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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 03:10 Uhr

Protestzug in Brekendorf : Geplanter Kiesabbau: „Ein Irrsinn“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Am Freitag sind gut 180 Teilnehmer gegen den geplanten Kiesabbau in Brekendorfs Norden auf die Straße gegangen.

Petrus muss ein Brekendorfer sein, pünktlich zum Auftakt der Kundgebung am Freitagabend gegen den geplanten Kiesabbau hörte der Regen auf, die gut 180 Teilnehmer der Protestaktion konnten die Regenschirme ein- und die Plakate und Schilder auspacken. „Stopp“ stand darauf, „Kein Kiesabbau im Norden“ oder auch „Ja zum Kiesabbau vor dem Kreishaus“ als Fingerzeig in Richtung Kreisverwaltung, die das Bauvorhaben der Firma Nissen genehmigt hat.

Vor dem Haus der Vereine und Verbände begrüßten Tino Sieg, Werner Schurawitzki und Kerstin Wagner von der Bürgerinitiative die Frauen, Männer und Kinder. Sie machten vorweg deutlich, dass die Demonstration nicht grundsätzlich gegen den Kiesabbau im Dorf gerichtet sei, sondern nur gegen die knapp zehn Hektar große Fläche im Norden. Die Gemeinde, so betonte auch Gerhard Guthardt später auf der Kundgebung, habe sogar Flächen von rund 100 Hektar für den Abbau zur Verfügung gestellt. Flächen im Süden und Südwesten nahe der Autobahn, in der Nähe der aktuellen Kiesgruben. Hier beeinträchtigt der Abbau die Bevölkerung vergleichsweise gering. „Die Fläche aber im Nielander Weg führt den Schwertransport durchs Dorf“, sagte Schurawitzki, 50 Fahrten pro Tag rein und wieder raus. „Das Gebiet befindet sich am Rand des Naturparks Hüttener Berge, mitten im Erholungsgebiet und liegt in der Hauptwindrichtung“, sagte Kerstin Wagner. „Das Verfahren ist voller Ungereimtheiten“, sagte sie und betonte, dass die Entscheidungsfindung des Kreises nicht nachvollziehbar sei. Von der Kreispolitik hatte Thorsten Schulz (CDU) den Weg nach Brekendorf gefunden. Er wolle sich solidarisch zeigen. „Die Planungshoheit der Gemeinde hätte mehr berücksichtigt werden müssen“, sagte der Bünsdorfer. Es gebe Gemeinden, die wollten Kiesabbau und bekämen ihn nicht genehmigt, andere lehnten Abbau ab und müssten es hinnehmen, das passe nicht, so Schulz.

Vom Treffpunkt aus ging es zum Abbaugebiet im Nielander Weg. Den Kies, den die Bürger am Gemeinschaftshaus in kleinen Eimern mitgenommen hatten, wurde hier in die Zufahrt gekippt- eine symbolische Geste, die sagen soll „Nicht hier durch“. Bürgermeister Guthardt fand anschließend deutliche Worte für das laufende Verfahren. Nachdem die Gemeinde Widerspruch gegen die Entscheidung der Planfeststellungsbehörde eingelegt hatte, hatte die Gegenseite den sofortigen Vollzug beantragt, auch dem gab der Kreis statt. Auch hiergegen klagte Brekendorf. „Es ist unbegreiflich“, sagte Guthardt, in seiner 26-jährigen Amtszeit habe er solch ein Verhalten noch nicht erlebt. „Wir bekommen nur Knüppel zwischen die Beine geworfen.“ Guthardt wies auf einen rechtskräftigen Flächennutzungsplan und Landschaftsplan hin, die darlegten, dass die Fläche im Nielander Weg für den Kiesabbau ungeeignet sei. „Ein Irrsinn“, so der Gemeindechef.

Erneut, wie schon im Mai 2013, wurden Unterschriften gegen den geplanten Abbau gesammelt, die dem Kreis in Kürze vorgelegt werden sollen.


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erstellt am 01.Mai.2016 | 20:03 Uhr

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