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Eckernförder Zeitung

10. Dezember 2016 | 23:32 Uhr

Klare Entscheidung : Kreistag geschlossen für Verkauf der Seniorenhäuser

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Kreistag hat mit seinem einstimmigen Votum für die Veräußerung der Häuser in Eckernförde, Jevenstedt und Nortorf an die Diakonie gestimmt. Der Eigentümerwechsel erfolgt zum 1. Oktober.

Rendsburg / Eckernförde | Der Kreistag hat am Montagabend auf einer Sondersitzung beschlossen, die Imland-Seniorenheime in Eckernförde, Jevenstedt und Nortorf sowie den Ambulanten Pflegedienst Domobil zu verkaufen. Neuer Eigentümer wird voraussichtlich zum 1. Oktober eine Bietergemeinschaft, die aus der Stiftung Diakoniewerk Kropp und dem Diakonischen Werk Altholstein besteht. Die Arbeitsplätze der 200 Mitarbeiter sind gesichert (siehe Bericht unten auf der Seite).

Damit endet für die Beschäftigten eine lange Phase der Unsicherheit. Denn nachdem ein Gutachter den Imland-Verantwortlichen im Herbst 2015 empfohlen hatte, sich von den stark defizitären Senioreneinrichtungen zu trennen, waren die Mitarbeiter und ihre Gewerkschaftsvertreter alarmiert. Letztendlich habe man eine für alle Seiten akzeptable Lösung gefunden, wie der Vorsitzende des Kreishauptausschusses, Jörg Hollmann (CDU), deutlich machte. Die Rechte und Besitzstände der Beschäftigten würden garantiert. Demnach soll sich für sie in den kommenden 30 Jahren nichts ändern. Neu eingestellte Kräfte müssen allerdings damit rechnen, zu schlechteren Konditionen beschäftigt zu werden.

Die Besitzstandswahrung für die jetzigen Mitarbeiter machte insbesondere der SPD eine Entscheidung für den Verkauf leichter. Fraktionschef Dr. Kai Dolgner stellte heraus, dass er den Verkauf für notwendig halte, dennoch sei das kein schöner Tag für die SPD, „denn wir sind kein Freund von Privatisierungen.“ Man habe aber erkennen müssen, dass man durch die zum Teil jahrzehntelangen Verluste der Senioreneinrichtungen auf eine Situation zusteuern würde, „in der wir unsere Kernaufgabe gefährden“. Damit meinte er das Bemühen, die Imland-Kliniken im Eigentum des Kreises zu belassen. Dolgner sagte, dass man mittelfristig zwei der drei Seniorenhäuser hätte schließen müssen. Der Verkauf sei alternativlos. Im Jahr 2014 hatten die Seniorenheime einen Verlust von 800  000 Euro verursacht und den damaligen Imland-Verlust auf 1,9 Millionen Euro gesteigert. Seitdem hat sich die Situation weiter verschlechtert. Der Verlust der Heime ist mittlerweile auf eine Million gestiegen, der Verlust der gesamten GmbH auf 3 Millionen Euro.

Jan Butenschön (FDP) war im Gegensatz zu Dolgner der Auffassung, dass der gestrige Tag ein schöner war. „Wir haben Partner gefunden, die sich mit der Seniorenbetreuung gut auskennen“, so seine Einschätzung. Hartmut Steins (SSW) äußerte die Hoffnung, dass sich für die Bewohner der Heime nichts ändern wird: „Ich hoffe, dass sie nach der Aufregung wieder einen ruhigen Lebensabend haben.“ CDU-Fraktionschef Manfred Christiansen zeigte sich optimistisch, dass Imland den „Turnaround“ schaffe. Auch er sah keine andere Möglichkeit, als die Heime zu veräußern. Allerdings hätte die CDU nicht mit jedem Interessenten verhandelt: „Ein Verkauf an einen Finanzspekulanten wäre nicht in Frage gekommen.“

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erstellt am 27.Jul.2016 | 06:10 Uhr

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