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Eckernförder Zeitung

24. April 2017 | 09:29 Uhr

Blues : Geniale Bluesnacht im siebten Jahr

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Förderverein Hüttener Kirche präsentierte Georg Schroeter und Marc Breitfelder mit weiteren Künstlern / Drei Stunden Musikgenuss pur

Hütten | Was für ein Abend. Georg Schroeter (Piano, Gesang) und Marc Breitfelder (Mundharmonika) sind schon für sich ein Markenzeichen und versprechen mit Musik aus der amerikanischen Rock- und Blues-Geschichte ein volles Haus. Besonders aber im Zusammenhang mit der Kirche in Hütten.

Die beiden Musiker bescherten dem Publikum Freitagabend einen Kirchgang der ganz besonderen Art mit Erinnerungen an unbeschwerte Zeiten. Seit sieben Jahren gibt es dort den Förderverein, dessen Ziel die Erhaltung und Verschönerung dieser Kirche ist. Eine Spendenquelle dafür ist das mittlerweile traditionell gewordene Schroeter-Breitfelder Konzert zum Jahresanfang. Das siebte Jahr steht im Ruf, verflixt zu sein und böse Überraschungen bereit zu halten. So auch an diesem Abend, nur dass es wunderbarste Überraschungen waren.

Georg und Marc hatten Gäste dabei – Daffy de Blitz (Gitarre, Gesang, Kieler Blues-Legende) und den jungen Kalle Reuter (auch aus Kiel, 17 Jahre, Gitarre und Gesang, erinnerte stark an Buddy Holly – bald auch eine Legende). Mit dem Schlagzeuger Oliver Spannuth bildeten die fünf eine Blues- und Rockband vom allerfeinsten und brachten die Hüttener Kirche zum Beben. Den ganzen Abend sorgten sie für Begeisterung pur.

Mit traumwandlerischer Sicherheit spielten sie so, dass der Funke aus Titeln wie „Rockin‘ USA“, „Cocaine“ – in Erinnerung an Bob Dylans Nobelpreis „Don’t think twice, it’s all right“ – „King Bee“ oder „House of the rising sun“ niemanden unberührt ließ. War man schon hohe Qualität vom Schroeter-Breitfelder-Duo gewohnt, setzten alle fünf Künstler zusammen dem noch eine Krone auf. Wie sie vor dem mit einer riesigen Stellwand verdeckten Altar auf Blicke, versteckte Handzeichen und die Improvisationsregeln der Musik reagierten, war schlicht sensationell.

30 Jahre Zusammenspiel von Schroeter-Breitfelder mit Oliver Spannuth, dazu der noch junge und sehr erwachsen wirkende Kalle Reuter mit Daffy de Blitz wirkten so, als wären sie schon immer zusammen aufgetreten – genial.

Mit langer Brezel-, Bier-, Wasser- und Weinpause sowie Gesprächen dauerte das Konzert inklusive Zugaben – auch des Schlagzeugers („der schwitzt ja noch gar nicht“) bis 23 Uhr. Jede Sekunde darin wirkte anregend. Mit wachem Blick hatte Kalle Reuter mehrfach die musikalische Führung übernommen, gab an, wann Platz für Improvisationen von Schlagzeug, Klavier, Gesang, Gitarre oder Mundharmonika war. Unvergesslich, wie „Shake, rattle and roll“ die Kirche in Hütten zum Beben brachte. Ein Titel, den Elvis Presley berühmt machte.

Wie auch andere Titel aus dem Repertoire der Rolling Stones, die aber uramerikanische Wurzeln haben. Diese Musik ging direkt in alle Wipp-Füße, Wahnsinnsläufe flossen aus Georg Schroeters E-Klavier. Traditionell „fuhr“ auch wieder Marc Breitfelders Zug von „Station to Station“. Unschlagbar ist nach wie vor seine Fantasie mit der Mundharmonika-Kunst, das hörbare Geschehen einer Dampfzugfahrt täuschend echt zu imitieren. Insgesamt ein großartiger Abend, der trotz drei Stunden keine Sekunde zu lang, immer berührend und bewegend war. Auch wenn diese Töne und Texte in der Kirche einzigartig, teils sogar gewagt wirkten. Wenn auch der Trampel-, Pfeif- und Jubelapplaus sehr heftig war – zu einem Exzess war es nie gekommen. Das war nur der Ausdruck purer und verdienter Begeisterung für die Künstler und diese Musik.




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erstellt am 30.Jan.2017 | 06:59 Uhr

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