zur Navigation springen
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Eckernförder Zeitung

26. November 2014 | 21:08 Uhr

Interesse am Windkraft-Testgelände

vom

Rund 50 Zuhörer bei vorzeitiger Bürgerbeteilung für den geplanten Windpark "Hohenholm" /Lindauer Bürgerinitiative lehnt Pläne ab

Holtsee/Lindau | An der Gemeindegrenze zu Lindau auf dem Gut Hohenholm plant das Sehestedter Unternehmen, die Denker & Wulf AG, den Bau von drei Windkraftanlagen - in einer Größenordnung, wie es sie bislang in der Region noch nicht gibt. 150 bis 180 Meter hoch werden die 3,2-Megawatt-Anlagen sein, der Rotordurchmesser beträgt 114 Meter. Konkret handelt es sich dabei um drei Testanlagen für den Onshore-Betrieb. Wie Stefan Jux von der Firma Denker & Wulf auf der vorzeitigen Bürgerbeteiligung zu dem Planungsverfahren am Montagabend in Holtsee erläuterte, seien die Anlagen speziell für mittlere und schwache Windstandorte entwickelt worden. Bevor der Anlagentyp in "Serie gehe", müssten die neuen Komponenten und Werkstoffe getestet werden. Um eine Vergleichbarkeit der Testergebnisse zu gewährleisten und die Wechselwirkung der Anlagen zu untersuchen, sei es erforderlich drei Anlagen zu errichten, betonte Jux. Holtsee sei aufgrund seines gut ausgebauten Stromnetzes und der Nähe zur Firma Repower in Osterrönfeld ein guter Standort für das Testgelände.

Anzeige
Anzeige

Der Aufstellungsbeschluss ist bereits Mitte April von der Holtseer Gemeindevertretung einstimmig auf den Weg gebracht worden. Aus der Gemeinde Lindau kommt nun Kritik an den Plänen der Windkraftfirma. Unter dem Name "Lebenswertes Lindau" hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die enorme Belastungen durch Schattenwurf und Lärm für die Menschen in der Umgebung befürchten. Auch ein Rückgang der Immobilienpreise werde im Zuge des Windkraftanlagen befürchtet. Auf der Versammlung am Montagabend aber blieben scharfe kritische Stimmen eher aus, es überwogen konstruktive Nachfragen und das Interesse der Bürger an dem Vorhaben.

Holtsees Bürgermeister Ulfert Geertz (CDU) gestand ein, dass vor allem die Anwohner von Hennerode in Lindau durch die Windkraftanlagen betroffen sein könnten und versicherte, dass es im Rahmen des Planungsverfahrens weitere Gespräche mit der Bürgerinitiative aus Lindau geben werde.

Dass die Nachbargemeinde Lindau auch weiterhin lebenswert sein werde, das versicherte Torsten Levsen, Vorstandsvorsitzender der Denker & Wulf AG. Die ersten Wohngebäude lägen in einer Entfernung von etwa 550 Metern zu den Windkrafträdern. Die Geräusche der Rotoren würden nur in Ausnahmefällen, beispielsweise bei entsprechender Windrichtung, zu hören sein. Die Beeinträchtigung durch den Schattenwurf der Rotorblätter sei gesetzlich klar geregelt und werde unter acht Stunden pro Jahr liegen, so Levsen, der hervorhob, dass alle Grenzwerte eingehalten werden. Jörg Rassmus vom Planungbüro GFN mbh teilte zudem mit, dass es neben den Windkraftanlagen und einer Zuwegung zu dem Gelände keine weitere Bebauung dort geben werde.

Entwarnung konnte Matthias Vogel auf die Frage einer Einwohnerin geben, ob die so genannten "seltenen Erden", unter anderem, Neodym, in den Anlagen verwendet werden. Diese speziellen Metalle würden in China unter unmenschlichen Bedingungen abgebaut werden. Vogel betonte, dass diese Erden nur in getriebelosen Anlagen eingesetzt werden. In dem Anlagen-Typ der Firma Repower würden diese nicht benötigt werden.

Ganz auf die Seite der Windkraft schlug sich Lena Arp. Die Bornsteinerin verurteilte vor allem die Hauswurfsendung der Lindauer Bürgerinitiative, in der gegen die Pläne der Gemeinde und Denker & Wulf Stimmung gemacht werde. Sie bezeichnete diese Argumentation als "Wildmacherei" . Die Ängste der Anwohner könne sie nicht nachvollziehen. Angesichts der Gefahren, die durch die Atomkraft drohe, stünde sie voll hinter dem Ausbau regenerativer Energien.

Finanziell werde Holtsee von dem Projekt profitieren, sagte Andreas Betz. Die Gewerbesteuereinnahmen würden bei bis zu 25 000 Euro pro Jahr liegen, so der Leiter des Amtes Hüttener Berge. Zehn Prozent gehe an Sehestedt als Standortgemeinde des Unternehmens, 90 Prozent an Holtsee.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Mai.2011 | 07:17 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige