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Eckernförder Zeitung

26. September 2016 | 09:02 Uhr

Festivalmacher ziehen Bilanz : Green Screen bleibt in der Erfolgsspur

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Internationale Naturfilmfestival meldet neue Rekordzahlen und kündigt Neuerungen für 2017 an. Auf der Wunschliste steht ein Kinosaal für 200 Besucher.

Eckernförde | Die fünf rauschhaften Tage sind vorüber. 155 Filmvorführungen und Veranstaltungen – so viel wie noch nie –, 150 Filmemacher aus aller Welt zu Gast – so viel wie noch nie –, und 17  100 Festivalbesucher – natürlich ebenfalls so viel wie noch nie. Einer, der für diesen Rausch mitverantwortlich ist, ist Gerald Grote. Der Festivalleiter hatte gestern einen regelrechten „Festivalkater“. Etwas erschöpft, aber rundum zufrieden zog er gemeinsam mit seinem Führungsteam eine sehr positive Bilanz des 10. Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen vom 14. bis 18. September.

Die neuen Rekordbesucherzahlen waren dabei nur ein Thema. Zählt man zu den 17  100 Festivalbesuchern alle Sonderveranstaltungen wie die Exkursion ins dänische Sonderburg am kommenden Freitag, bei der 1500 Zuschauer im Alsion erwartet werden, das Strand- oder Bonbonkino, die Winterfilmreihe oder die sh:z-Filmtour mit einer erneuten Steigerung und über 3000 Besuchern mit dazu, kommt man unter dem Strich auf gut 30  000 Besucher, die sich die Naturfilme angesehen haben. Allein das ist ein überragendes Ergebnis und macht Green Screen zum bestbesuchten Naturfilmfestival in ganz Europa – und das ohne ein kommerzielles Kino. Nicht nur die Zahlen stimmen, auch die Organisation und Durchführung, die Qualität der Filme, das Seminarangebot für die Naturfilmer und die Unterstützung durch die rund 120 ehrenamtlichen Helfer, durch die Stadt und die Sponsoren haben neue Maßstäbe gesetzt und die zehnte Auflage des Festivals zu einem großen Erfolg werden lassen. „Es gibt bei keinem anderen Naturfilmfestival so viel Ehrenamt und eine so große Außenwirkung, das ist ein Alleinstellungsmerkmal für Green Screen in Eckernförde“, sagt Gerald Grote.

Entsprechende Lobeshymnen sind in den vergangenen Tagen auf die Festivalmacher gesungen worden. Von den Filmemachern, den Produktionsfirmen, dem Publikum, den Preisstiftern, den Vertretern des Landes und der Stadt. Bürgermeister Jörg Sibbel und Bürgervorsteherin Karin Himstedt hatten die Festivalmacher und Helfer am Sonntagabend zu einer internen Abschlussfeier in den Ratssaal eingeladen und ihnen allen für den großen Einsatz, die professionelle Durchführung und die emotionalen Momente auf der Leinwand und der Bühne gedankt. Man werde Green Screen weiterhin nach Kräften unterstützen, versprachen Sibbel und Himstedt. Der Eintrag ins Goldene Buch rundete das Helferfest ab.

Es gab diesmal besonders viele berührende Momente. Für Green-Screen-Geschäftsführer Markus Behrens waren dies zum Beispiel die Video-Botschaften der Naturfilmer aus aller Welt, die auch bei der Eröffnungsfeier für Rührung sorgten. Die Idee dazu hatte Naturfilmer Sven Bohde, der mit dem Eimersee-Film selbst Preisträger ist. „Als wir das zum ersten Mal im Büro sahen, hatten wir alle Tränen in den Augen“, sagt Markus Behrens. Das hatte auch der tieftraurige Jugendfilmer, der mit seinen Eltern extra aus Aachen angereist war und bei dessen Film es Abspielprobleme gab. Profi-Filmer Herbert Ostwald hatte sich den Film angesehen, und lobte das Werk des 14-Jährigen. Auch der Kölner Zoo-Direktor Prof. Theo Pagel war begeistert und versprach dem jungen Mann, mit ihm und seinem Film eine Sonderveranstaltung im Kölner Zoo durchzuführen. „Das ist Green Screen, jeder hilft jedem“, frohlockt Gerald Grote über diese besondere Art des Umgangs, die sich wie ein grüner Faden durch das Festival zieht. Apropos Pagel: Mit seinem Citroen CX, Baujahr 1988, fuhr einst Götz George als Schimanski von Tatort zu Tatort.

Das viele Lob freut die Verantwortlichen sehr, lässt sie aber nicht abheben. „Wenn man damit richtig umgeht, beflügelt es“, sagt die Vorsitzende des Fördervereins, Ulrike Lafrenz. „Das Lob ist nicht inhaltlos, wir haben uns das Lob auch verdient“, gibt sich Geschäftsführer Behrens nach den vielen positiven Rückmeldungen gerade auch der Filmemacher, die wissen, wie viel Arbeit dieses Festival macht, durchaus selbstbewusst. Die Projektprofessionalität im Hintergrund hat sich bemerkenswert entwickelt und sorgt gepaart mit dem gut organisierten Einsatz der ehrenamtlichen Helfer für reibungslose Abläufe, ohne den Charme und den persönlichen Charakter des Eckernförder Festivals zu trüben.

Das große Renommée und der starke Zuschauerzuspruch, die 70 ausverkauften und auch sonst zumeist sehr gut besuchten Vorführungen haben ihren Preis: „Die Kapazitätsgrenzen sind absehbar“, sagt der Geschäftsführer. Was fehlt, sei ein Saal für 200 Besucher. Das Carls auf Carlshöhe käme dafür nicht in Frage, weil es zu abgelegen sei und dem Ziel der kurzen Wege widerspreche. Ideal sei das Carls aber für Sonderveranstaltungen und abendliche Vorführungen. „Wir haben das Potenzial für 30 Prozent mehr Publikum“, rechnet Festivalleiter Grote vor, das nicht abgerufen werden könne, weil die Spielstätte fehlt. Würde sich eine finden lassen, würden man die sofort dazunehmen, ohne aber die bewährten kleinen Spielstätten wie das Haus, den Ratssaal oder das OIC aufzugeben, „die gehören auch dazu und müssen erhalten bleiben“, sagt Ulrike Lafrenz.

2017 wird Green Screen vom 13. bis 17. September stattfinden. Der Green Market soll ausgebaut werden, dem Festivalleiter schwebt ein Abend mit Missgeschicken bei den Filmarbeiten vor, die am 14. September ab 19 Uhr unter dem Titel „Schräge Vögel“ im Carls gezeigt werden könnten. Und auch an weiteren konkreten Ideen wie einer intensiveren Zusammenarbeit mit den Universitäten im Land und Visionen wie der Gründung einer Naturfilmakademie in der Willers-Jessen-Schule herrscht in diesem kreativen Kollektiv kein Mangel.

Green Screen bleibt ein belebendes Element für Eckernförde.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 06:06 Uhr

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