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Eckernförder Zeitung

10. Dezember 2016 | 21:25 Uhr

Jubiläum : Kapelle wird 50 Jahre alt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Umzug und Festgottesdienst zum Kirchenjubiläum in Groß Wittensee

Groß Wittensee | Die 60er Jahre, Wirtschaftswunderzeit, es herrschte Aufbruchstimmung. Man war der Meinung, die Kirche gehört ins Dorf, und wo die Menschen leben, da musste die Kirche auch präsent sein. In Groß Wittensee ist sie es, seit dem 16. Oktober 1966. Nicht nur in Groß Wittensee, in vielen Städten und Gemeinden wurden in diesen Jahren Gotteshäuser errichtet. Mit einem Umzug durch die Gemeinde und einem anschließenden Festgottesdienst wird am Sonntag, 9. Oktober, das 50-jährige Bestehen der Groß Wittenseer Kapelle gefeiert. Neben Pastor Thies Feldmann und Almut Witt, Vertretung im Kirchenkreis, wird Hans-Claus Schnack im Gottesdienst sprechen. Er erzählt über die Zeit, als die Groß Wittenseer noch weite Wege nach Bünsdorf in Kauf nehmen mussten, um zur Kirche zu gelangen und über die Entscheidung des Kirchenvorstandes, schließlich den Kapellenbau anzupacken.

„Der Bau der Kapelle in Groß Wittensee hängt eng mit der Entwicklung in Klein Wittensee zusammen“, sagt Schnack. Nach dem Krieg wurden die Flüchtlinge in den Baracken in Klein Wittensee untergebracht. So entwickelte sich mit der Zeit hier das Dorfzentrum, Geschäfte siedelten sich an, auch die Schule war dort. Aber auch Raum für die seelsorgerische Betreuung der Menschen fand in Klein Wittensee stand. „Die Menschen gingen alle da hin“, so Schnack. Die Pastorin in dem Lager hießen Feyerabend und Christ. Zuvor mussten die Bistenseer, Borgstedter, Klein und Groß Wittensee nach Bünsdorf in die Kirche, den Wunsch nach einer ortsnahen Kirche gab es schon lange.

Anfang der 60er Jahre wurde das Lager in Klein Wittensee aufgelöst, die Menschen fanden Arbeit in den Städten und hatten ihre Unterkünfte verlassen. Als dann noch 1963 in Borgstedt eine Kapelle gebaut wurde, kamen auch die Rufe aus Groß Wittensee. „Dabei hatte Borgstedt damals gerade einmal 300 Einwohner, Groß Wittensee hingegen über 600“, sagt Schnack. 1964 übernahm die Gemeindevertretung von Groß Wittensee die Kosten für eine Friedhofserweiterung, um einen Bauplatz für die nun auch gewünschte Kapelle zur Verfügung zu stellen. Der Bauplatz für die Kapelle wurde von der Familie Buhmann gekauft. Auch Groß Wittensee wurde schließlich in das Kapellenbauprogramm der Landeskirche aufgenommen. Am 3. März 1964 fasste der Kirchenvorstand den Beschluss und stellte den Finanzplan auf. Die Gesamtkosten für die Kapelle betrugen 180  000 D-Mark, davon trugen 125  000 Mark die Landeskirche, 30  000 Mark die Kirchengemeinde aus Haushalt, Darlehen und Spenden, 15  000 Mark die Dorfgemeinde für den Bauplatz, 6000 Mark die Dorfgemeinde für den Sargraum sowie 4000 Markt die Dorfgemeinde aus Spenden. Zum Bau wurden fast ausschließlich Handwerksbetriebe aus Groß Wittensee herangezogen. Am 5. Juli 1965 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, am 13. September war die Grundsteinlegung, am 20. Oktober die Richtfeier und am 16. Oktober 1966 die Einweihung. Schon damals hat es einen Umzug von der Schule zur Kirche gegeben.

Hingucker im Innenraum der Kirche ist der Wandteppich, der 1991 über dem Altar angebracht wurde. Als Motiv ist der „Wittenseer Engel“ zu sehen, den der 1996 verstorbene heimische Maler Carl Lambertz zeichnete, gewebt wurde der Teppich von Regina Lass.

Um 9 Uhr startet der Festumzug am Sonntag an der Schule. Mit dabei Delegationen und Fahnenträger der Gilde, des Schützenvereins und der Feuerwehr. Um 10 Uhr beginnt dann der Gottesdienst unter dem Motto „ Komm bau ein Haus, das uns beschützt“. Pastor Thies Feldmann ist vor allem froh darüber, dass der Wunsch nach einer Jubiläumsfeier von den Bürgern gekommen ist. „Bei seiner Recherche für die Dorfchronik ist Reinhard Burath (verstarb im Februar 2016) darauf gestoßen und hat uns aufmerksam gemacht“, betont Schnack.

„Alle Vereine und Institutionen aus dem Dorf werden außerdem hölzerne Ziegelsteine gestalten, die wie ein Puzzle in der Kirche zu einem Haus zusammengesetzt werden“, sagt Pastor Thies Feldmann. Nach dem Gottesdienst sollen die Besucher noch zusammenbleiben, es wird eine Suppe geben und Zeit für Gespräche geben.  






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erstellt am 06.Okt.2016 | 06:30 Uhr

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