zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 03:04 Uhr

Fahrerflucht : Immer mehr Unfallfahrer flüchten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Verkehrsstatistik der Polizei zeigt Anstieg um 18,5 Prozent / Gesamtzahl der Zusammenstöße auf den Straßen im Kreis erreicht Rekordwert

Die Polizei verzeichnet einen alarmierenden Anstieg von Unfallflucht im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Im vergangenen Jahr haben 1239 Fahrer das Weite gesucht, nachdem sie einen Schaden verursacht haben. Damit stieg diese Zahl um 18,5 Prozent gegenüber 2014. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik der Polizeidirektion Neumünster hervor, mit der sich jetzt der Polizeibeirat des Kreises beschäftigte.

Es sind zum Teil dramatische Fälle, mit denen es die Polizei zu tun bekommt. Vor einem Jahr etwa krachte ein 43-jähriger Kieler mit einem mehr als 300 PS starken Audi-Geländewagen bei Dunkelheit und starkem Regen auf der Autobahn 215 in Höhe Mielkendorf von hinten auf einen kleinen Fiat. Dessen Insassen wurden schwer verletzt, denn trotz der widrigen Sicht war der Audi-Fahrer mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde auf den Wagen aufgefahren. Als einziger wurde er bei dem Aufprall nur leicht verletzt. Anstatt den Opfern zu helfen, flüchtete er zu Fuß über Felder und durch Wälder. Tage später stellte er sich der Polizei. Seine Verantwortungslosigkeit auf der Überholspur bescherte dem Unfallfahrer nicht nur starke Gewissensbisse, sondern auch eine Verurteilung: Er bekam vier Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung. Seinen Führerschein musste er für ein Jahr abgeben.

In den meisten Fällen handelt es sich jedoch nur um Blechschäden, die Fahrer dazu veranlasst, unbemerkt zu verschwinden. Etwa nach einem Rempler auf dem Supermarktparkplatz. Dann hat die Polizei kaum eine Chance, die Verursacher zu schnappen. Meistens ist sie auf Zeugen angewiesen, die Hinweise auf die Unfallfahrer geben können.

Die Statistik der Polizei zeigt auch, dass die Zahl der Unfälle im zweiten Jahr in Folge gestiegen ist. Während es im vergangenen Jahr rund 25 Prozent mehr Unfälle als 2013 gegeben hat, wuchs die Zahl von 2014 auf 2015 erneut, in dem Jahr um vier Prozent. Damit krachte es insgesamt 6686 Mal auf den Straßen des Kreises, damit erreicht die Zahl einen Höchststand der vergangenen sechs Jahre. In 995 Fällen kamen im vergangenen Jahr Menschen zu Schaden. Elf Beteiligte starben – drei weniger als 2014. Bei den Zusammenstößen wurden jedoch wieder mehr Menschen verletzt: 271 schwer (2014: 242) und 1037 leicht (2014: 1014). Hauptursachen waren Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren (25 Prozent) sowie zu hohes Tempo (23 Prozent). Die Polizei vermutet aber auch, dass es inzwischen eine hohe Dunkelziffer gibt, in denen Unfälle darauf zurückzuführen sind, dass Fahrer sich auf ihr Smartphone statt auf den Straßenverkehr konzentrieren.

336 Mal kam es zu Unfällen mit Fahrradfahrern. Das ist ebenfalls ein Rekordwert seit dem Jahr 2010. Außer einem Einbruch im Jahr 2013 steigt diese Zahl kontinuierlich. Gegenüber 2014 mit 306 Fällen sogar um rund zehn Prozent. Nahezu alle der Radler wurden bei den Unglücken verletzt, zwei sogar getötet. Aus der Statistik geht ebenfalls hervor, dass 47 Prozent der Fahrradfahrer den Unfall selbst verursachten.

Einen Rückgang verzeichnet die Polizei hingegen bei Unfällen mit Kindern. 2015 ereigneten sich insgesamt 103. Damit erreicht die Zahl in etwa das Niveau des Jahres 2010. Während die Beamten nach einem jahrelangen Rückgang geringfügig mehr Fahrer unter Alkohol erwischten (227), stieg die Zahl der Drogendelikte im Straßenverkehr sprunghaft von 125 auf 154 an.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 23.Apr.2016 | 06:37 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen