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Eckernförder Zeitung

24. Mai 2016 | 15:45 Uhr

Kolonie Kruse-Steenbeck : Integration zwischen Holzlaube und Gartenzwerg

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In der Kleingartenkolonie Kruse-Steenbeck packen alle mit an. Kurden, Russen und Deutsche renovieren gemeinsam eine Laube für die Familie Kaya. „Wir können alle voneinander profitieren“, sagt Kleingärtner-Chef Hermann Brütt.

Es ist ein Stückchen Freiheit, den freien Himmel über sich, Blumen, Pflanzen Sträucher und Bäume um sich herum, Vogelgezwitscher und der Duft der Natur. Ernten im eigenen Garten, frischer geht es nicht. Genau dies lieben die Kleingärtner in Eckernförde. 800 Gärten in 14 Anlagen hat der Kleingartenverein aufzuweisen. In der Kolonie Kruse-Steenbeck ist Lieselotte Mende Ansprechpartnerin, und dies im wahrsten Sinne des Wortes.

So verwundert es nicht, wenn am Sonnabendvormittag im Garten von Ayfer (36) und Suleyman Kaya (47) ein großes Hilfsangebot startet. Hier wird Integration praktiziert, berichtet der Vorsitzende Hermann Brütt. Das kurdische Ehepaar lebt seit 20 Jahren mit ihren fünf Kindern in Eckernförde. Ayfer und Suleymann sprechen ganz gut Deutsch, dennoch sind tagtäglich viele Hürden zu überwinden. Und auch einen Kleingarten topfit zu machen, ist gar nicht so einfach. Oft sind vom Vorpächter Altlasten von Holz bis Plastikmüll zurückgeblieben. Dann stellt sich die Aufgabe: Wohin damit und wie umweltgerecht entsorgen?

Unüberwindbare Hürden? Nicht in Eckernförde, Herman Brütt und sein Helferteam, allen voran Erwin Fey, Rolf Dettmann, und Alexander Arngold, sind zur Stelle und räumen den Garten der Kayas auf: „Wir wollen Integration praktizieren und möchten Hilfestellung geben.“ Dank des Kontaktes durch Uwe Bengius, dem 2. Vorsitzenden, zu der Integrationsbeauftragten des Landes, der SPD-Landtagsabgeordneten Serpil Midyatli, fand im vergangenen Jahr eine Zusammenkunft hauptsächlich kurdischer Frauen statt, die Vereinssatzung wurde übersetzt und Ayfer Kaya übernahm die Schnittstelle und Übersetzung bei Gesprächen für den Kleingartenverein. Hermann Brütts Vision: „Ich wünsche mir, dass wir in allen Kolonien diese Integration praktizieren, wir können alle voneinander profitieren. Dafür werde ich mich einsetzen.“

Ayfer und Suleymann Kaya strahlen, ihre Laube hat seit dem Wochenende wieder ein neues Dach, der Altmüll wird entsorgt und das Miteinander und Zusammenhalten macht sie glücklich. In dem kleinen alten Gewächshaus sind noch ein paar Paprika zu ernten, der Geruch von feuchter Erde lässt den nahen Winter erahnen, die Kayas aber haben Sonne im Gesicht. Das Helferteam ist sich einig: „Es macht Freude, sie zu unterstützen und Menschen mit ganz anderer Mentalität in die Gemeinschaft aufzunehmen.“

Das Projekt Integration im Kleingarten hat eine gute Zukunft, wenn genau dieser Gedanke weitergelebt wird, ist sich der Vorstand des Kleingartenvereins sicher.


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erstellt am 18.Nov.2014 | 06:36 Uhr

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