeit verstärkter Mobilität und Internationalität. Die Beherrschung der Weltsprache Englisch wird daher für junge Menschen immer wichtiger“, sagte Bildungsstaatssekretär Dirk Loßack. Englisch sei die Sprache, mit der man sich international bewegen könne. Auch in der Berufswelt habe die Sprache eine wichtige Bedeutung, sichere daher den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein. Lob zollte Loßack den Teilnehmern der Summer School, die freiwillig in ihren Ferien sich für eine Fortbildung entschieden. „Dieses große Engagement zeigt auch den professionellen Selbstanspruch der Lehrer“, betonte er.

Dr. Thomas Riecke-Baulecke, Direktor des IQSH, sagte: „Damit kommen wir einem immer häufiger an uns herangetragenen Wunsch der Lehrkräfte nach, sich frei vom schulischen Alltag fortbilden zu können“ Landesweit hätten sich rund 1000 Lehrer für eine Fortbildung in den Sommerferien entschieden.

Für einen wirksamen Englisch-Unterricht brauche das Land Lehrkräfte mit sehr guten Sprachkenntnissen. Und die müssten immer wieder aufgefrischt werden, so der Direktor weiter.

Große Hoffnungen setzt auch Friederike Kühn, Präses der IHK zu Lübeck, auf das neue Konzept. „Die Entwicklung eines bilingualen Bildungsangebotes im Rahmen einer echten privaten und öffentlichen Partnerschaft ist für uns ein Baustein für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und auch der Jugend in unserem Land.“ Die Weiterbildung der Lehrer in der englischen Sprache sei daher ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. „Ich hoffe, dass diese Kooperation Fahrt aufnimmt“, betonte sie. Kühn konnte berichten, dass die IHK in Lübeck gemeinsam mit der Firma Dräger eine Fördergesellschaft gründen werden, um Mittel dafür einzuwerben.

Die 26 Lehrer wurden von der Landesfachberaterin Englisch, Andréa Riedel, sowie vier Muttersprachlern unterrichtet. Doch statt eines schlichten Frontalunterrichts wurde der Umgang mit der Sprache spielerisch vermittelt, dabei Englisch als Gemeinschaftserlebnis erfahren. „Wir haben gekocht, Filme geschaut und auch ein Segeltörn auf der Schlei gehört dazu“, berichtete Riedel über die abwechslungsreiche Fortbildung. Die anfänglichen Blockaden seien schnell durchbrochen worden.

Aber nicht nur die Teilnehmer lernten dazu und erweiterten ihr Vokabular, auch die Texanerin Christian Nicole Nordine, die erst im Oktober nach Deutschland kam, verbesserte ihr Deutsch. „Den Begriff Gleitsichtbrille hat sie nicht verstanden“, erzählte Andréa Riedel und so habe man ihr das auf Englisch erklären müssen. Doch dann war klar: „Bifocals“ war gemeint. 

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erstellt am 01.Sep.2016 | 06:46 Uhr

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