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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 21:27 Uhr

NEUES JAHRBUCH 2016 : Hochaktuell und voller Zeitgeschichte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Heimatgemeinschaft Eckernförde stellte gestern Abend im Carls ihr neues Jahrbuch vor. Auf 416 Seiten offeriert das Werk eine große Vielfalt an Themen: Von der Windkraft, Grren Screen bis zu Gulag-Opfern.

Eckernförde | Das neue Jahrbuch der Heimatgemeinschaft liegt vor. Gestern Abend wurde das 416 Seiten umfassende Werk im Carls öffentlich vorgestellt. Zur Präsentation konnte Vorsitzende Dr. Telse Stoy rund 40 der insgesamt 52 Autoren begrüßen. Die Mischung an Themen und Autoren macht den Reiz dieses 74. Jahrbuches aus. Neben bereits bekannten sind in diesem Werk auch wieder neue Autoren vertreten. „Hier geht es um Wissen über Geschichtliches und Aktuelles, Naturkundliches und Plattdeutsch und auch ein bisschen Unterhaltung“, sagte Dr. Stoy in ihrer Begrüßung. Gemeinsam mit Dr. Heinrich Mehl und Bärbel Hoffmann ist die Ascheffelerin für die Redaktion des Jahrbuches zuständig.

Es handelt sich nicht nur um Beiträge, die in Eckernförde oder der Region zu platzieren sind. Einige behandeln Geschehnisse, die sich weit entfernt der Landesgrenzen abgespielt haben. „Hilde Faehse – von Eckernförde in den Gulag“ betitelt Dr. Frauke Dettmer ihren Aufsatz, einer der sieben Beiträge, die sich hinter dem Kapitel Zeitgeschichte verbergen. Faehse gebar 1926 Zwillinge in Eckernförde und engagierte sich Anfang der 30er-Jahre als Frauenleiterin in der KPD (Kommunistische Partei Deutschland). Auf Verlangen ihres Mannes Otto Faehse emigrierte sie 1934 über Dänemark nach Stalingrad. Auf der Grundlage von Akten im Russischen Staatlichen Archiv für Sozial-Politische Geschichte in Moskau versucht die Autorin, Hildes Schicksal nachzuvollziehen, denn sowohl ihr als auch der Verbleib ihrer beiden Töchter ist bis heute ungeklärt. Dem Leser gibt die Autorin, ehemalige Leiterin des Jüdischen Museums in Rendsburg, einen Einblick in die Arbeit damaliger kommunistischer Organisationen wie die Internationale Hilfsorganisation für die Kämpfer der Revolution. Aber auch brandaktuelle Themen finden in dem neuen Jahrbuch ihren Niederschlag. So widmet sich die Holzdorferin Sylvia Green-Meschke dem Reizthema „ Ausbau der Windkraft im Altkreis Eckernförde“. Hannah Sliwka und Claus Müller vom Ostsee-Info-Center thematisieren den Schutz von Schweinswalen und tauchenden Meeresenten durch die Fischer. Größtenteils kommen die Autoren aus dem angestammten Verbreitungsgebiet der Heimatgemeinschaft. Dr. Anthony Hamber aber lebt in London. In seinem Beitrag „Als estnische Displaced Person in Eckernförde“ beschreibt er das Leben seiner estnischen Mutter Aita Sell. Als 22-Jährige pflegte sie im damaligen Grauerthaus einige der Jüdinnen, deren Namen auf dem Gedenkstein auf dem Friedhof Mühlenberg zu lesen sind. Unter ihnen war die elfjährige Herta Kaplan, deren Name auf dem Gedenkstein wie die anderen Namen fast verblasst ist, deren erschütterndes Schicksal in Hambers Beitrag aber wieder lebendig wird. Nach so viel Theorie gab es nach der Pause noch etwas zur Erholung und fürs Gemüt. Marianne Ehlers vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund gab einen charmanten Einblick in ihre Arbeit „Över mien plattdüütschen Schrievdisch in Molfsee un noch veel mehr“, und Dr. Uwe Bonsen las seine Geschichte „Melkfever oder wodennich dat kamen is, dat ik Schollmeister wurrn bin“.

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Ab heute ist das Jahrbuch im Buchhandel erhältlich.

Preis 18 Euro

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erstellt am 11.Nov.2016 | 04:23 Uhr

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