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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 13:34 Uhr

NEUE KINO–OFFERTE : Jetzt hat Sky alle Trümpfe in der Hand

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Kino-Offerte von Coop hat die Politik zum Einlenken gebracht. Die CDU verzichtete auf der Ratsversammlung am Donnerstag auf Wiederaufnahme der Aufstellungsbeschlüsse F-Planänderung und B-Plan „Skaterpark/Kino- und Einkaufscenter“

Eckernförde | Jetzt ruhen alle Kino-Hoffnungen auf Coop. Wenn die Handelsgenossenschaft überzeugende (Neubau)Pläne für ihren Sky-Markt mit Kino-Etage in der Gartenstraße vorlegt und diese im Einklang mit den Vorstellungen der Stadt und den baurechtlichen Vorgaben sind, könnte es nach vierjähriger Kinostandort-Diskussion doch noch zu einem Happy End kommen. Die leidgeprüften Eckernförder hätten es verdient.

Aber soweit ist es noch nicht. Zunächst muss Coop ihre Pläne auf den Tisch legen und die Feuertaufe beim Gegencheck in der Verwaltung und den politischen Gremien bestehen. Nachdem sich die Standortsuche bislang zäh über vier Jahre hingezogen hat, soll es nun extrem schnell gehen: Eine Entscheidung soll noch vor der Sommerpause fallen, letzter Termin wäre die Ratsversammlung am 18. Juli, falls keine Sondersitzung einberufen wird.

Die entscheidende Wendung hat sich am 3. Mai bei der Kino-Standortveranstaltung von SPD, Grünen, Linken und Bürger-Forum vollzogen. Dort verkündete der Heider Kino-Betreiber Ralf Thomsen die Coop-Offerte. Dieser Vorschlag war ganz neu, Coop hatte bis dahin laut Auskunft der Stadtverwaltung kein Interesse an einem kombinierten Einkaufs- und Kinozentrum gezeigt. Nun aber doch, weil sonst womöglich 200 Meter weiter westlich Konkurrent Markant oder andere ein neues, großes Marktzentrum mit Kino im Skaterpark errichten würden. Die marktstrategische Ausrichtung und Sicherung des Innenstadtstandorts dürfte maßgeblich für das Engagement von Coop am Standort Gartenstraße sein.

Und dieses Projekt kommt gut an bei den Eckernfördern. Das zeigte sich deutlich bei der Einwohnerversammlung am 11. Mai in der Stadthalle. Ein von Michael Hartmann erbetenes Stimmungsbild – noch ohne nähere Faktenkenntnis – ergab eine deutliche Mehrheit für den Sky-Markt, für den Skaterpark wurden nur vereinzelt grüne Stimmkarten hochgehalten. Und selbst bei den Skaterpark-Befürwortern in der Politik – CDU, SSW und FDP – war durchaus Wohlwollen für den Sky-Standort hörbar, allerdings nur, wenn sich die Pläne als überzeugend, zeitnah realisierbar und städtebaulich umsetzbar erweisen würden.

Tags darauf am Donnerstagabend in der Ratsversammlung dann der Ritterschlag für den Sky-Standort: Die CDU zog ihre beiden Anträge für die Bebauungsplanaufstellung Kino- und Einkaufszentrum Skaterpark sowie für einen Bürgerentscheid für diesen Standort zurück (wir berichteten, siehe gestrige Ausgabe). Das heißt, jetzt liegt alle Konzentration auf einer kritisch-konstruktiven Prüfung des Sky-Kinos mit dem klaren Ziel einer möglichst zeitnahen Realisierung. Und die dürfte weitaus schneller zu erwarten sein als am Standort Skaterpark, wo es laut Auskunft der Verwaltung in der Einwohnerversammlung etwa zwei Jahre von der Beschlussfassung über die Bebauungsplanaufstellung bis zum ersten Spatenstich dauern würde.

Nach Auskunft des Bauamtes sei im Falle Sky kein neuer Bebauungsplan erforderlich – allein dafür wäre sonst ein Jahr anzusetzen gewesen. Das würde das Verfahren erheblich beschleunigen. Bürgermeister Jörg Sibbel begrüßte die Verständigung der Politik auf den Sky-Markt. Wenn es gelinge, jetzt zügig ein neues Kino im Stadtzentrum zu bauen, wäre das ein Gewinn für Eckernförde. Es gebe noch zu klärende Fragen hinsichtlich der Ortsgestaltungssatzung und des Denkmalschutzes in der Umgebung, vor allem aber müsse die Verkehrserschließung besprochen werden. Vom heutigen Stand aus solle die Zufahrt zur geplanten Tiefgarage über die Gartenstraße am Sky-Markt vorbei über das vorhandene Parkdeck im rückwärtigen Bereich erfolgen. Hier müsse eventuell über eine andere Zufahrt nachgedacht werden. Die ebenfalls Coop gehörenden drei „Stadtvillen“ an der Reeperbahn blieben erhalten. Insgesamt sei der jetzt eingeschlagene Weg mit der Fokussierung auf den Sky-Markt zu begrüßen, sagte Sibbel.

Nach Auskunft von Bauamtsleiter Roy Köppen sei bereits die Vorprüfung der am Mittwoch eingereichten Bauvoranfrage „grundsätzlich positiv“ ausgefallen, so dass mit einer Baugenehmigung zu rechnen ist, wenn die noch offenen Fragen geklärt sind. Alle weiteren Verfahrensschritte würden dann in Abstimmung mit dem Bauamt, dem Gestaltungsbeirat und den politischen Gremien erfolgen.

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erstellt am 14.Mai.2016 | 06:59 Uhr

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