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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 14:47 Uhr

Protest : Lehrer fordern gleiche Bezahlung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Protest an der Fritz-Reuter-Schule gegen unterschiedliche Bezahlung von Realschul- sowie Grund- und Hauptschullehrern.

Eckernförde | Meike Jensen und Axel Schipper sind beide Lehrer an der Fritz-Reuter-Schule, doch Axel Schipper wird besser bezahlt. Der Grund: Er ist Realschullehrer, Meike Jensen Grund- und Hauptschullehrerin. An der Regionalschule unterrichten aber beide die Klassen der Sekundarstufe I. „Von der Tätigkeit her ist da kein Unterschied“, sagen die beiden Betriebsräte.

Deshalb haben sie sich gestern mit 17 Kollegen an der landesweiten Aktion der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beteiligt, mit der sie eine gleiche Bezahlung fordern – Besoldungsstufe A13 für alle statt A12 für Grund- und Hauptschullehrer. Ein Foto zeigt die schwarz gekleideten schlechter bezahlten Kollegen mit heruntergezogenen Mundwinkeln und ihre besser gestellten lächelnden Kollegen im Hintergrund. Die GEW will diese Bilder sammeln und als Collage an das Bildungsministerium schicken. Immerhin geht es nach Angaben der Lehrer um monatlich 400 bis 600 Euro Unterschied – netto. Ausgesucht haben sie sich den 25. November, weil die schlechter gestellten Lehrer ab diesem Datum für den Rest des Jahres quasi umsonst arbeiten.

Die Gehaltsunterschiede sind ihrer Meinung nach ohnehin nicht gerechtfertigt. „An der Grundschule wird die pädagogische und fachliche Basis für das spätere Lernen gelegt“, sagt Axel Schipper. „Verhaltensauffälligkeiten und Lernschwächen werden erkannt und darauf eingegangen. Davon profitieren die Lehrer der Sekundarstufe.“ Zumal die Schüler heute immer mehr Auffälligkeiten aufwiesen als noch vor einigen Jahren. Eltern, die sich kaum Zeit für ihre Kinder nehmen, übermäßiger Medienkonsum und das Recht auf Versetzung auch bei schlechten Noten seien nur einige Gründe. Die Grundschullehrer seien deshalb wesentlich mehr gefordert. „Es sind Kinder dabei, die kaum beschulbar sind, und wiederum hochbegabte – alle in einem Klassenverbund.“

Das Inklusionsgesetz hat laut Meike Jensen seinen Teil dazu beigetragen: Von 25 Schulstunden in einer Inklusionsklasse bekomme sie in zwei bis vier Stunden Unterstützung durch eine Förderschullehrkraft. „In dem Rest der Zeit mache ich die Arbeit von Förderschul- und Grundschullehrer zusammen.“ Und wer in der Sekundarstufe unterrichte, habe es mit Haupt- und Realschülern zu tun. „Wir unterrichten also auch als Grund- und Hauptschullehrer Realschüler. Die Arbeitsanforderungen und -belastungen sind in allen Lehrämtern gleichwertig.“

An der Fritz-Reuter-Schule arbeiten insgesamt 25 Lehrer, etwa zwei Drittel von ihnen werden nach der Besoldungsklasse A12 bezahlt. Die Regionalschule läuft zum Sommer 2019 aus. Dann legen die letzten Schüler der Sekundarstufe ihren Abschluss ab. Die Schule läuft dann als reine Grundschule weiter.

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erstellt am 26.Nov.2016 | 06:25 Uhr

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