zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 15:02 Uhr

Windkraft : Kommunen weiter in Wartestellung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rund 60 Teilnehmer aus dem Altkreis Eckernförde bei Regionalveranstaltung zum Thema Windkraft

„Für die, die gut im Thema stecken, brachte die Konferenz keine neuen Erkenntnisse“, sagte Gunnar Bock, Direktor des Amtes Schlei-Ostsee, gestern auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung. Bock war einer von rund 60 Teilnehmern der ersten Regionalveranstaltung, zu der der Kreis Rendsburg-Eckernförde in das Gasthaus Stöterau nach Gammelby eingeladen hatte. Aber, Überraschendes zu präsentieren, das sei auch nicht das erklärte Ziel gewesen, betonte Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer, der mit dem Leiter für Regionentwicklung, Volker Breuer, und Fachdienst-Mitarbeiter Marcel Mathein durch die rund anderthalbstündige Versammlung führte. Vielmehr ginge es darum, die Beteiligten über den aktuellen Verfahrensstand zu informieren, um so alle auf einen gemeinsamen Kenntnisstand zu bringen.

Die Landesregierung hat, um den künftigen Ausbau der Windenergie in Schleswig-Holstein zu steuern, das Landesplanungsgesetz geändert. Mit der Neuordnung reagiert sie auf Urteile des Oberverwaltungsgerichts Schleswig, mit denen im Januar 2015 die Richter die Ausweisung von Windeignungsgebieten in der Teilfortschreibung des Regionalplans aufgehoben hatten. In neuen Regionalplänen soll festgelegt werden, auf welchen Flächen im Land zukünftig Windkraftanlagen errichtet werden dürfen. Am Ende sollen rund zwei Prozent der Landesfläche verbleiben, auf der der Bau von Windkraftanlagen möglich ist. Anhand eines Kriterienkatalogs mit harten und weichen Tabukriterien ermittelt die Landesplanungsbehörde Flächen zur Windenergienutzung.

Die Ämter Dänischer Wohld und Hüttener Berge sowie das Amt Schlei-Ostsee, mit Ausnahme der Gemeinde Rieseby, haben so genannte informelle Planungskonzepte ihrer Gemeinden beim Land eingereicht. Die Kommunen hoffen, dass in Kürze der Regionalplanentwurf vorliegt. Dann beginne eine viermonatige Frist für die Abgabe einer Stellungnahme. Auch der Kreis selbst werde dann eine Stellungnahme abgeben. „Mit den Planungskonzepten wurde schon gute Vorarbeit geleistet, betonte Breuer.

„Eine große Sorge der Gemeinden ist, dass ihr Wille nicht berücksichtigt wird“, berichtete Schwemer im Anschluss an die Veranstaltung. Je fundierter die Stellungnahme sei, desto relevanter könnten sie für die Landesplanung aber sein, sagte Volker Breuer, der den Gemeinden auch fachliche Beratung durch die Kreisverwaltung anbot.

Sollte das Land die Argumente der Gemeinden nachvollziehen und in den Plan einarbeiten, so müsse eine erneute öffentliche Auslegung erfolgen, sagte Gunnar Bock der EZ, das Verfahren würde also in die Verlängerung gehen. Im Juni 2017 laufe aber auch die Veränderungssperre ab, die das Land verhängt hat, um damit den Bau von Windkraftanlagen für zwei Jahre für unzulässig zu erklären – Ausnahmen durch Entscheidungen der Landesplanungsbehörde sind aber möglich. „Wir wissen von keiner Ausnahmegenehmigung, die bislang erteilt wurde, berichtete Breuer dazu. Dem Kreis sei aber auch nicht jeder Einzelfall bekannt.

2009 herrschte in Sachen Windkraft noch Aufbruchstimmung, so Landrat Schwemer aus seinen Erfahrungen von den ersten Regionalveranstaltungen. Mittlerweile würden die Menschen vor Ort der Windkraft eher kritisch und weitaus nüchterner gegenüber stehen. Da haben auch die Diskussionen über den Baustopp in Loose die Akzeptanz sicherlich nicht gefördert.  


>Zwei weitere Regionalveranstaltungen finden am 23. August in Büdelsdorf und am 25. August in Nortorf statt.


Karte
zur Startseite

von
erstellt am 20.Aug.2016 | 06:47 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen