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Eckernförder Zeitung

25. September 2016 | 14:16 Uhr

Preisverleihung Green Screen 2016 : „Green Screen, Ihr seid supergeil“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Zurück zum Urwald – Nationalpark Kalkalpen“ ist bester Film des Festivals. Das Nachwuchstalent Philipp Hoy aus Eckernförde gewinnt den Kurzfilmpreis beim 10. Internationalen Naturfilmfestival.

Eckernförde | Er hüpft im Takt und die Tanzfläche macht es ihm nach: Filmemacher Oliver Goetzl stand am Sonnabend kurz nach Mitternacht im Stadthallenrestaurant selbst hinter dem Mikrofon, hinter ihm seine Band „Knabenkraut“. Er sang und sprang, ebenso seine Filmerkollegen. Kollegen, die zuvor in der Stadthalle eine professionelle Preisverleihung des 10. Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen erlebt hatten – mit Jubel, Tränen und Lachern.

Jubel kam bei den Preisträgern immer wieder auf, besonders bei Katja Becker und Jonathan Happ aus Lüneburg, die mit ihrem Film „Legacy Warnings!“ die Kategorie für den besten Newcomer gewannen. „Green Screen, Ihr seid supergeil“, rief Katja Becker. Beide hätten in den vier Tagen viele neue Freunde gefunden, aber nie gewusst, ob sie professionell genug sind, um in der Szene auf Augenhöhe mitzumischen. Jetzt wüssten sie es, sagte Jonathan Happ: „Green Screen 2016, ich glaube, ich bin jetzt Filmemacher!“

Zuvor hatte der ausverkaufte Saal unter der Moderation eines souveränen Christian Schröder wieder launige Sprüche von Festivalleiter Gerald Grote gehört, der sich diesmal in einem Poetry Slam zum Thema „Zehn“ versuchte – stilecht mit digitalem Applausometer auf dem T-Shirt. Der Saal hatte die erfrischende Moderation der Jugendjury erlebt, bei der Lili Junikiewicz (13) gekonnt die Spannung auf den Höhepunkt zu treiben wusste und immer wieder auf die Schwere der Entscheidung hinwies. Und er hatte die Tränen von Christian Hermann gesehen, als er zusammen mit Udo Zimmermann eben diesen Preis der Jugendjury für den Film „Himmelsvögel – Die Kraniche von Bhutan“ entgegennahm. Am Ende tanzte wieder wie fast bei jedem Festival der Weltreisende Matt Harding über die Leinwand, diesmal – Überraschung – mit Green-Screen-Maskottchen Palle in Hamburg. Das war das Zeichen, dass die Preisverleihung zuende war und die Party beginnen konnte. Nach drei Stunden Preisverleihung tat das auch jedem gut.

Aus der Feierlaune waren die fast 150 Filmemacher in den vergangenen Tagen gar nicht erst rausgekommen. Schon bei der Eröffnung am Mittwoch war der Abend lang, nicht zu vergessen am Freitag, an dem sich die Naturfilmer in der Alten Fischräucherei trafen. Hier saßen die alte Hasen beim Bier zusammen, darunter auch die ersten Preisträger: Sven Bohde hat mit seinem Film „Der Eimersee“ den besten Kurzfilm für Kinder eingereicht, während der Eckernförder Nachwuchsfilmer Philipp Hoy kurz zuvor in der Galerie 66 den Preis für den besten Kurzfilm gewonnen hatte. „Supertoll“, sagte er. „Damit habe ich nie im Leben gerechnet.“ Sprach’s, warf die Arme hoch und stürzte sich in der Fischräucherei ins Getümmel, um die ersten Kontakte für seine Karriere als Naturfilmer zu knüpfen. Da half vielleicht schon das stundenlange Gespräch mit Unterwasser-Papst Thomas Behrend aus Hamburg oder auch mit der selbstständigen Kamerafrau Marlen Hundermark, die selbst erst vor einigen Jahren über Green Screen einen Fuß in die Filmertür bekommen hatte und mittlerweile den Sprung geschafft hat.

Vielleicht benötigt sie ja einen Praktikanten für Unterwasseraufnahmen, wenn sie ihren neuen Film über den Gardasee dreht. Die Idee dazu hatte sie tags zuvor beim „Pitching-Seminar“ vor zehn Entscheidungsträgern von Fernsehanstalten und Produktionsfirmen vorgestellt – und war auf viel Interesse gestoßen. Und das war einer von vier Workshops für die Filmemacher. Alle waren ausgebucht. Alle Filmemacher sagen: „Mehr davon.“ Green Screen hat sich etabliert.

 

Die Preisträger:

Bester Film: Zurück zum Urwald – Nationalpark Kalkalpen

Regie: Rita Schlamberger

 

Beste Kamera: Wüstenkönige – Die Löwen der Namib

Regie und Kamera: Will und Lianne Steenkamp

 

Beste Musik: Magie der Moore

Regie: Jan Haft; Musik: Jörg Magnus Pfeil

 

Beste Postproduktion: Zurück zum Urwald – Nationalpark Kalkalpen

Regie: Rita Schlamberger, Schnitt: A. Naylor, O. Sacic

 

Beste Story Tiermythen – Im Auge des Löwen

Buch/Regie: Angela Graas-Castor

 

Beste Unabhängige Produktion: Kangaroo Island – Life on edge

Regie: Samuel Chen

 

Bester Meeresfilm: Die Eroberung der Meere und die Macht der Wissenschaft

Regie:  M. Mönch, A. Lahl

 

Ökologie- und Wissenschaftsfilm: Acid Ocean

Regie:  Sally Ingleton

 

Bestes Tierverhalten: Life Force – Borneo

Regie:  Satoshi Okabe

 

Green Report: Hotet på Havet – Shipping Pollution

 Regie: Folke Rydén

 

Newcomer Legacy: Warnings!

Regie: Katja Becker, Jonathan Happ und Jean Jacques Schwenzfeier

 

sh:z-Publikumspreis: Der Strauß – Zum Laufen geboren

Regie: Mike Birkhead, Martyn Colbeck

 

Wildes SH: naturnah – Kampf ums Gewächshaus

 Regie: Tim Oliver Boehme

 

Heinz Sielmann Filmpreis: Wildes Deutschland – Der Chiemsee

Regie:  Jan Haft

 

Preis der Jugendjury: Himmelsvögel – Die Kraniche von Bhutan

Regie: Christian Herrmann und Udo A. Zimmermann

 

Bester Kurzfilm: Kalmare vor der Haustür

Regie: Philipp Hoy

 

Bester Kurzfilm für Kinder: Der Eimersee

Regie: Sven Bohde

 

Eekholt Nachwuchsfilmpreis: Klein und allein

Marlene Michaelis, Stella Groß, Lotta von Bargen und Lena Greiner

 

Jugendfilmpreis Wildes Schleswig-Holstein: Die Wildnis vor meiner Haustür

Thies Hinrichsen

 

CAMäleon Filmclip: Grünes Wunder

Karin Lorenz

 

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erstellt am 19.Sep.2016 | 06:42 Uhr

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