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Eckernförder Zeitung

24. März 2017 | 09:12 Uhr

Tourismus : Kein Vorstand – droht das Ende?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fremdenverkehrsverein Mittelschwansen fehlen Vorstandsnachfolger / Fusion mit Touristikverein Waabs wird geprüft

Holzdorf | Urlauber buchen immer mehr über das Internet, die Vermittlung von Ferienunterkünften über das Telefon nimmt immer mehr ab. „Die Zeit hat uns überholt“, fasste Bernd Knuth, Mitglied des Fremdenverkehrsvereins Mittelschwansen die Entwicklung zusammen. Neben diesem veränderten Buchungsverhalten macht dem 1972 gegründeten Verein aber auch die erfolglose Suche nach einem neuen Vorstand Sorgen. Es soll noch einmal ein Gespräch mit dem Touristikverein Waabs geführt werden, ob eine gemeinsame Zukunft möglich ist. Ansonsten müsse man sich um die Auflösung des Vereins kümmern, wie Birgit Clausen-Radeck bei der Mitgliederversammlung feststellte.

Clausen-Radeck selber hatte im Vorjahr nicht erneut als stellvertretende Vorsitzende zur Verfügung gestanden. Sie hatte das Amt lediglich noch kommissarisch übernommen. Nun leitete sie die Versammlung in Vertretung für die erkrankte Vorsitzende Christel Klöpper. Auch sie wird im kommenden Jahr nicht erneut für den Vorsitz zur Verfügung stehen. Die Frage von Clausen-Radeck in die Runde der 15 anwesenden Mitglieder im Jugendraum Holzdorf, ob denn jemand bereit sei, die Ehrenämter zu übernehmen, löste Schweigen aus. „Wenn es keinen neuen Vorstand gibt muss der Verein aufgelöst werden“, sagte sie. Es sei nicht viel Arbeit im Vorstand nötig, aber eben doch etwas.

Als einen letzten Versuch sah die Mitgliederversammlung daher ein von der Ostseefjordschlei GmbH (OFS) in Planung befindliches Gespräch mit dem Touristikverein Waabs an. Ein Versuch sei es Wert, wenngleich das letzte Treffen zwecks einer Zusammenarbeit nicht erfolgreich war, wie Clausen-Radeck einräumte. Aber die Holzdorfer hätten etwas zu bieten, hieß es, denn sie sind Mitglied in der Ostseefjordschlei GmbH. Dadurch profitieren ihre Mitglieder durch geringere Gebühren für Buchungen über die OFS und auch die Schaltung von Anzeigen im gedruckten jährlichen Unterkunftsverzeichnis ist günstiger, wie Clausen-Radeck feststellte. Das sei heute im Grunde für die meisten Mitglieder auch der Hauptgrund für die Mitgliedschaft.

„Auch wenn sich die Gästevermittlung geändert hat, so bewahrt der Verein doch den lokalen Bezug der Vermieter zur Region“, sagte Maren Tramm. Sie sieht die Aufgabe eines Vereins darin, dass sich Gäste in der Region wohlfühlen. Für Hans Sörensen hat die Mitgliedschaft den Aspekt, dass er so seine Unterkünfte auf noch mehr Kanälen anbieten kann. Um ein individuelles zusätzliches Marketing komme er aber nicht herum. Der Großwaabser ist auch Mitglied im Waabser Verein und hofft auf eine Lösung.

Ungeachtet der möglichen Auflösung des Vereins, wenn es keinen Vorstand mehr gibt, beschloss die Versammlung auch für das Marketingpaket im Gastgeberverzeichnis 2018 der OFS insgesamt 1000 Euro für die Mitglieder als Zuschuss zu gewähren. Im Gastgeberverzeichnis 2017 haben sich 22 Mitglieder beteiligt. Wer jetzt Interesse hat, wendet sich an den Vorstand. Derzeit hat der Verein 49 Mitglieder plus vier passive Mitglieder.

Als Veranstaltung möchte der Verein versuchen, erneut eine Wanderung im Rußlandmoor im Sommer anzubieten. Im Vorjahr nahmen rund 70 Teilnehmer an der Führung von Silvia Green-Meschke teil. Möglicherweise wird kurzfristig ein Termin benannt. Angedacht ist auch wieder ein Kulturabend mit verschiedenen Chören, den der Fremdenverkehrsverein mit Hilfe weiterer Helfer vorbereitet.

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erstellt am 08.Mär.2017 | 06:56 Uhr

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