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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 23:00 Uhr

Internationale Musik und Wiener Charme

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ausgelassene Stimmung der Alten Fischräucherei / Gute Resonanz und viel Applaus

Wer temperamentvolle Musik und eine unterhaltsame Lesung erleben wollte, der war am Wochenende in der Alten Fischräucherei gut aufgehoben. An zwei Abenden präsentierte der ehemalige Eckernförder, aus Wien stammende und dort auch jetzt wieder lebende Kulturbeauftragte Sven Wlassack gemeinsam mit dem Klezmer-Duo Gerhard Breier und Sabine Lempelius ein abwechslungsreiches Programm.

Die Gäste konnten in den ausverkauften Räucherei der traditionellen Musik der osteuropäischen Juden lauschen, die das Duo „Zhok“ mit viel Hingabe und Können in authentischer Kulisse erklingen ließ. Dass die beiden Instrumentalisten erst seit einigen Monaten zusammen musizieren, war ihnen und den schwungvollen bis verträumten Liedern nicht anzumerken. „Uns verbindet die gemeinsame Überzeugung für die Musik“, verriet Gerhard Breier (Gitarre/ Klarinette), der, wie auch Sabine Lempelius (Violine/ Akkordeon), Unterricht an Schulen gibt und jungen Menschen die Freude an der Musik vermitteln möchte. Auch lokale Strömungen wurden in das musikalische Abendprogramm integriert. „Manche unserer Stücke stammen aus der Türkei oder Mazedonien“, so Gerhard Breier über die exotischen Klänge, die das Publikum kurzzeitig in die arabische Welt entführten.

Aber auch das literarische Programm „Neues von den Donaupiraten – Heiteres aus Eckernförde und Wien“ sorgte bei Zuhörern für tosenden Applaus. Gekonnt präsentierte Sven Wlassack, der inzwischen in der österreichischen Metropole lebt, unter anderem humorvolle Erzählungen aus Eckernförde und Wien sowie Witze aus dem jüdischen Kulturkreis. Passend zum Piratenspektakel musste man sich beispielsweise hin und wieder auf meuternde Eichhörnchen gefasst machen, die sich letztendlich jedoch als kompetente Stadtführer entpuppten. Überraschungsgast Christel Fries, auch bekannt als Opsteekfru Stine und Stadtführerin, bereicherte den Abend mit ihrer plattdeutschen Übersetzung einer Wiener Satire, die sie mit viel Schauspieltalent verlas.

„Solche Veranstaltungen sind für uns eine gute Möglichkeit, weiterhin Geld für die Sanierungsarbeiten zu sammeln“, freute sich Katharina Mahrt, die Vorsitzende des Fördervereins. Denn auch wenn Arbeiten an dem historischen Gebäude, in dem bis in die sechziger Jahre hinein Fisch geräuchert wurde, von der EU und der Stadt unterstützt werden, müsse immer noch viel in Eigenleistung getan werden. „Unser Ziel ist es, die Räume für Museumspädagogik nutzen zu können“, betonte Christel Fries, die auch Mitglied des Fördervereins ist. „Dabei spielt in der Renovierungsphase vor allem auch die Gradwanderung zwischen Denkmalschutz und modernen Auflagen eine wichtige Rolle.“ Unter anderem sei es bereits gelungen, zwei der alten Räucheröfen wieder in Betrieb zu nehmen, sagte Fries.

Wer nach den amüsanten Texten aus Wien Lust auf mehr bekommen hat, kann sich ab sofort für eine von Sven Wlassack geleitete Fahrt in die geschichtsträchtige Kulturstadt Wien anmelden. Im Oktober werden maximal 15 Teilnehmer erneut die Möglichkeiten haben, unter dem Motto „Wien genießen“ die Stadt eine Woche lang von ihrer besten Seite zu erleben. Anmeldungen werden ab sofort von Sven Wlassack unter Tel. 0152/ 51701996 oder per E-Mail sawlas@web.de entgegengenommen werden, er gibt auch Auskunft über weitere Einzelheiten der Reise.


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