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Erste öffentliche Sitzung : Ifra überlässt Nooröffnung nicht nur den Ästheten

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die interfraktionelle Arbeitsgruppe (Ifra) zur Nooröffnung misst inhaltlicher Nutzung der Wohngebäude mindestens ebenso viel Bedeutung zu wie der äußeren Gestaltung. Einwohnerversammlung am 2. Juni in der Stadthalle.

Eckernförde | So arbeitet also die interfraktionelle Arbeitsgruppe (Ifra) zur Vorbereitung des Investorenwettbewerb „Binnenhafen - Nooröffnung“: nichts Geheimbündlerisches, eigentlich wie alle andere Arbeitsgruppen und Ausschüsse auch. Nur stand diese Arbeitsgruppe unter besonderer Beobachtung, weil sie bisher zweimal unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagte, was kritisiert wurde. Um es vorweg zu sagen: Es war eine lebendige Sitzung mit konstruktiven Vorschlägen und guten Resultaten. Im Fokus stand nach der Aufarbeitung der Ergebnisse des Workshops vom 25. April (wir berichteten) vor allem die Vorbereitung der Einwohnerversammlung, die am Dienstag, 2. Juni, um 18.30 Uhr in der Stadthalle stattfinden wird, und die Kino-Optionen (siehe nebenstehenden Bericht).

So fürchterliche Anziehungskraft auf die Öffentlichkeit, wie es angesichts nicht enden wollender Kritik am Verfahren manchmal den Anschein hatte, schien die Sitzung dann aber gar nicht auszuüben. Es verloren sich am Dienstagabend vielleicht zehn Interessierte im Ratssaal, darunter eine Abordnung der Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“, die dann auch das Gros der Besucher stellte. Und von der gab’s vorweg ein Lob: „Danke für die Veranstaltung am 9. Mai an der künftigen Nooröffnung. So haben wir uns das vorgestellt“, sagte Sprecher Dr. Falk Buettner. Besonders gut gefiel ihm die abgekreidete Fläche des künftigen Wasserfläche.

Dem Lob konnte sich auch Arbeitsgruppenleiterin Katharina Heldt (CDU) anschließend, die dann zügig durch den Abend moderierte und Alexandra Dahmen von vom Sanierungsträger BIG Städtebau das Wort erteilte. Das Innenministerium lege Wert darauf, dass sich die Umsetzung am abgestimmten städtebaulichen Entwurf orientiere, sagte Dahmen nach einem Termin im Ministerium. Sie umriss nochmals die wesentlichen Ergebnisse des Workshops, viele Punkte, über die weitgehend Einigkeit bestehe, müssten noch konkretisiert, entschieden und „mit Leben erfüllt werden“. Das betrifft sowohl die Bebauung an der Wasserkante (kleinere Wohneinheiten oder Geschosswohnungsbau oder eine Mischform), im Innenbereich der Nooröffnung (dreigeschossige Mehrfamlienhäuser, Tiefgarage, kleinteiliges Gewerbe am Schulweg) sowie in der Gaehtje- und Noorstraße, wo ebenfalls noch großer Abstimmungsbedarf über die Bebauung besteht. So ist an der Gaehtjestraße eine zweigeschossige Bebauung mit einer Traufhöhe von sechs Metern plus Satteldach angedacht, alternativ eine eineinhalbgeschossige Bebauung. Es soll Sichtachsen zum Hafen geben und gegebenenfalls wird zugunsten der Bushaltestelle auf ein Baufeld verzichtet. In der Noorstraße ist wegen der starken Lärmemissionen aus mehreren Quellen keine Wohnbebauung geplant, sehr wohl aber der Bau von Freizeiteinrichtungern wie einer Indoorhalle. Am Steindamm wird Gastronomie und eine maritime Nutzung präferiert. Binnenhafen und Nooröffnung sollen in jedem Fall „umlaufbar“ sein.

„Fast alles, was wir im Workshop erarbeitet haben, ist machbar“, freute sich Heinz-Michael Kornath (CDU) über den breiten Konsens bei der Vielzahl der Projektideen. Die Arbeitsgruppe war sich einig, dass die vorgeschlagene Einrichtung einer Badestelle und der Bau einer „stehenden Welle“ in der Nooröffnung ad acta gelegt werden. „Wir haben keine Luftschlösser formuliert, die Dinge sind umsetzbar“, sagte Martin Klimach-Dreger (SPD). „Das ist ein Wohngebiet und kein Abenteuerpark“, erklärte Edgar Meyn (Grüne). Bürgermeister Jörg Sibbel betonte, dass es für die Arbeitsgruppe wichtig sei, zwar mit konzeptionellen Vorstellungen aber offen in die Einwohnerversammlung zu gehen, um die Vorschläge der Bürger anschließend mit in die Beratungen und Entscheidungen einzubeziehen.

Bürgervorsteherin Karin Himstedt (CDU) verdeutlichte, dass es bei der Nooröffnung entscheidend darauf ankommt, „was wir wollen“. Zum Beispiel soziales Wohnen, bestimmte Wohnformen, Schaffung von Betreuungs- und Begegnungsmöglichkeiten. Diese Vorgaben müssten in die Ausschreibung des Investorenwettbewerbs eingearbeitet werden. „Wir wollen bestimmte Ziele realisiert wissen, erst dann kommen die Interessen eines Investors“. So seien an der Hafenspitze exklusive Eigentumswohnungen in großer Zahl entstanden, ein Mietwohnungsbau an der Nooröffnung wäre da eine gute Ergänzung. Eine kleinteilige Einfamilienhaus-Reihe an der Nooröffnung wäre da weniger passend. „Wer bringt das beste Konzept anhand unserer Vorgaben“, lautet Himstedts Credo. Die inhaltlichen Aspekte seien „mindestens genau so wichtig wie städtebauliche Fragen“. Würde man sich auf rein städtebauliche Aspekte beschränken, „wäre das zu kurz gesprungen“. Es gehe um soziale Anforderungen und nicht nur um Schöner Wohnen in Eckernförde. Oder wie Edgar Meyn sagte: „Wir brauchen keinen Pflaumenbaum und Terrassen an der Nooröffnung, wir brauchen Wohnplätze.“ Frauke Piechatzek stimmte zu: „Wir wollen sozialen Wohnungsbau an der Nooröffnung und keine zweite Hafenspitze.“

 

 

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erstellt am 15.Mai.2015 | 06:27 Uhr

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