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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 02:53 Uhr

Bürgermeisterwahl in Altenholz : Immer eine neue Herausforderung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bürgermeisterkandidat privat: Ohne seine Frau Petra hätte Raoul Steckel sich nicht zur Kandidatur in Altenholz entschieden.

Altenholz | Am 6. November steht der Bürgermeister zur Wahl. Raoul Steckel tritt als Gegenkandidat zu Carlo Ehrich für die CDU an. In zwei Vorstellungsrunden stand er den Bürgern in Stift und Klausdorf schon Rede und Antwort. Jetzt stellt er sich den Lesern der EZ erneut vor.

Steckel wurde in Hagen, Westfalen, geboren und wusste nach dem Abitur eines genau: „Ich wollte auf keinen Fall zur Bundeswehr und entschied mich für die Ausbildung zum Rettungsassistenten bei der Berufsfeuerwehr“, erinnert der 44-Jährige sich. Den Aufstieg zum Brandinspektor konnte er sich damals gut vorstellen. Aber die Chance auf eine solche Stelle im gehobenen Dienst war nicht groß, also schnupperte er mit dem Wehrdienst doch mal in die Bundeswehr rein. Die Möglichkeiten reizten ihn und Steckel entschied sich für eine Karriere, die mit der Sanitätsschule in Würzburg begann, anschließend ging er zur Flugabwehr ins Sauerland. Zahlreiche Übungen führten ihn ins Ausland – nach Portugal, Norwegen, USA und weiter. Dann kam das Angebot, in die Offizierslaufbahn einzusteigen – das bedeutete weniger Soldatentum und mehr Verwaltung. Er spezialisierte sich auf den IT- und Kommunikationsbereich und belegte Fachlehrgänge in Mannheim, bevor er 2005 seine „erste Offiziersverwendung“, seinen ersten Einsatz, als Controller in Koblenz hatte. Richtig spannend wurde der Job aber, als Steckel nach Feldkirchen in Bayern kam. Er hatte die Aufgabe, das Personal für Auslandseinsätze zu finden, zusammenzustellen, darauf vorzubereiten und am Ende heil zurück zu holen. „Das war wirklich eine Herausforderung. Hier konnte ich alles, was ich bisher gelernt hatte, anwenden“, sagt er. „Aber es war nicht immer leicht – gerade auch menschlich“, erinnert Steckel sich.

Ein großer Einschnitt sei es gewesen, als Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg 2010 die Wehrpflicht aussetzte und sein Nachfolger, Thomas de Maizière, eine Reform ankündigte. Steckels Traum von einer langjährige Auslandsverwendung lies sich nicht verwirklichen. Aber dass er den Ruhestand im Norden verbringen wollte, war für den Westfalen schon klar, seit er in seiner Jugend viel Zeit in Heiligenhafen gewesen war: „Ich wollte immer wieder an die Ostsee“. Schon als er noch in Feldkirchen stationiert war, kaufte er das Haus in der Roten Kate in Altenholz, indem er heute mit seiner Frau wohnt.

2011 kam Raoul Steckel als Personaloffizier und Kompaniechef nach Boostedt. „Meine Insel der Glückseligkeit“, sagt er und lacht. Leider auch wieder nicht allzu lange, denn der Bundeswehrstandort wurde bis auf vier Stellen aufgelöst. „Ich hatte da ein geniales Team, einen tollen Stab“, schwärmt er. Gerade deshalb habe es ihm daran gelegen, die Verteilung der 60 Leute selbst in die Hand zu nehmen und mit teilweise erheblicher Mühe dafür zu sorgen, dass sie auf genau den Dienstort versetzt wurden, den sie sich wünschten. „Das hat bei fast allen auch geklappt“, sagt er, „darauf bin ich stolz“. Er lege viel Wert auf das Zwischenmenschliche und sei immer ansprechbar. „Ich kann zuhören und mag es, offen mit den Menschen zu kommunzieren“. Wohin er selbst am Ende kam, darüber hatte er sich kaum Gedanken gemacht. In Kronshagen wurde eine Stelle frei, dort arbeitet Steckel jetzt in der Überwachungsstelle für öffentlich-rechtliche Aufgaben des Sanitätsdienstes der Bundeswehr Nord als Abteilungsleiter Zentrale Aufgaben. „Wieder eine Insel der Glückseligkeit“, sagt er schmunzelnd. Er hat die letzten vier des Stabs aus Boostedt mitgenommen:„Wir haben jetzt wieder ein sehr gutes Team.“

Aber was die Arbeit bei der Bundeswehr ausmacht, das treibt ihn jetzt auch zur Kandidatur als Bürgermeister: Der häufige Wechsel halte geistig flexibel, man lerne viel und müsse anpassungsfähig sein. „Ich habe bei der Bundeswehr eigentlich alles durch – ich suche eine neue Herausforderung“, sagt Steckel. Er kenne den Bundeshaushalt gut, habe Erfahrungen im Personalmanagement und in der Verwaltung fast jede Funktion ausgefüllt. Nun möchte er ins Rathaus seiner Gemeinde. „Der Mensch lebt mit seinen Herausforderungen. Wer aufhört zu lernen, hört auf zu leben“, so Steckel.

Aber ohne starken Rückhalt hätte er sich nicht aufstellen lassen. Seine Frau Petra (45), die er vor fünf Jahren in Kiel kennen gelernt und in diesem Jahr am 23. Juli auf Gut Knoop, geheiratet hat, unterstützt ihn in seinen Vorhaben. „Wir sind ein Team“, sagt Raoul Steckel.

Er liest gern, vor allem Biografien oder über die Kunst des Mittelalters bis zum Barock. Sein Lieblingsmaler aber ist der russische Expressionist Vasily Kandinsky. Mit seiner Frau gemeinsam hat er die Liebe für die 50er-Jahre – die Musik und die Filme haben es den beiden angetan. Und noch etwas haben beide gern: gutes Essen. Selbst kochen, muss Raoul Steckel aber nicht unbedingt. „Im Kochen und Handwerken ist meine Frau besser“, sagt er lachend. Größere Reisen macht das Paar zur Zeit nicht. Sie haben zwei Katzen, die gesundheitlich angeschlagen sind. Deshalb beschränken sie sich auf Wochenendausflüge. Aber auch hier gibt es einen gemeinsamen Traum: Einmal die Transatlantikpassage mit dem Kreuzfahrtschiff Queen Mary – das könnten sie sich schon gut vorstellen.

Den Wahlsonntag wollen sie ganz entspannt angehen. Gemütlich frühstücken und spazieren gehen. Wenn das Ergebnis feststeht, gibt es eine Party – ganz unabhängig vom Ergebnis.

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erstellt am 28.Okt.2016 | 05:33 Uhr

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