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Eckernförder Zeitung

01. September 2016 | 07:34 Uhr

Visionen : Lebhafte Debatte um Strandes Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Talk am Meer diskutiert von Bürgern gesammelte Vorschläge zur Ortsentwicklung / Tourismus bleibt umstrittenes Feld

Ideen und Vorschläge, wie sich Strande zukünftig entwickeln soll, hatte die Strander FDP zum Kommunalwahlkampf 2013 gesammelt. Was dabei herauskam, war vielfältig und bot gestern Vormittag Diskussionsstoff für den Talk am Meer in der Reihe „Strander Visionen“. Die Frage „Strande nur den Strandern?“ erörterten im voll besetzten „Kaiser“ die FDP-Ortsverbandsvorsitzende Annette Marberth-Kubicki, Bürgermeister Holger Klink (CDU) und der SPD-Gemeindevertreter Thomas Behrenbruch, der für die erkrankte Claudia Sieg eingesprungen war.

Die eingereichten Vorschläge reichten von Open-Air-Konzerten, plattdeutschen Abenden und einem Wochenmarkt am Fischersteg über einen Minigolfplatz, WLAN am Strand, einem Jugendtreff oder einem Skaterpark bis hin zur Umgestaltung des Buswendeplatzes im Ortskern, dem Bau eines Seniorenheims mit Pflegeeinrichtung oder Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. „Manche Strander sagen ‚Strande den Strandern’, während andere wiederum für eine Öffnung zu mehr Tourismus plädieren“, stellte Ulrich Kauffmann vom FDP-Ortsverband fest, der die Diskussion moderierte. Hinsichtlich dieser Frage bezog Bürgermeister Klink eindeutig Stellung. „Wir müssen in erster Linie Angebote für die Strander machen. Wenn die da sind, kommen auch Leute von außerhalb“, war sich Klink sicher und wies darauf hin, dass die Haupteinnahmequelle der Gemeinde Steuern und Gebühren der Einwohner sind. Annette Marberth-Kubicki sprach sich zwar dafür aus, an dem Thema Tourismus dran zu bleiben, betonte aber, dass es auch auf die Qualität ankäme. Ebenso wie Thomas Behrenbruch, der noch hinzufügte, dass der Tourismus auch immer „im Sinne der Strander sein muss“. Marberth-Kubicki stört es bei dem Thema Tourismus besonders, dass sich oftmals gegen neue Ideen gesperrt wird, dass die Offenheit für Neues fehlt.

Beim Thema Bülker Huk waren sich alle Drei einig, dass dort nicht viel passieren kann – weder Wohnmobilplatz, noch Panoramarestaurant oder Niemeyer-Kapelle – solange die Verkehrssituation dort nicht gelöst ist. „Zurzeit kann dort nur etwas passieren, was die Verkehrssituation nicht verschlechtert“, brachte es Thomas Behrenbruch auf den Punkt. Und Holger Klink versicherte, dass, wenn dort etwas Großartiges geplant werden sollte, die Bürger von Anbeginn mit einbezogen werden sollen.

Hinsichtlich der Busendhaltestelle im Ortskern war man sich einig, dass sie einerseits nicht gerade schön ist und durchaus eine Veränderung vertragen könnte, sie andererseits aber wichtig für die Anbindung Strandes ist und Veränderungen nur in konkreter Absprache mit der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) erfolgen können.

Bei den Themen Seniorenheim und Ausweisung von Neubaugebieten wurde kontroverser als zu den übrigen Themen diskutiert. Während Klink sich strikt gegen Neubaugebiete zurzeit ausspricht und die von Ulrich Kauffmann vorgelegten Einwohnerzahlen der Gemeinde als weiteres Argument sieht, kritisiert Annette Marberth-Kubicki, dass der Bürgermeister es von vornherein ablehnt, Diskussionen darüber zuzulassen. Sowohl Marberth-Kubicki als auch Thomas Behrenbruch sehen ein Neubaugebiet auch als Chance dafür, behindertengerechte Wohnungen zu errichten. „Ein Seniorenheim ist für Strande wohl etwas hochgegriffen. Aber die Etablierung behindertengerechter Wohnungen ist durchaus diskutabel und wird auch demnächst Thema in der Gemeindevertretung sein“, so Behrenbruch. Klink, der bei dem Thema mehrfach mit dem Kopf schüttelte, stellte fest, dass dies für ihn erst ein Thema sei, wenn alle Projekte, die zurzeit anliegen, erledigt seien.

Bei etlichen Themen der Veranstaltung ging man konform, bei anderen wiederum gabs durchaus Diskrepanzen. Bei einem der Bürgervorschläge, die auf Plakaten im „Kaiser“ zu lesen waren, hätte es die sicherlich nicht gegeben. Da aber vermutlich weder die Diskutanten noch die Gemeindevertretung den Wunsch erfüllen kann, wurde darüber gar nicht gesprochen. Denn da ging es nicht um einen Hundestrand oder ein Spaßbad, sondern schlicht und einfach um „mehr Sonne“.

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erstellt am 17.Mär.2014 | 06:00 Uhr

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