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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2016 | 09:01 Uhr

Hinweise erwünscht : Kanone, Hexe, Hafenkran – für immer verloren?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Heimatgemeinschaft und die Eckernförder Zeitung suchen Antwort auf Fragen ungeklärter historischer Zusammenhänge. Heute geht es um eine Hexe, eine Kanone und einen Kran.

Eckernförde | Bei ihrer kulturhistorischen Forschungsarbeit stoßen Bürger aus Eckernförde und dem Altkreis Eckernförde immer wieder auf historische Bauten, auf Denkmäler und Bilder, die sie nicht deuten können. Die Eckernförder Zeitung druckt in einer unregelmäßig erscheinenden Serie Fotos von solchen Objekten ab, die die Heimatgemeinschaft Eckernförde und deren Arbeitsgemeinschaft Foto-Dokumentation aus ihrem Bestand herausgefiltert haben. Die Leserinnen und Leser werden gebeten, bei der weiteren Recherche über bestimmte Hintergründe und Details unterstützend tätig zu werden: Wer etwas zu Ursprung, Inhalt, Alter, ehemaligem Standort und anderen Aspekten der abgebildeten Motive beitragen kann, wird gebeten, sich an die Heimatgemeinschaft (Barbara Schäfersküpper Tel. 04351/85427 oder 907366) zu wenden.


Wo steht die historische Kanone?


Wohl seit Ende des 19. Jahrhunderts steht in Nähe der früheren „Süderschanze“, heute im Kurpark mit Blick auf die Eckernförder Bucht, ein Denkmal zur Erinnerung an die „Seeschlacht von Eckernförde“ am 5. April 1849. Es ist ein Werk der Baugewerksschullehrer Wanderley und Faber und preist den legendären „Tag von Eckernförde“, den Sieg der Küstenbatterien über die dänischen Kriegsschiffe „Christian VIII.“ und „Gefion“ und den auf tragische Weise getöteten Unteroffizier Ludwig Theodor Preußer. Viele Jahre stand neben dem Denkmal eine originale Kanone aus jener Zeit, ein begehrtes Motiv für Fotografen. Irgendwann wurde es weggeräumt – an eine Seeschlacht mit Kanonen erinnern jetzt nur noch fünf Kanonenkugeln auf der Spitze des Denkmals. Die Arbeitsgemeinschaft „Foto-Dokumentation“ regt an, nach dem verschwundenen historischen Geschütz zu suchen und es wieder an alter Stelle aufzubauen, als Blickfang für geschichtlich interessierte Besucher der Stadt.


Die Hexe des Großseglers „Freedom“


Eines der schönsten Motive für Fotografen sind die Traditionsschiffe im Eckernförder Hafen. Zu den eindrucksvollen Seglern gehört die „Freedom“, 1956 im Stile eines historischen Schoners erbaut. Bei einer Länge von 34 Metern, einer Breite von 6,50 Metern und mit 14 Gästekojen stand sie lange Jahre für abenteuerliche Fahrten bereit. Ein besonderes Motiv: das aus Metall geformte und farbig bemalte Bild einer Hexe am Bug des Seglers. Das kleine Kunstwerk zeigte die „Böse Fee“ mit wehenden roten Haaren, ein magisches Glas in der Hand. Lange Jahre durfte man sich vor dieser einen Hexen-Besen reitenden Zauberin gruseln – bis das kleine Denkmal gestohlen wurde. Skipper Rieke Boomgarden hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Diebe das Motiv reumütig zurückbringen.


Ein Kran, der im Meer verschwand?


So wie historische Segelschiffe zum Bild eines Hafens gehören, so können auch alte Kräne eine Stadt am Meer attraktiv machen – man blickt zurück auf alte Technik und ihren Einsatz bei Werft- und Transport-Arbeiten in der Vergangenheit. Eckernförde besaß jahrzehntelang einen solchen Blickfang am Borbyer Ufer, Eigentum der Fischer und eingesetzt zum Be- und Entladen der Schiffe. Der Kran wurde ursprünglich per Hand betrieben; erst um 1970 konnte auf Elektro-Betrieb umgerüstet werden. Zum Gesamtbild am Vogelsang gehörten Schienen und ein hölzernes Häuschen für den Maschinisten. Das technische Denkmal ist sogar 2006 von einem bedeutenden Künstler gemalt worden: Michael Arp.

Quasi über Nacht ist der Kran verschwunden. In Borby ging das Gerücht um, die Fischer hätten den Platz gebraucht und das nicht mehr einsetzbare Groß-Gerät im Meer versenkt. Ebenso gibt es das Gerücht, dass der Standort des versenkten Kranes sehr wohl bekannt ist und ein Wiedersehen denkbar ist. Wie schön wäre es, wenn die Touristenstadt Eckernförde das attraktive Technik-Denkmal heben und an passender Stelle wieder aufbauen könnte. Viele Städte – so Frankfurt, Lübeck, Würzburg - lassen alte Kräne von den Besuchern bestaunen.







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erstellt am 30.Jul.2016 | 06:22 Uhr

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