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Eckernförder Zeitung

06. Dezember 2016 | 15:16 Uhr

Interview : Günther und der Papst-Segen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Eckernförder Landtagsabgeordnete Daniel Günther hat Papst Franziskus um Segnung eines Bildes aus seiner Peter-und-Paul-Gemeinde gebeten.

Herr Günther, Sie waren am Montag mit dem Ministerpräsidenten Torsten Albig zu einer Privataudienz bei Papst Franziskus im Vatikan. Wie kam es dazu?

Das Land Schleswig-Holstein hat seit dem Jahr 2009 einen Staatsvertrag mit dem Vatikan, der das Zusammenwirken der katholischen Kirche mit dem Land zum Inhalt hat. Der Vatikan hat im vergangenen Jahr eine Einladung an den Ministerpräsidenten mit Begleitung ausgesprochen. Da hat er gleich an mich als einzigen bekennenden Katholiken im Landtag gedacht, mich angerufen und gefragt, ob ich mitkommen möchte.

Obwohl Sie der Oppositionsführer sind?

Ja, das war schon wirklich eine starke Geste von ihm.

Brauchten Sie Bedenkzeit?

Auf gar keinen Fall. Mit einem Besuch beim Papst wurde mir ein Lebenstraum erfüllt.

Wie verlief die Audienz?

Wir kamen am Sonntag an. Am Montag bekam nach einer Messe in den Gewölben des Petersdoms direkt neben dem Petrusgrab zunächst der Ministerpräsident eine Vier-Augen-Audienz in der Privatbibliothek des Papstes. Nach 10 bis 15 Minuten läutete eine Klingel, und wir durften eintreten.

Waren Sie nervös?

Ja, aber nicht negativ, sondern positiv angespannt, weil ich mich darauf gefreut habe.

Wie ging es weiter?

Weil ich der erste Parlamentarier war, wurde ich als erstes dem Papst vorgestellt. Man gibt ihm die Hand und kann mit ihm besprechen, was einem wichtig ist. Die Gelegenheit habe ich genutzt und ihn gebeten, ein Bild aus meiner Kirchengemeinde Peter und Paul in Eckernförde segnen zu lassen.

Warum dieses Bild?

Ich bin in der Gemeinde fest verwurzelt. Wenn ich als Gemeindeglied zum Papst fahre, wollte ich etwas mitzubringen, wovon auch die Gemeinde etwas hat. In Abstimmung mit Pfarrer Wolfgang Johannsen und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchengemeinderates Christof Schreiber hat mir Ursula Vondenhof, die ebenfalls dem Kirchengemeindenrat angehört, einen Druck vom Kirchenfenster im Eingangsbereich der Kirchengemeinde mitgegeben. Auf diesem Bild sind die beiden Namenspatronen Petrus und Paulus zu sehen.

Wie haben Sie sich unterhalten?

Er spricht ein bisschen Deutsch, sagt zum Schluss zum Beispiel „Bete für mich, denn meine Aufgabe ist eine schwere Aufgabe, die ich zu tragen habe.“ Ansonsten hat ein Dolmetscher übersetzt.

Worum ging es dabei?

Ich habe ihn gebeten, ein Foto meiner Tochter Frieda zu segnen. Sie ist sieben Monate alt und vor sechs Wochen getauft worden. Er hat auch ihren Namen genannt, als er sie gesegnet hat. Hinterher waren wir noch beim Regierungschef der Vatikanstadt und haben mit ihm über den Gottesbezug in der Landesverfassung, den Klimaschutz und die Flüchtlingspolitik in Deutschland gesprochen, die er sehr gelobt hat.

Wieviel hat Ihnen diese Audienz bedeutet?

Es war die Erfüllung eines Lebenstraums. Wenn ich überlege, wen ich in meinem Leben gern einmal getroffen haben möchte, fällt mir niemand ein, bei dem ich es mir mehr wünschen würde. Papst Franziskus ist das Gegenstück zu dem, was die großen Räumlichkeiten vermitteln. Die Bescheidenheit, die er predigt, lebt er auch. Er ist sehr ruhig und demutsvoll. Ich bin immer noch beeindruckt.

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erstellt am 12.Okt.2016 | 06:18 Uhr

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