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Eckernförder Zeitung

05. Dezember 2016 | 21:43 Uhr

Grünes Dach : Grüne Sprösslinge auf Behörden-Bau

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dach des Kreishauses wächst allmählich zu / Pflanzen bieten Schutz und Kühlung / Strom aus Solarmodulen wird direkt in Büros verbraucht.

Rendsburg | Rendsburg ist um eine Grünfläche reicher. Wer sie sehen will, muss jedoch in den oberen Stockwerken des Kreishauses an der Kaiserstraße aus dem Fenster schauen. Denn die öden Flachdächer des Verwaltungsgebäudes entwickeln sich zum Klima-Biotop. Dort sprießen Pflanzen seit kurzer Zeit in sattem Grün. Zudem produzieren zahlreiche Photovoltaikanlagen Strom, der direkt in den Behörden-Büros verbraucht wird.

Das Gründach bildet den „krönenden“ Abschluss der über mehrere Jahre andauernden Außensanierung des Kreishauses. Unter anderem wurden die Fenster erneuert. Nachdem auch die Teerpappe auf den terrassenartig angeordneten Flachdächern für die kommenden Jahrzehnte fitgemacht wurde, erhielt die Eindeckung im Frühjahr dieses Jahres eine neun Zentimeter dicke Schicht aus Vulkangestein und Mutterboden , die auf Kunststoffplatten ausgebracht wurde. Im Mai folgte die Aussaat, jedoch nicht mit herkömmlichem Gras. Was derzeit auf mehr als 2000 Quadratmetern Grünfläche wächst, entsteht aus Sedumsprossen fünf verschiedener Pflanzenarten. Bei diesen Sprossen handelt es sich um Kopfstecklinge, die leicht wurzeln und mit der Zeit einen dichten Pflanzenteppich bilden. Noch bedecken die dickblättrigen und saftreichen Pflänzchen den Untergrund nicht vollständig. Laut Hans-Joachim Paulsen vom Gebäudemanagement des Kreises sollen sie eines Tages bis zu 20 Zentimeter groß werden. Auf sechs Dachflächen vom Erdgeschoss bis zum sechsten Stock soll der Bewuchs dafür sorgen, dass das Wasser bei starkem Regen erst nach und nach statt sturzartig an die Kanalisation abgegeben wird. „Außerdem schützt er, denn die Dacheindeckung wird nicht mehr durch die Witterung beansprucht“, sagte Paulsen. Darüber hinaus heizt sich das Dach bei Sonneneinstrahlung nicht so stark auf. Die natürliche Kühlung wirke sich zudem positiv auf die Solarmodule aus, die dadurch einen höheren Wirkungsgrad erzielen. Einmal im Jahr wird die grüne Fläche gepflegt, denn „Bäume sollen dort ja nicht wachsen“, sagte Paulsen.

Die neu installierten Photovoltaikanlagen können dem Gebäudemanager zufolge eine Spitzenleistung von 70 Kilowatt erreichen. Das ist die höchstmögliche Leistung unter Standardbedingungen. 98 Prozent der auf diese Weise erzeugten Energie geht direkt in den Verbrauch des Kreishauses. „Nur samstags und sonntags wird der Strom ins öffentliche Netz eingespeist, an den anderen Tagen handelt es sich um Eigenstrom. Wir wollen damit ja kein Geld verdienen, sondern unseren eigenen Bedarf decken“, so Paulsen. Wie sich das auf die Energiebilanz des Kreishauses auswirkt, lasse sich noch einem knappen Vierteljahr Betriebszeit noch nicht sagen. Für das Gründach mit den Solaranlagen gibt der Kreis laut Paulsen 130  000 Euro aus. Gefördert wurde das Projekt mit 60  000 Euro aus Mitteln der Aktiv-Region.

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erstellt am 25.Aug.2016 | 05:46 Uhr

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