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AUFTAKT EZ–SERIE KOCHDUELL : Krone der Wildnis trifft den Geschmack

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die ersten Teilnehmer des Kochduells traten am Dienstag im Lindenkrug gegeneinander an. Schulleiterin Ute Koschinski gewann vor Spirituosenhersteller Ralf Stelzer.

Zwei Premieren gab es am Dienstagabend zum Auftakt der Kochduellserie 2017 im Gasthof Lindenkrug der Familie Stuhr – erstmals in der elfjährigen Geschichte des Kochduells wurde ein Gericht vor den Augen der Gäste tranchiert. Küchenmeister Michael Stöcken ließ es sich nicht nehmen, im Saal vor 25 Gästen den Hauptgang „Die Krone der Wildnis“ von Ute Koschinski (51) zu zerlegen. Die Leiterin der Osdorfer Grundschule hatte Hirschrücken mit Rippen (Hirschkronen) in Gemüse, Rosenkohl mit Tiroler Brettlspeck und Sellerie-Kartoffelpüree gekocht. Koschinski trat gegen den Inhaber der Altenhofer Brennerei Ralf Stelzer an. Und der feierte just am Dienstag seinen 54. Geburtstag. Ihm zu Ehren sangen die Gäste nicht nur ein Ständchen, bevor er wieder in der Küche an den Herd verschwand – ebenfalls eine Premiere beim Kochduell.

Der Geist der Bildung gegen den Geist des Whiskys – die Stimmung ist bestens kurz vor 18 Uhr in der geräumigen Küche des Lindenkrugs. „Wenn man erstmal in Gange ist, ist alles in Ordnung“, sagt Ralf Stelzer. Der 54-Jährige liebt die traditionelle Hausmannskost mit einem Hauch skandinavischer Küche, und er ist ein Fan von Hering. So bereitet er als Vorspeise „Küstenstreifen“ zu, Kräutermatjesfilet mit Meerettich-Preiselbeersahne und Kartoffelrösti. Das Gericht hat er schon am vergangenen Silvesterabend gereicht – warum sollte es also nicht auch bei 25 zahlenden Gästen ankommen. Unterstützt wird er von Küchenmeister Stöcken (40). Der schneidet für Stelzer die Kartoffeln: „Ich tourniere die Kartoffeln.“ Verständnislose Blicke – Stöcken klärt auf: Er bringe alle Kartoffeln in die gleiche Form.

Von Hektik ist nichts zu spüren. „Susanne, weist du mich mal in die Höllenmaschine ein?“, bittet Stelzer Seniorchefin Susanne Stuhr. Gemeint ist die Küchenmaschine. Und die zickt – sind doch in den zerkleinerten Kartoffeln für die Röstis immer noch einzelne große Stücke zu erkennen. Jetzt wird es doch etwas unruhig in der Küche. Alles im Griff hat Juniorchef und Profikoch Steffen Stuhr. Der 25-Jährige ist Ute Koschinskis Teampartner. Und er hat einen absoluten Blick für Sauberkeit und Ordnung am Arbeitsplatz. „Oh, wer hat da die Eierschalen reingeschmissen?“ und zeigt auf den Eimer mit den Schwarzwurzelchips. „Das sind deine“, sagt er zu Stelzer, der Gelächter erntet. Kurz vor 19 Uhr fragt Stuhr die Schulleiterin: „Du hast deine Hirschkronen im Blick? Hast du auch mal angefasst?“ Denn das Fleisch, das alle paar Minuten mit Rotwein übergossen wird, darf nicht zu trocken werden. Ein prüfender Blick von beiden auf den Hirschrücken und dann wird der Backofen auf 160 Grad gestellt – noch eine Stunde bis zum Anrichten.

25 Gäste sitzen im Saal an einer langen festlich gedeckten Tafel. Kurz nach 19.30 Uhr servieren Seniorchef Holger Stuhr, Juniorchefin Beeke Stuhr und Mitarbeiter Sascha Path die Vorspeise „Küstenstreifen“. Jetzt ist Ralf Stelzer doch angespannt – kommen die Teller leer zurück? Keine Zeit zum Überlegen, denn um 19.44 Uhr muss sein Hauptgang „Zurück zu den Wurzeln“ angerichtet werden: Kartoffeln, Schwarzwurzeln, Frikadellen mit Schwarzwurzelchips und Petersiliensoße. „Die hab’ ich seit 25 Jahren nicht mehr gegessen.“ Alle packen mit an, auch Ute Koschinski.

Ihren Hauptgang „Krone der Wildnis“ hat sie erst vergangene Weihnachten gekocht. In Möhren, Zwiebeln, Pastinaken ist der Hirschrücken geschmort, mit Rotwein begossen – dazu reicht sie Rosenkohl und Sellerie-Kartoffelpüree. Der Clou bei diesem Gang: Stöcken präsentiert den Gasten im Saal die Hirschkronen, bevor er sie anOrt und Stelle tranchiert. Fünf Stunden Küchenarbeit liegen hinter Koschinski und Stelzer, als um kurz nach 21 Uhr die letzten Dessertteller „Opas handgemachtes Wintervergnügen“ aufgetragen werden. Es ist Koschinskis zweiter Gang, ein Zimtparfait mit Rumpflaumen und kleinen Zimtwaffeln, die sie vorher mit einem Hörncheneisen aus Familienbesitz hergestellt hat.

Die Stimmung bei den Gästen, die aus dem Dorf selbst, Gettorf, Osdorf, Eckernförde und Kiel-Holtenau kommen, und bei den Kochduellanten ist bestens, als diese kurz vor 22 Uhr gemeinsam mit den Wirten, den Köchen und dem Service-Personal den Saal betreten, um das Ergebnis aus den Wertungsbögen zu hören. Knapp vor Ralf Stelzer liegt Ute Koschinski und geht an diesem Abend als Siegerin hervor. Ob sie auch am 3. April am Finale teilnimmt, ist noch offen, denn die Kochduelle in Eckernförde, Haby und Sieseby stehen noch aus. Gewonnen haben eigentlich alle – die Gäste, die ein individuell zusammengestelltes Menue in anregender Gesellschaft essen durften; die Wirte, die die Gäste bewirten durften und die Duellanten, die sich in die Reihe der Kochduellteilnehmer der EZ einreihen dürfen sowie die Nutznießer ihrer Spendensammlung für soziale Zwecke , die traditionell im Anschluss an das Essen stattfindet.

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erstellt am 23.Feb.2017 | 05:42 Uhr

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