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Eckernförder Zeitung

10. Dezember 2016 | 02:15 Uhr

Besuch auf dem Versuchsgut : Junge Jersey-Rinder auf dem Lindhof

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Auf dem Versuchsgut der CAU werden Jersey-Rinder gehalten. Besucher konnten bei einem Rundgang den neuen Kuhstall kennen lernen.

Sabine Mues, die Ortsvorsitzende der CDU Noer-Lindhöft und Bürgermeisterin der Gemeinde, begrüßte in der vergangenen Woche zahlreiche Besucher auf dem Versuchsgut Lindhof in Lindhöft, um mit ihnen zusammen den neuen Kuhstall in Augenschein zu nehmen. Im Anschluss an die Führung hielt Prof. Dr. Friedhelm Taube von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel einen Vortrag zum Thema ökoeffiziente Weidemilchproduktion.

80 Kühe werden im neuen Kuhstall untergebracht. Zur Verfügung steht den Tieren dabei eine große, strohgedeckte Liegehalle. Auf eine Boxhaltung verzichtet der Biohof vollständig. Zum ersten Mal hat man in diesem Jahr versucht die sogenannte Blockkalbung zu vollführen. Dabei kalben alle Rinder innerhalb von sechs bis acht Wochen. „Dies ist wichtig, da so die Wachstumsphase des Grases und die Laktation der Kühe optimal genutzt werden können“, erklärte Taube. Auf dem Lindhof werden Jersey-Rinder gehalten, die speziell für die Milchproduktion gezüchtet wurden. „Trotz ihrer geringen Größe haben die Tiere eine enorme Milchleistung“, beschrieb Mues. Die Milch wird hauptsächlich für die Produktion von Käse eingesetzt. Da es sich bei dem Lindhof um einen Biohof handelt, bekommen die Kälber in den ersten drei Monaten ihres Lebens Milch. Dies sei auf konventionellen Höfen nicht üblich, teilte die Leiterin mit. „Zu beachten ist dabei, dass wir quasi unser Produkt verfüttern, was sich auf die Verkaufsmenge auswirkt“, so Mues weiter.

Im Zentrum des Projektes steht, dass die Tiere möglichst viel Zeit auf der Weide verbringen. So sollen die Tiere von Ende Februar bis November tagsüber im Freien bleiben. Vor allem der Kälberstall erregte große Aufmerksamkeit bei den Gästen. „Insgesamt erwarten wir noch 17 Kälbchen“, freute sich Mues.

Anschließend wurden die Weiden besichtigt, auf denen sich die Tiere die meiste Zeit über aufhalten werden. Nach einer kleiner Stärkung hielt der wissenschaftliche Leiter des Hofes, Prof. Dr. Friedhelm Taube einen Vortrag. In den letzten 20 Jahren habe er beobachtet, dass sich die Milchproduktion immer stärker in den Stall und weg von der Weide entwickelt habe. „Weide bietet aber ein vortreffliches und günstiges Futtermittel“, betonte Taube. Allerdings nur bis zu einer Produktion von etwa 8000 Liter pro Herde. Taube bemängelte die „brutalen Milchpreise“, die vor allem die Landwirte dazu getrieben hätten, immer mehr zu produzieren, um über die Runden zu kommen. „Von diesem Trend wollen wir weg“, mahnte Taube. Die Menschen seien durchaus bereit, für ein ökologisch wertvolles Produkt etwas mehr zu zahlen. Auch seien die Kosten für die Milchproduktion durch Weidehaltung fast zu halbieren, denn man muss nur zwischen November und Februar füttern. In der restlichen Zeit grasen die Tiere.

Das Projekt beschränkt sich momentan auf die Jersey-Rasse. „Das ist aber nur der Anfang. Eine Anpassung an andere Rassen ist durchaus möglich“, sagte Taube. Er plädierte dafür, Maisfelder zwei Jahre lang mit Gras-Klee bewachsen zu lassen, da dies für die Kühe die beste Nahrung sei. „Zudem steigt dann im dritten Jahr der Maisertrag nachweislich um 15 bis 20 Prozent“, betonte Taube. Man müsse bedenken, dass jedes Kilogramm, dass die Kühe auf der Weide zu sich nehmen den Landwirt sehr wenig kostet.

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