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Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 14:43 Uhr

Theater : Kunst im Spiegel der Satire

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Theater-AG der Jungmannschule führt eine Satire von Ephraim Kishon zum Thema „Was ist Kunst“ auf.

Eckernförde | „Ist das Kunst, oder kann das weg?“ Dieser Satz ist in der Theater-AG der Jungmannschule zurzeit ein geflügeltes Wort. Die Schüler haben nämlich ihr neues Stück „Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht“ von Ephraim Kishon einstudiert. Es beschäftigt sich mit der Frage „Was ist Kunst?“ und beantwortet sie mit viel Ironie.

Zur Geschichte: Der junge, erfolglose Maler Raphael Schlesinger (Jonas Lorenzen) hofft auf den Besuch des Kunstkritikers Kalman M. Katschtan (Konstantin Preißner). Als dieser endlich kommt, hat Raphael gerade seinen Wasserkocher auf einen Stapel an Möbeln gestellt, weil die einzige Steckdose im Raum dicht unter der Decke hängt. Katschtan hält den chaotischen Stapel für ein geniales Kunstwerk. Auf die Frage, wie es heißt, ruft Raphaels Freundin Dahlia (Anina Bolls): „Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht.“ Das überzeugt Kaschtan vollends. Raphael Schlesinger ist entdeckt und wird vermarktet.

Der angesehene Kunsthändler Joseph Pickler (Finn Koll), der zwar viel Geld, aber keine Ahnung von Kunst hat, kauft dem jungen Mann seine Grundidee – Kunst aus Möbeln – ab und schickt ihn auf eine Kunstschule in Berlin. Die „komische mobiliare Kunst“ hat Erfolg und verkauft sich zu horrenden Preisen. Selbst, als in einer Ausstellung aus Versehen eine Leiter statt des eigentlichen „Kunstwerks“ ausgestellt wird. In Raphael wachsen immer größere Zweifel an der Welt der Kunst, und kurz vor einer wichtigen Ausstellung versucht er, seinen eigenen „Erfolg“ zu boykottieren.

Die Satire von Ephraim Kishon aus dem Jahr 1965 ist Ausdruck dessen scharfer Kritik an der modernen Kunst und des dazugehörigen Kunstmarktes. „Die Fragen ,Was ist Kunst?’ und ,Wer entscheidet, was Kunst ist?’ sind zeitlos“, sagen die Lehrerinnen Angela Lins und Petra Wilkening, die die Regie bei diesem Stück führen. „Wir haben das Stück an die heutige Zeit angepasst und einige Texte leicht umgeschrieben oder Dialoge ganz gestrichen.“

Knapp ein Jahr haben sich 13 Schüler der Klassenstufen 10 bis 13 auf die Aufführungen vorbereitet, am Montag, 23. Mai, um 19 Uhr ist Premiere in der Aula der Jungmannschule. Der Besuch lohnt sich, die Rollen sind den Schülern auf den Leib geschneidert, die Charaktere passgenau getroffen.

> Weitere Aufführungen folgen am Mittwoch und Freitag, 25. und 27. Mai, ebenfalls jeweils um 19 Uhr. Karten gibt es für 4 Euro bei Idea in der Kieler Straße 90 sowie in den Pausen in der Halle der Schule von 9.25 bis 9.40 Uhr, von 11.15 bis 11.30 Uhr und von 13.10 bis 13.20 Uhr.

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erstellt am 21.Mai.2016 | 05:54 Uhr

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