zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 03:30 Uhr

Interview : Kirchengemeinderat – Ehrenamt mit viel Gestaltungsraum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im November werden die Kirchengemeinderäte in der Nordkirche neugewählt / Über das Ehrenamt und ihre Erfahrungen darin berichtet Annelore Erdmann aus der Kirchengemeinde Borby-Land

Barkelsby | Seit 1978 gehört Annelore Erdmann (73) dem Kirchengemeinderat (KGR) der Kirchengemeinde Borby-Land an. Im Gespräch mit Schwansen-Redakteur Dirk Steinmetz spricht sie über das Ehrenamt, ihre Motivation, die Möglichkeiten zur Gestaltung und die Chancen für interessierte Bürger zum Mitmachen.

Frau Erdmann, Sie gehören seit fast 38 Jahren dem Kirchengemeinderat an. Was macht für Sie den Reiz aus, dabei zu sein?

Ich bin kirchlich erzogen worden. Das hat mich einfach gereizt, auch hier in der Kirche mitzuarbeiten, ich kannte das ja alles. Unsere Kinder waren klein, da ging man zum Kindergottesdienst, sie wurden größer und es kam die Jugendarbeit in der Kirchengemeinde. Das baute sich immer weiter auf, bis ich jetzt schon seit vielen Jahren mit und für Senioren arbeite. Wir kamen 1969 neu nach Böhnrüh. Durch die Schwansenstraße waren wir hier immer vom Ort getrennt. Über die Mitarbeit in der Kirchengemeinde kam ich in die Gemeinde hinein. So lernte ich den Frauenkreis und auch die Kantorei kennen und war somit mit dem Dorf vereint.

Welche Bedeutung und Aufgabe hat der Kirchengemeinderat?

Die Kommunalgemeinde ist getrennt von der Kirchengemeinde zu sehen. Im Kirchengemeinderat wird die Kirche im Ort aufgebaut, und durch die Mitglieder gestaltet. Man wird bekannt im Dorf und kann so die Menschen gewinnen, mitzumachen. Man ist aktiv dabei, etwas zu gestalten, Dinge zu bewegen. Das macht einfach Spaß.

Warum ist es für die Bürger wichtig, sich im KGR aktiv zu beteiligen?

An uns werden kirchliche Dinge herangetragen, über die wir beraten und auch beschließen. Es gibt einen Bau- und einen Finanzausschuss, in denen Kirche betreffende Angelegenheiten beraten und entschieden werden. Im Gottesdienstausschuss überlegen wir zum Beispiel, was die Menschen außer dem Sonntagsgottesdienst oder anderen besonderen Gottesdiensten interessiert. Was können wir anbieten, damit die Menschen in die Kirche kommen. Als Mitglied im KGR kann jeder seine Ideen einbringen.

Unterstützt der KGR mit seinem Einsatz die Gemeindepastorin?

Ja, sie gehört auch dem KGR an. Dabei bringen wir zusätzliche Ideen ein und unterstützen sie bei vielen Dingen auch im und um den Gottesdienst. Zu Beginn meines Ehrenamtes übernahmen Mitglieder des KGR – wenn die Pastorin verhindert war – die Aufgabe, Bürger zu besonderen Anlässen zu besuchen. Diese Aufgabe hat nun der Besuchskreis übernommen.

Das sind aber viele Aufgaben. Wird man angelernt?

Ja, man wächst da rein und begleitet. Man beobachtet viel, bringt sich ein und lernt so in der Praxis. Außerdem lernt man das Dorf und seine Menschen kennen. Man bringt sich ein und wird Teil des Ganzen. Das hat mich immer so an der Mitarbeit gereizt. Man ist mitten drin, aktiv im Dorf und entscheidet mit.

In der Regel wird der KGR alle sechs Jahre gewählt. Ausnahme war die letzte Wahl 2008, die für acht Jahre war, da die Fusion der Nordkirche dies erforderte. Ist es schwierig immer genug Kandidaten für die Wahl zu finden. Was, wenn es zu wenig sind?

Das habe ich noch nicht erlebt. Ich glaube, hier auf dem Dorf ist es noch leichter Kandidaten zu finden als in städtischen Kirchengemeinden. Wir hatten die Sorge noch nie.

Haben Sie denn schon die ersten Kandidaten?

Die Liste ist noch nicht eröffnet, aber es geht bald los. Wer Interesse hat, kann sich gerne bei mir oder den weiteren bisherigen KGR-Mitgliedern informieren oder auch Pastorin Almut Witt ansprechen.

Viele fragen: „Was bringt mir das Ehrenamt?“ und „Schaffe ich das überhaupt bei meiner knappen Zeit?“. Wieviel Aufwand macht denn der KGR?

Aus meiner Sicht ist es nicht so aufwändig. Aber etwas Zeit muss man schon mitbringen. So gibt es Treffen und Sitzungen. Ich bin jung in das Gremium gekommen und hatte zwei Kinder, und es ging auch. Mein Mann hat mir dann den Rücken freigehalten. Für mich war die Mitarbeit im KGR eine Aufgabe und auch die Möglichkeit unter Menschen zu kommen. Man mischt mit, hat Ideen, und am Ende ist da die Freude über den Erfolg. Mein Interesse ist noch da und es gibt ja immer neue Themen und Aufgaben, die gelöst werden müssen. Durch die Aufgabenteilung findet auch jeder seinen Bereich, ob Bauen, Finanzen oder Kinder- und Seniorenarbeit.

In einem Satz: Warum sollen sich Bürger aktiv im KGR einbringen?

Ich meine, man sollte sich aktiv in einer dörflichen Gemeinschaft einbringen. Das fördert auch die Dorfgemeinschaft. So gehen Kirche und kommunale Gemeinde gemeinsam in die Zukunft.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 30.Jul.2016 | 06:57 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen