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Eckernförder Zeitung

04. Dezember 2016 | 13:17 Uhr

Fritz-Reuter-Schule : Grundschule beschreitet neue Wege

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Viele Änderungen im kommenden Schuljahr: flexible Eingangsphase, Lernwerkstätten, keine Zeugnisnoten mehr.

Eckernförde | Die Fritz-Reuter-Schule ist im Umbruch: Der Regionalschulteil läuft in zwei Jahren aus, übrig bleibt eine reine Grundschule. Und auf die stellt sich das Kollegium um Schulleiter Simon Steinmetz schon frühzeitig ein. Für das kommende Schuljahr stehen einige Änderungen bevor, die den Schulalltag stark beeinflussen werden.

Zum einen beginnt nach den Sommerferien die sogenannte flexible Eingangsphase: Die neuen Erstklässler werden mit den bisherigen Erstklässlern in drei Klassen jahrgangsübergreifend unterrichtet. Das ist ein starker Einschnitt, denn bislang wurde das Lerntempo durch den Klassenverband vorgegeben. Wer nicht mitkam, wiederholte eine Klasse, fing aber zwangsläufig wieder ganz von vorne an, auch wenn er nur in Teilbereichen Schwächen hatte. Andere wiederum haben sich vielleicht im Unterricht gelangweilt, weil sie den Stoff schneller als andere begriffen haben.

Nun werden aus den bestehenden beiden ersten Klassen drei Klassen, auf die die neuen Erstklässler aufgeteilt werden. Der Lehrer muss also individuell auf die Schüler eingehen und sie nach ihrem jeweiligen Stand unterrichten.

„Der Vorteil ist, dass jeder Schüler nach seinem eigenen Tempo lernen kann“, sagt Schulleiter Simon Steinmetz. „Die starken Schüler können den Schwachen helfen, und übernehmen dadurch Eigenverantwortung.“ Die schwachen Schüler dagegen kommen nicht zu jüngeren Kindern in einen neuen Klassenverband und werden nicht als Versager abgestraft. Sie müssen nicht den Stoff des vergangenen Jahres von Anfang an wieder durchnehmen, sondern können dort weiter unterrichtet werden, wo sie ihre Probleme haben. „Wir führen praktisch das System fort, das die Kinder auch schon im Kindergarten kennengelernt haben“, so Konrektorin Sabine Herrmann.

Das Konzept übernehmen die Eckernförder Lehrer von der Waldschule in Flensburg, die im vergangenen Jahr den Deutschen Schulpreis gewonnen hat. „Wir haben viel hospitiert und sind total überzeugt von dem System“, sagt Simon Steinmetz.

Zum jahrgangsübergreifenden Unterricht passen auch die neuen Lernwerkstätten, die die Lehrer während der Sommerferien einrichten. In ihnen wird es die Möglichkeit geben, sich zu einzelnen Themenbereichen auszuprobieren und Experimente durchzuführen – ebenfalls jahrgangsübergreifend.

Ebenfalls im kommenden Schuljahr wird es statt der Zeugnisnoten differenzierte Bewertungen einzelner Leistungsbereiche geben – von der ersten bis zur vierten Klasse. Kann der Schüler in Deutsch zum Beispiel deutlich sprechen oder Gehörtes nacherzählen? „Das ist wesentlich aussagekräftiger als eine pauschale Note“, so Simon Steinmetz.

Die Schule richtet zudem im neuen Schuljahr eine Müslistation in der Mensa ein, an der Kinder morgens ein verpasstes Frühstück nachholen können. Wie in den Vorjahren wird es sowohl in der 3. als auch in der 4. Klasse Schwimmunterricht geben. „Wir bekommen immer mehr Nichtschwimmer“, sagt Simon Steinmetz. „Und das, wo wir soviel Wasser in Schleswig-Holstein haben. Das geht nicht.“

Es gibt also viel Neues an der Schule, die seit einem Jahr auch einen Schulhund hat: Die Golden-Retriever-Dame Chloey von Stefanie Karbe sorgt für ein angenehmes Arbeitsklima in den Klassen. „Die Schüler geben Acht auf den Hund“, erklärt Steffie Karbe. „Sie sind ruhiger, kümmern sich um ihn, lesen ihm ihre Hausaufgaben vor und lernen, die Körpersprache von Hunden zu deuten und ihre Ängste Hunden gegenüber abzubauen.“

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erstellt am 22.Jul.2016 | 06:31 Uhr

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