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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 11:22 Uhr

Kleingartenverein : Integration hautnah mit Hilfe aus der Politik

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Landtagspolitikerin Serpil Midyatli steht bei Integrationsproblemen im Kleingartenverein zur Stelle. Sie hat angekündigt, mit ihren Türkisch-Kenntnissen als Vermittlerin für Gespräche zu fungieren.

Politik einmal ganz praktisch: Weil sich nicht alle Kleingärtner mit Migrationshintergrund integrieren lassen, hat Uwe Bengius, 2. Vorsitzender des Kleingartenvereins Eckernförde, Kontakt zu Serpil Midyatli aufgenommen. Die SPD-Landtagsabgeordnete ist Sprecherin für Wohnungsbau, Integration und Migration ihrer Fraktion. Sie hat selbst einen türkischen Hintergrund, ist aber in Deutschland geboren und aufgewachsen. Schon öfter hat sie in Vereinen eine Vermittlerrolle übernommen – und sich auch jetzt wieder angeboten.

Die Teilnahme an der Gemeinschaftsarbeit lässt teilweise zu wünschen übrig, erklärt Uwe Bengius. Zudem werden nicht alle Gärten so gepflegt, wie es gewünscht ist. Regeln werden nicht beachtet. Hinzu kommen sprachliche Barrieren, die einen Austausch schwierig machen. Migranten leben dann in einer Anlage, ohne sich auf ihre Nachbarn einzulassen. Selbstverständlich gelte das nicht für alle, sagt Uwe Bengius: „Wir haben auch Mitglieder mit ausländischem Hintergrund, die hervorragend integriert sind.“

Menschen mit Migrationshintergrund haben einen Anteil von rund 13 Prozent an der Bevölkerung. In Kleingartenverereinen liegt dieseer Anteil jedoch mit 20 bis 25 Prozent wesentlich höher. Allerdings weiß Serpil Midyatli: „Das deutsche Vereinswesen ist im Ausland weitgehend unbekannt.“ Oft würden Migranten denken, dass die Vorsitzenden für ihre Arbeit bezahlt werden. „Sie wissengar nicht, dass alles ehrenamtlich organisiert ist.“ Am besten sei es, mit einem Mitglied mit ausländischem Hintergrund einen Termin in dessen Garten zu vereinbaren und alle anderen auch dazu einzuladen. „Als Gastgeber fühlen sie sich verpflichtet dafür zu sorgen, dass alle kommen“, sagt Serpil Midyatli. Mit ihren Kenntnissen in der türkischen Sprache kann sie als Dolmetscherin wirken, Missverständnisse aus dem Weg räumen und erklären, worum es den Kleingärtnern geht. Sie weiß: „Nicht alles kann man auf die andere Mentalität schieben.“ Wenn zum Beispiel eine junge Familie in erster Linie Interesse an einem Spielplatz für ihre Kinder und einem Platz zum Grillen zeigt, hat das nichts mit dem ausländischen Hintergrund zu tun. „Das ist bei Deutschen nicht anders“, weiß auch Uwe Bengius. Nicht verkehrt ist es laut Serpil Midyatli auch nicht, die Frauen auf ihre Seite zu bringen. „Nach außen sieht es zwar oft anders aus, aber oft haben die Frauen innerhalb der Familie die Hosen an.“ Ein erstes Gespräch soll in den kommenden Monaten erfolgen.

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erstellt am 06.Mai.2014 | 05:57 Uhr

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