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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 13:06 Uhr

Bürgermeisterwahl : Infoabend statt Schlammschlacht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bürgermeisterkandidaten Carlo Ehrich und Raoul Steckel stellen sich im Altenholzer Rathaus vor / Donnerstag erneuter Infoabend in Klausdorf

Altemholz | Carlo Ehrich oder Raoul Steckel – wer wird neuer Bürgermeister in Altenholz? Am 6. November haben die Altenholzer die Wahl. Am Freitagabend stellten sich Ehrich (geboren 1965) als Einzelbewerber und Steckel (geboren 1972) als Kandidat der CDU im Ratssaal des Rathauses den Bürgern vor.

Rund zwei Stunden dauerte die Veranstaltung, die Moderator Ralf Huber, Journalist aus Kiel, leitete. Dabei machte Huber gleich zu Beginn deutlich, dass die rund 130 Besucher vergeblich auf ein Rededuell oder einen Schlagabtausch warten würden, wie er derzeit in den USA bei Hillary Clinton und Donald Trump um das Präsidentenamt zu beobachten sei. Es gehe vielmehr darum, dass die Bürger die Kandidaten für die Wahl des hauptamtlichen Bürgermeisters kennenlernen und ihnen Fragen stellen könnten.

Bevor aber Fragen zur Person und zu Sachthemen Gehör fanden, konnte jeder Kandidat zehn Minuten zur persönlichen Vorstellung in Abwesenheit des Gegenkandidaten nutzen. Die Reihenfolge wurde ausgelost. Ehrich durfte starten. Beim nächsten Infoabend startet Steckel.

Amtsinhaber Carlo Ehrich, der als Einzelbewerber zur Wiederwahl antritt, da er sein Amt als Bürgermeister für alle Altenholzer, nicht nur für die SPD sehe, zog Bilanz: Schuldenabbau, neues Baugebiet, in dem fast alle Grundstücke verkauft wurden, ein weiteres Grundstück für Wohnbebauung an Bauträger vermittelt, Ausbau der Kindertagesplätze, Ansiedlung des THW-Kiel in der Gemeinde, Ausbau des Breitbandnetzes gestartet, Integration von Flüchtlingen, intensive Bemühungen zur Entwicklung des Ortsteils Stift (siehe Beitrag diese Seite) und die Aufnahme der Gemeinde in das Stadtbauförderprogramm von Bund und Land. „Wir haben viel erreicht, mit Ihnen möchte ich den Weg weiter beschreiten“, warb Ehrich.

Ganz anders die Vorstellung von Raoul Steckel. 2009 zog der Oberleutnant der Bundeswehr, der in Kronshagen Abteilungsleiter in einer Bundeswehrverwaltung ist, nach Altenholz. Er habe sich sehr willkommen gefühlt und sich ehrenamtlich politisch engagiert. Er ist für die CDU im Kreistag und Vorsitzender des Altenholzer Finanzausschusses. Er mag die Gemeinde und möchte als hauptamtlicher Bürgermeister mehr für die Gemeinde und ihre Bürger leisten. „Altenholz hat mehr verdient“, stellte er wiederholt fest, und Altenholz habe mehr Potenzial. Er wolle den Menschen mehr Lebensqualität verschaffen. „Wir alle haben es verdient, die Zukunft der Gemeinde gemeinsam zu gestalten“, sagte er.

Wie und wo er denn die Lebensqualität verbessern wolle, und wo hätten die Altenholzer mehr verdient, wollte in der anschließenden Fragestunde an beide Kandidaten eine Dame aus dem Publikum wissen. Steckel: Eine Mensa für das Schulzentrum, endlich eine Bebauung an der Ladenzeile in Stift, mehr Parkplätze an der Knooper Landstraße, mehr Straßenbeleuchtung, sanierte Radweg und Straßen sowie eine bessere Anbindung an den ÖPNV, vor allem für Klausdorf.

Beim Stichwort Mensa für das Schulzentrum horchte das Publikum auf. So hätte die CDU-Fraktion in der Gemeindevertretung doch bisher immer einen Mensabau verhindert, stellte ein Bürger fest. Woher denn der Sinneswandel komme, wollte er wissen. Es habe sich einiges verändert, so Steckel, so dass in der Fraktion das Thema neu betrachtet werde. Dabei verwies er auf Ideen der Stadt Kiel, das ehemalige MfG-5-Gelände als neuen Stadtteil zu erschließen. Und auch die vielleicht realisierbare Entwicklung von Wohnraum auf ehemaligen Flughafenflächen würde für einen Anstieg der Schülerzahlen in Altenholz führen. Er forderte dazu auf, Entwicklungen der Umlandgemeinden im Blick zu haben.

Über diesen Sinneswandel war auch Carlo Ehrich überrascht und stellte fest, dass die benannten Neuigkeiten doch so neu nicht seien. Als Bürgermeister habe er bereits in Kiel Gespräche geführt, damit dort die Wünsche Altenholz’ nach einer Einbeziehung in die Planung Berücksichtigung fänden. Hinsichtlich der Ladenzeile Stift verwies Ehrich auf das Gespräch bei der Landesplanung (Beitrag diese Seite) und betonte, dass er in all den Jahren noch von keinem Vorschlag gehört habe, der schneller, effektiver oder besser zu einer Entwicklung dort geführt hätte.

Hinsichtlich der Busanbindung vor allem von Klausdorf stellte Steckel fest, dass er dort eine Verbesserung für möglich halte. So sei erst jetzt im Regionalentwicklungsausschuss des Kreises, in dem er Mitglied sei, der Wunsch der Gemeinde nach einer verbesserten Anbindung durch die Autokraft erfolgt. Dem hielt Ehrich entgegen, dass es schon viele Versuche gab, das Angebot zu verbessern. Er denke nicht, dass die gemeinde etwas versäumt habe. „Hier kann ich kein Versprechen auf eine Verbesserung machen“, sagte er.

„Es ist gut gelaufen“, sagte Raoul Steckel nach der Veranstaltung. Besonders froh war er, dass viele an ihrer Gemeinde interessierte Bürger da waren, und das Informationsangebot nutzten. Die Fragen aus dem Publikum hätten ihn nicht überrascht, er sei vorbereitet gewesen.

Amtsinhaber Carlo Ehrich blickte entspannt auf den Abend zurück. „Es war sehr sachlich und ich bin zufrieden“, sagte er. Bis zur nächsten Infoveranstaltung werde er bezüglich der Busanbindung noch einmal prüfen, ob die Gemeinde etwas versäumt habe.

>Erneute Vorstellung am Donnerstag, 13. Oktober, 19 Uhr, Gemeindezentrum, Klausdorfer Str. 78b

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erstellt am 10.Okt.2016 | 06:57 Uhr

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