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Eckernförder Zeitung

09. Dezember 2016 | 01:08 Uhr

Trickfilm : Kinder übernehmen die Regie

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Beim ersten Trickfilmseminar für Kinder von Green Screen entsteht ein Film über den Kreislauf des Lebens.

Eckernförde | Konzentriertes Schweigen – das ist es, was man zurzeit in den Räumen der Volkshochschule hört. Während in einem Raum die Kursteilnehmer von Angellehrer Oliver Bonus über den Fragen zum Erwerb des Fischereischeins brüten, sind zwei Räume weiter ganz andere Dinge gefragt: Hier sitzen acht Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 13 Jahren zusammen und arbeiten unter der Anleitung des Real- und Animationsfilmers Marco Giese aus Hamburg an ihrem ersten Trickfilm. Angeboten vom Internationalen Naturfilmfestival Green Screen in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Jugend und Film.

Hier hört man eine Schere quietschen, dort klickt eine Computermaus. Jeder weiß, was er zu tun hat. Schon nach zwei Tagen können die Kinder 40 Sekunden ihres Films präsentieren, der im wahrsten Sinne des Wortes eine runde Sache wird: Es geht um den Kreislauf des Lebens, der damit beginnt, dass eine Ameise in einen Fluss fällt. Nun beginnt eine Fressorgie: Kleiner Fisch frisst Ameise, großer Fisch frisst kleinen Fisch, Reiher frisst großen Fisch. Die Geschichte endet schließlich wieder bei den Ameisen.

Die Geschichte haben sich die Kinder selbst ausgedacht, die Figuren aus Pappe geschnitten, die Hintergründe gemalt, Seegras und Wolken aus Filz und Wolle gebastelt. Die Szenerie wird auf einen Tisch gelegt, über dem eine Kamera steht. Jetzt werden einzelne Fotos gemacht und die Darsteller des Films immer nur ein Stückchen bewegt. „12 Fotos brauchen wir pro Sekunde“, sagt Marco Giese. Mit einem Schnittprogramm reihen die Kinder sie schließlich zu einem Film zusammen. „Es ist toll, wie konzentriert die Kinder sind“, so Giese. „Mit Hamburger Kindern wäre ich noch nicht so weit. Die können sich nicht so gut konzentrieren.“

Die Arbeitsteilung war schnell klar: Wer kann gut malen, wer gut basteln? Berührungsängste mit Laptop oder Kamera hatte keiner. „Ich musste nur wenig erklären, den Rest probieren sie einfach aus“, so Giese.

Jetzt fehlen noch die letzten Szenen, die Vertonung des Films und der Abspann. Morgen wird er dann um 15 Uhr im Künstlerhaus in der Ottestraße der Öffentlichkeit vorgeführt. Und vielleicht gibt es als Bonbon sogar ein „Making of“.

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erstellt am 28.Jul.2016 | 05:57 Uhr

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