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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 00:59 Uhr

Kappen-Jubiläum : Kapelle ist fest im Dorf verankert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fahnenumzug und Festgottesdienst in Groß Wittensee / Volles Haus in der Kapelle / Gotteshaus wird 50 Jahre alt

Ahlefeld-Bistensee | Mit einem Festgottesdienst wurde am Sonntag das 50-jährige Jubiläum der Kapelle in Groß Wittensee gefeiert. Wie vor einem halben Jahrhundert zur Einweihung begann der Tag mit einem Umzug durch das Dorf. Die Vereine, Verbände und Gemeindemitglieder zogen von der Schule aus eine halbe Stunde durch die Straßen bis zu der Kapelle, die auf dem höchsten Punkt des Dorfes liegt.

Das Gotteshaus platzte fast aus seinen Nähten. Zusätzliche Bänke wurden im Konfirmationsraum aufgestellt, um allen 130 Besuchern Platz zu bieten. Mit dem Lied „Komm, bau ein Haus, das uns beschützt“ ließ Pastor Thies Feldmann den Gottesdienst beginnen. Schöner als mit diesem Lied könne man die Bedeutung der Kapelle nicht beschreiben, sagte Feldmann. „Ein Schutzraum unter Gottes Händen, in dem wir geborgen sind.“

Feldmann erinnerte an den früheren Pastor Erwin Schwarz, der sich maßgeblich für den Bau der Kapelle eingesetzt hat. Als Zeitzeuge berichtete Hans-Claus Schnack aus Klein Wittensee, dass nach dem Bau einer Kapelle in Borgstedt 1963 auch die Gemeinde Groß Wittensee einen Antrag auf ein eigenes Gotteshaus gestellt habe. „Der Bau, der 180  000 D-Mark gekostet hat, wurde nur möglich durch die Initiative der Gemeinde und Spenden der Dorfbewohner“, sagte Schnack. Heute sei ein solcher Kirchenbau angesichts sinkender Kirchenmitgliederzahlen nicht mehr wahrscheinlich, stellte Pastorin Almut Witt, die Propst Sönke Funck vertrat, fest. Vor 50 Jahren aber habe eine Aufbruchstimmung geherrscht. „Vielen Menschen war es wichtig, eine Kirche im Dorf zu haben. Alle zogen an einem Strang.“

Bürgermeister Jochen Arp hob den Standort der Kapelle hervor. „Sie liegt schön, leicht erhöht über dem Dorf.“ Der „Wittenseer Engel“, ein Wandteppich des Künstlers Carl Lambertz zum 25. Jubiläum, strahle Wärme aus, betonte Arp. Er erinnerte daran, dass früher die Trauerfeiern bei Beerdigungen in den Dielen der Bauernhäuser abgehalten wurden und betonte: „Wir mögen und brauchen unsere Kapelle.“

Der Feuerwehrmusikzug Borgstedt begleitet den Umzug und spielte auch im Gottesdienst. Der Gospelchor Bünsdorf und die Grundschüler sangen Lieder.

Alle Vereine und Verbände hatten in den Vortagen Holztafeln zum Gedenken an das Jubiläum gestaltet, die im Gottesdienst auf einer vorbereitete Platte in Form einer Kirche angebracht wurden.

Ein begehrter Gesprächspartner war der frühere Pastor Gerhard Meyer, der heute in Bad Bramstedt lebt. Der 90-Jährige war mehr als 30 Jahre lang in der Kirchengemeinde Bünsdorf, zu der auch Groß Wittensee gehört, tätig. In seiner Zeit wurden der Handarbeitskreis und der Altenclub gegründet. „Und ich bin gerne mit den Konfirmanden zum Koppelsberg am Plöner See gefahren.“ 



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