zur Navigation springen

Eckernförder Zeitung

26. März 2017 | 13:23 Uhr

Restaurierung : Gestürzt: Notfall Pastor Erichsen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Bild des ehemaligen Hüttener Pastors Hans Friedrich Erichsen ist beschädigt / Uta Lemaitre wird das Gemälde restaurieren

Ascheffel | Gesehen und gehört hat es keiner, aber irgendwann lag das gerahmte Bild mit dem in Öl gemalten Pastor Hans Friedrich Erichsen auf dem harten Boden der Hüttener Kirche. Ein Notfall, schließlich wirkte Pastor Erichsen (1861-1925) 18 Jahre, von 1902 bis 1920 in Hütten, und verfasste die Familienchronik für die Kirchengemeinde. Daher soll das Bild bald wieder seinen Platz in der Pastorengalerie der Kirche erhalten. Der Förderverein der Hüttener Kirche hat auf seiner Sitzung am Montagabend Restauratorin Uta Lemaitre das Bild anvertraut, denn ganz schadlos überstanden hat das Gemälde eines gewissen W. Hahns den Sturz nicht. Ein etwa zwölf Zentimeter langes Holzstück des Rahmens war herausgebrochen und ein Loch in die rechte untere Ecke der Leinwand gerissen. Das abgesplitterte Holzstück des Zierrahmens konnte aber gesichert werden. Der Haken, mit dem das 60 mal 80 Zentimeter große Bild über eine Drahtaufhängung an der Wand befestigt wurde, war korrodiert, konnte Lemaitre bei ihren Untersuchungen feststellen.

Nicht nur der Sturz, auch das Klima der Kirche haben im Laufe der Jahrzehnte Spuren an dem vermutlich knapp 100 Jahre alten Bild hinterlassen, berichtete die Ascheffeler Restauratorin. So scheint mittlerweile die weiße Grundierung durch die Ölfarbe hindurch. Zwischen dem Keilrahmen und der Leinwand hat sich Staub und Wandabrieb gesammelt – ein Nährboden für Mikroorganismen. Nach der Restaurierung, so empfahl Lemaitre, solle das Pastorenportrait einen anderen Platz in der Kirche erhalten, auch direkter Kontakt mit der Fassade solle vermieden werden.

Bis es soweit ist, wird sie die Malschicht befestigen und die Rückseite der Leinwand sowie des Keilrahmens reinigen. Auch Salzausblühungen werden entfernt. „Durchtrennte Leinwandfäden können verschweißt werden“, erläuterte sie gegenüber der Eckernförder Zeitung die weitere Vorgehensweise. Wo dies nicht möglich ist, setzt Uta Lemaitre passgenaue Leinwandstücke ein, so genannte Intarsien. Fehlstellen retouchiert sie farblich, sodass sich dem Betrachter nach Ende der Arbeiten ein optisch ästhetisches Gesamtbild bietet. Um diese Bilder in der Kirche möglichst lange zu erhalten, sollten rapide Temperaturschwankungen vermieden werden, riet sie dem Verein.

Der Förderverein hat einstimmig beschlossen, für die Restaurierung 2000 Euro zur Verfügung zu stellen.

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 25.Jan.2017 | 06:35 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen