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Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 11:24 Uhr

„Brenzlige Situation“ : Kaum ein Kunde findet die Zufahrt über die Baustelle

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Großbaustelle Parkhaus in der Noorstraße stellt das benachbarte Elektro-Geschäft vor besondere Herausforderungen: Es finden kaum noch Kunden den Weg über die Baustelle auf den Kundenparkplatz.

Eckernförde | Die Noorstraße ist derzeit eine Großbaustelle. Die Stadtwerke Eckernförde ziehen dort für drei Millionen Euro ein modernes Parkhaus mit Platz für 177 Fahrzeuge hoch (siehe EZ v. 5. August). Es wird ein Parkhaus de luxe mit preisgekrönter, lichter Fassade, besonders breiten Stellplätzen, mehreren Elektroladestationen und fußläufiger Anbindung zur Innenstadt. Das gebührenpflichtige Parkhaus soll helfen, den Verlust der gut 230 gebührenfreien Parkplätze des gegenüberliegenden sogenannten Aldi-Parkdecks abzufedern, sofern dass überhaupt möglich ist, weil die einen Geld kosten und die anderen nicht.

Wenig begeistert von der regen Bautätigkeit in seiner direkten Nachbarschaft ist Stefan Schmidt. Der 48-Jährige betreibt seit 2009 den 1932 gegründeten Elektrofachhandel und Installationsbetrieb Elektro Schröder in der Gaehtjestraße und hat in der derzeitigen Bauphase ernsthafte Probleme, weil sich kaum ein Kunde über die Baustelle auf seinen Kundenparkplatz traut. „Die Kunden fahren einfach vorbei“, sagt Schmidt. Dabei könnten sie die Baustelleneinfahrt nutzen und von dort direkt auf den Parkplatz des Traditionsbetriebes fahren. Nur sie tun es nicht. Die Bauarbeiter verhalten sich zwar verständnisvoll und räumen sofort ihre Maschinen und Geräte aus dem Weg, wenn diese einmal auf der Zufahrt stehen sollten, aber das Problem besteht wohl eher in der fehlenden Wahrnehmung durch die Kunden. Schmidt überlegt jetzt, ob er Hinweisschilder am Bauzaun anbringen sollte, um seinen Kunden den Weg zu zeigen. Noch größere Probleme mit der engen Zufahrt haben Lieferanten und Entsorgungsfahrzeuge, die teilweise gar nicht mehr auf den Hof kommen.

Geschäftlich hat er bereits erste Weichen gestellt und seinen Schwerpunkt vom Verkauf der „weißen Ware“ – Waschmaschinen, Spülmaschinen, Herde und Trockner – auf die Elektroinstallation verlegt. „Da läuft fast alles über Telefon oder beim Kunden vor Ort“, sagt Schmidt. Der Verkauf im Geschäft geht zwar weiter, aber auf verkleinerter Fläche, und der handwerkliche Bereich wird ausgebaut. Eine aus betriebswirtschaftlicher Sicht wohl unumgängliche Entscheidung, denn der Internethandel und die Großanbieter setzen Schmidt und seinem zehnköpfigen Team gehörig zu. „Mit diesen Preisen können wir nicht mithalten“, räumt Schmidt offen ein, der allerdings auf der anderen Seite mit Beratung, Service, Reparaturen und handwerklichen Dienstleistungen punktet. Das fängt bei der kreativen Schaufensterdekoration an und hört beim Einbau kompletter und individuell geplanter Elektroanlagen in Privathäusern auf. „Wir haben gut zu tun“, sagt der Firmenchef.

Dennoch: „Die Situation ist gerade brenzlig und extrem ungünstig für uns “, sagt der Eckernförder Elektroinstallationsmeister. Zum einen die Baustelle mit der erschwerten Zufahrt, zum anderen der noch nicht abgeschlossene Umbau im Geschäft, der nach außen hin gar den Anschein erwecken könnte, dass das traditionsreiche Fachgeschäft nach 84 Jahren schließt. Das ist definitiv nicht der Fall, versichert Stefan Schmidt. Elektro Schröder wird also weiterhin in prominenter Lage mit freiem Hafenblick Gesicht zeigen, allerdings auf verkleinerter Ausstellungsfläche. Um die Einnahmeseite seines Unternehmens zu stärken, hat Schmidt einen Teil seiner Ausstellungsfläche verpachtet – es kommt ein neuer Untermieter hinzu. Im linken Teil des Geschäfts wird in wenigen Wochen ein Autoverleiher den Betrieb aufnehmen und Pkw, Transporter und Elektroautos vermieten.

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erstellt am 07.Sep.2016 | 06:30 Uhr

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