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Mercedes-treffen : Getarnte Zugkraft hinterm Stern

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Beim Treffen des Mercedes-Stammtisches SL Roadster Nord und dem AMG Owners Club kamen 4000 PS in Wulfshagenerhütten zusammen.

Tüttendorf | Insider wissen, dass es im Kuhhaus in Wulfshagenerhütten nur so von Großkatzen wimmelt. Beherbergt es doch die private Jaguarsammlung von Jochen „Joschi“ Sell, in der neben den Luxuskarossen auch allerlei „Drumherum“ zu entdecken ist. Am Sonnabend aber bekamen die Katzen Besuch. Der Stammtisch SL Roadster Nord, dessen Mitglieder aus den Einzugsbereichen Eckernförde, Kiel, Itzehoe und Hamburg kommen, trafen sich mit ihren Mercedes SL Roadstern zum jährlichen Grillen im Kuhhaus.

Mercedes bei Jaguar? „Ich kenne Joschi schon lange und irgendwie hat es sich so ergeben“, sagte Jörg Kläschen aus Kiel, der den SL-Roadster-Stammtisch 2007 mit ins Leben gerufen hatte. Damit aber nicht genug: Eingeladen hatten sie auch Mitglieder des AMG Owners Club, dem Kläschen ebenfalls angehört, und die mit Mercedes AMG-Varianten anreisten. Professor Bömmel aus dem Film „Die Feuerzangenbowle“ würde nun fragen: „Wat is’n AMG-Variante?“ AMG – ursprünglich ein eigenständiges Unternehmen, heute eine Tochter von Mercedes-Benz – ist die High-Performance-Marke des Autobauers und produziert die leistungsstärksten Serienmodelle in dessen Fahrzeugprogramm. „Die AMG-Modelle sind keine getunten Fahrzeuge. Die Motoren – und um die geht es hauptsächlich – werden bei AMG gefertigt und von Mercedes serienmäßig in das Fahrzeug eingebaut“, stellte AMG-Owners-Club-Vorstandsbeirat Marcus Bogusat aus Groß Grönau (Kreis Herzogtum Lauenburg) fest. Die Motoren werden in Handarbeit zusammengebaut, jeder Motor von einem Monteur, dessen Unterschrift später auf einer Plakette am Motor prangt. „Ein Zwölf-Zylinder dauert etwa fünf Stunden“, so Bogusat. Und auch exklusive Ausstattungen sind zu bekommen. Insgesamt brachten es die sechs AMG-Modelle, die am Sonnabend vor Ort waren, auf rund 4000 PS und stellten einen Wert von etwa einer Million Euro dar.

Und was reizt daran, solch einen Boliden zu fahren? „Einerseits habe ich eigentlich schon immer Mercedes gefahren, anderseits ist es die Verarbeitung, die Qualität und das Gesamtkonzept des Fahrzeugs, bei dem alles zusammenpasst“, so Marcus Bogusat. Dabei betont er allerdings, dass es ihm nicht so sehr auf die Geschwindigkeit von über 300 Kilometern in der Stunde ankommt. „Die kann man ohnehin so gut wie nie ausfahren. Es geht mehr um die Beschleunigung, beispielsweise beim Überholen“, meinte Bogusat. Und auch, dass der Laie dem Wagen die Urgewalt, die unter der Haube steckt, nicht gleich ansieht, findet er vorteilhaft.

Das älteste Fahrzeug am Sonnabend war ein Mercedes 280 SL Roadster Cabrio, Typ 107, Baujahr 1984, mit dem Karl-Heinz Prosch und Ehefrau Christine gekommen waren – keine AMG-Variante. Den Wagen, der nur im Sommer und nur für Ausflugsfahrten zum Einsatz kommt, hatte der gelernte Kfz-Mechaniker vor 20 Jahren für 20  000 D-Mark gekauft, restauriert und den Motor auf Vordermann gebracht. „Den will ich auch fahren, bis ich umfalle“, sagte der 72-Jährige Kieler, der 15 Jahre für den Landtag als Fahrer tätig war, davon sieben Jahre als Fahrer von Uwe Barschel. Und seine Ehefrau ergänzt: „Mit dem Wagen genießt man das Fahren.“ Der Wagen ist, wie Prosch sagte, reines Hobby. Für Alltagseinsatz und Winter gibt’s ein weiteres Auto – natürlich einen Mercedes.

Gestern stand dann noch eine Fahrt von Strande, wo die Mitglieder des „AMG Owners Club“, die teils weitere Anreisen hatten, im Hotel Acqua untergekommen waren, zu den Strohpuppen in der Probstei mit anschießendem Besuch einer Oldtimer-Ausstellung im Kloster Preetz auf dem Programm.

 

 

 

> Infos: www.sl-roadster-nord.de und www.amg-owners-club.org


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