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Eckernför oder Eckernföör? : Kurioser Streit: Das Ende des Ö-Konflikts

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Letzter Schlagabtausch im Streit um die plattdeutsche Schreibweise Eckernfördes in der Jahreshauptversammlung der Plattdüütsch Gill.

Eckernförde | Eigentlich wollte er gar nichts mehr dazu sagen: Heiko Gauert, Vorsitzender der Plattdüütsch Gill, hatte nach eigenen Aussagen „die Faxen dicke“ vom Streit über die Schreibweise des plattdeutschen Eckernfö(ö)r. Ob nun mit einem oder zwei „ö“ sei schon vor einem Jahr geklärt worden, sagte er bei der Jahreshauptversammlung des Vereins am Donnerstagabend. Tatsächlich sorgt ein „ö“ für Unruhe, denn während auf den Ortsschildern der plattdeutsche Name von Eckernförde als „Eckernföör“ mit zwei „ö“ daherkommt, sind viele Eckernförder der Meinung, dass einzig „Eckernför“ mit einem „ö“ richtig ist, so wie es auch im Namen der „Plattdüütsch Gill Eckernför“ steht. Besonders Werner Pötzsch und Christel Fries sowie der mittlerweile aus der Gilde ausgetretene Klaus-Dieter Tüxen sind vehemente Vertreter der Ein-ö-Fraktion. Bei der Jahreshauptversammlung sprach Werner Pötzsch das Thema erneut an, so dass Heiko Gauert als ursprünglicher Vertreter der Zwei-ö-Variante doch noch etwas sagte.

Bei der Jahreshauptversammlung 2016 habe man sich geeinigt, dass der Gildename weiterhin mit einem „ö“ geschrieben werde. „Ansonsten kann es jeder machen, wie er möchte“, so Gauert. Auch die Stadt habe sich mit dem Anliegen befasst und entschieden, dass für sie der eine Buchstabe keine Rolle spiele. „Sie lässt es so, wie es auf den Schildern steht“, so Gauert. „Ich sage dazu nichts mehr.“

Doch dann meldete sich Christel Fries und sprach von der plattdeutschen Sprache als einem „Stück Heimat“ und wies auf die 500 Unterschriften hin, die für die Ortstafeln mit einem „ö“ gesammelt wurden. Sie beklagte einen Mangel an Streitkultur: Gauert habe bei der Auseinandersetzung mit seinem Rücktritt „gedroht“ und ihr schriftlich nahegelegt sich zurückzuhalten, da sie zu wenig vom Plattdeutschen verstehe. Auch habe er versucht, Einfluss darauf zu nehmen, dass sie nicht mehr für die Zeitung über die Lesungen der Gilde berichtet. „Wie kann es sein, dass wir uns so streiten?“, fragte sie. „Man sollte die Meinung der anderen doch achten.“

Da wurde Heiko Gauert deutlich: „Vor einem Jahr haben wir gesagt, Eckernför schreibt sich mit einem ö! Was wollen Sie denn noch? Und was die Stadt macht, darauf haben wir keinen Einfluss.“ Hier gehe es nicht um das Plattdeutsche als Sprache, hier gehe es allein um die Schreibweise eines Ortsnamens.

Um auch die anwesenden 70 Mitglieder über den Tonfall dieser Auseinandersetzung zu informieren, verlas er den E-Mail-Verkehr mit Klaus-Dieter Tüxen. Darin hatte Gauert Tüxen vorgeschlagen, statt auf der Weihnachtsfeier eine Lesung im Januar zu halten, um Platz für einen Schülerauftritt zu schaffen. Er selbst hatte auch auf seine Lesezeit verzichtet. Tüxen kündigte daraufhin seine Mitgliedschaft. Über einen Eintrag auf Facebook bezichtigte er Gauert, ihn wegen seines Einsatzes für Eckernför mit einem „ö“ von der „Königsdisziplin“ der Plattdüütsch Gill „herauskatapultiert“ und „ausgebootet“ zu haben und sprach von einer „Säuberungsaktion“ des Vorsitzenden, der sich „an die Spitze erpresst“ habe. Für Heiko Gauert sind das „alles absolute Lügen“, die auch die überregionale Presse angelockt haben. „Jetzt stehe ich im Land als Streithammel da, dabei wollte ich nur Kinder bei einer Weihnachtsfeier haben.“ Nichtsdestotrotz bot er an: „Meinetwegen kann die ganze Sache zu Ende sein. Ich habe schon einmal die Hand gereicht, das mache ich jetzt wieder.“

Christel Fries ging darauf ein: „Ich würde genauso sagen, dass wir es hier heute beenden können. Es geht mir nicht darum, dass wir uns streiten.“

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erstellt am 04.Mär.2017 | 16:18 Uhr

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