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Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 15:33 Uhr

Stadtmarketing : Kritik am Marketing: „Wir sehen noch keine Belebung“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gemeinde Gettorf bemängelt Stadtmarketingkonzept / Gewerbeverein fordert Standortmanager

Gettorf | Die Einrichtung einer Lenkungsgruppe mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, eine Unternehmerrunde und die Beschäftigung eines Standortmanagers: Ist das die Lösung, um den seit Jahren schwächelnden Gettorfer Ortskern zu beleben? Der Ausschussvorsitzende Marco Koch (CDU) und Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) äußerten sich in der Bauausschusssitzung in dieser Woche erneut unzufrieden mit den bisher vorgestellten Ergebnissen zum Stadtmarketing.

Seit März 2015 kümmert sich die CIMA Beratung + Management GmbH am Standort Lübeck im Auftrag des Handels- und Gewerbevereins Gettorf und Umgebung darum, ein Stadtmarketingkonzept für Gettorf zu erstellen und umzusetzen. 40  000 Euro hat die Gemeinde dafür über zwei Jahre verteilt bereitgestellt.

Marco Koch wandte sich an die für ein Zwischenfazit eingeladenen bei der CIMA für das Projekt verantwortlichen Regina Schroeder und Lisa Scheer. Vor einen halben Jahr habe man zuletzt zusammengesessen, sagte er. „Wir sehen immer noch keine Belebung des Ortskerns. Ich sehe auch keine Impulse.“ Das Halloweenfest im Herbst sei die einzige gelungene Sache gewesen. „Das hatte ich mir anders vorgestellt.“ Bürgermeister Jürgen Baasch schloss sich dem Vorsitzenden an. „Viel Theorie, nichts davon wurde bisher umgesetzt“, sagte er. „Nicht mal die Öffnungszeiten wurden abgestimmt. Das kann nicht sein.“ Regina Schroeder ließ durchklingen, dass sie die Probleme auch auf fehlende Kommunikation, Identität und Gemeinschaft zurückführte. Aus Politik und Verwaltung kämen andere Signale als von den Einzelhändlern, sagte sie. Aus der Händlerrunde gebe es kein klares Bekenntnis, die Leerstände seien nicht das zentrale Thema der Kaufleute.

In der Diskussion um einheitliche Kernöffnungszeiten und eine gemeinsame Hauspost der Händler sei man nicht weitergekommen. Auch für sie eine Enttäuschung, bekannte sie. Deswegen hält sie die Lenkungsgruppe für ganz wichtig. Sie kündigte an: „Wir werden Vorschläge unterbreiten, wie es konkret weitergehen kann. Es ist erst der Anfang, da muss man realistisch sein. Aber wir wollen, dass es langfristig funktioniert.“

Kollegin Lisa Scheer legte den Gettorfern über die Einrichtung einer Lenkungsgruppe mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, einer Unternehmerrunde und die Beschäftigung eines Standortmanagers hinaus nahe, die Eingangssituation von der Herrenstraße in die Eichstraße optisch aufzuwerten. Die auffällig leerstehenden Geschäfte dort, das ehemalige Cuba-Atelier, das ehemalige Reisebüro und die ehemalige Bäckerei mit Café am Alexanderplatz könnten zwischengenutzt, im Ortskern mehr Außengastronomie angesiedelt und die Spielgeräte erneuert werden.

Thorsten Wilke (FDP) riet, nicht aufzugeben. Er bekräftigte seine Forderung nach einem Standortmanager. Und auch die Wirtschaft sei gefordert, den Kampf um einheitliche Öffnungszeiten fortzusetzen, betonte er. Es gebe kleine Schritte, so sah es auch der HGV-Vorsitzende Thomas Grötsch. „Auch wir halten einen Standortmanager als Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft und Vereine für notwendig.“

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erstellt am 14.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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