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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 18:42 Uhr

FÜR DEN NOTFALL GERÜSTET : Leben retten mit den Bee Gees

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Notarzt und Rettungsdienst der Imland-Klinik Rendsburg führten am Dienstag am Hafen Wiederbelebungsmaßnahmen vor. Gut für die Herzmassage ist der Rhythmus von „Staying alive“.

Eckernförde | Die Bee Gees können Leben retten. Ihr Lied „Staying alive“ gibt genau den Takt vor, der für eine Herzrhythmusmassage eingehalten werden sollte. Und die hat gestern Achim Gördel von der Imland-Klinik Rendsburg an der Holzbrücke demonstriert.

„Da kann man doch bestimmt was falsch machen.“ Sätze wie diesen kennt Achim Gördel. Der Anästhesist und Notarzt war gestern im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung“ mit einem Team des Rettungsdienstes zu Gast. Acht Stunden lang haben er und seine Kollegen den Passanten an Puppen demonstiert, wie man sich in einem Notfall verhalten sollte und dazu aufgerufen, es selbst einmal zu probieren.

Grundsätzlich gilt: „Alles ist besser als nichts zu machen“, so Achim Gördel. „Ohne Ihre Hilfe stirbt dieser Mensch, und toter als tot können Sie ihn nicht machen.“ Die angenommene Szenerie sieht wie folgt aus: Ein Mensch kollabiert, bricht bewusstlos zusammen. In einem solchen Fall gilt es, drei Punkte abzuarbeiten:

1) Durch Ansprache und Berührungen prüfen, ob der Mensch noch bei Bewusstsein ist.

2) Die Notrufnummer 112 wählen und die fünf Ws durchgeben: Wer ist am Telefon, was ist passiert, wo ist es passiert, wieviele Menschen sind betroffen und zum Schluss: Warten auf Rückfragen. Gördel: „Das ist ganz wichtig, denn in der Aufregung vergessen viele Menschen durchzugeben, wohin der Rettungswagen fahren soll.“ Wer überhaupt keine Erfahrung mit Wiederbelebungsmaßnahmen hat, erhält über das Telefon genaue Handlungsanweisungen.

3) Und das führt zum letzten Punkt: der Herzrhythmusmassage. Und die ist anders, als es viele noch beim Führerschein gelernt haben. „Handballen auf den Brustkorb, mit gestreckten Armen direkt über den Druckpunkt gehen und aus dem Oberkörper heraus im Takt von ’Staying alive’ der Bee Gees den Brustkorb etwa 100 Mal pro Minute rund 5 Zentimeter tief eindrücken.“ Wer sich traut, kann den Bewusstlosen zwischendurch beatmen. Wer sich nicht traut: Der Sauerstoff im Blut reicht bis zum Eintreffen des Notarztes – solange das Blut zirkuliert. Gördel: „Und selbst wenn Sie dem Menschen eine Rippe brechen: Lieber eine gebrochene Rippe als tot sein. Die Rippe verheilt wieder.“ Es höre sich makaber an, aber „mit gebrochenen Rippen lässt es sich sogar leichter pressen“.

Er erinnerte daran, dass 70 Prozent aller Herzstillstände im Haushalt stattfinden. Es könnte also auch die Mutter, das Kind oder der Partner sein, den es trifft. Und sollte es die ungeliebte Schwiegermutter sein, sagt er, muss man während des Wiederbelebens nicht unbedingt „Stayin’ alive“ singen. „Der Takt von Highway to Hell von AC/DC tut es dann auch.“

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