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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 05:41 Uhr

Ortskern : Gemeinde möchte „Eiche“ ersteigern

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gemeinderat hat sich für Planungsvariante entschieden. Versteigerung des denkmalgeschützten Gebäudes am 26. August in Eckernförde.

Dänischenhagen | Sowohl der Bau- und Umweltausschuss, als auch die Gemeindevertretung kamen am Mittwochabend zusammen, um erneut über die Zukunft des denkmalgeschützten Gebäudes, den Gasthof „Zur Eiche“, mitten im Dorf zu beraten. „Wir haben alle das gleiche Ziel, nur die Wege dahin unterscheiden sich“, sagte Ingolf Scheffler (WIR). Bauausschussleiter Tim Gabrys (CDU) betonte, dass man die „Eiche“ als Gemeinde gerne erhalten möchte. Das Problem sei aber, dass nicht geklärt ist, was mit dem Gebäude und dem Grundstück geschehen wird. Das schrecke auch potentielle Investoren ab.

Die „Eiche“ steht in einem allgemeinen Wohngebiet, in dem ein hohen Emissionsschutz für die Bürger eingehalten werden muss. Dazu gehört auch Lärm nach 22 Uhr – für einen Gastwirt hieße das, dass eine Bewirtschaftung nach 22 Uhr verboten ist. Das beauftragte Architekturbüro B2K stellte den Gemeindevertretern insgesamt fünf Varianten vor, wie man mit dem Gebiet rund um die „Eiche“ verfahren könnte. Im Vorfeld hatten sich mehrere Privatpersonen zu der Thematik geäußert. So wurden Bedenken laut, dass die Gebäudehöhe von elf Metern zu Verschattungen auf den Nachbargrundstücken führen könnte. Auch sei der Erhalt des Gebäudes nicht unter allen Umständen gewünscht. „Das Gebäude muss allerdings erhalten werden, da es unter Denkmalschutz steht“, betonte Oliver Kühle von B2K. Nachdem die Architekten die Varianten vorgestellt hatten, war es an den Vertretern, sich zu entscheiden. „Wir sollten einen Hauptplan weitergeben und eine Alternative“, sagte Gabrys. Als Hauptplan wurde Variante vier gesehen, die mit fünf Stimmen angenommen wurde. Diese Variante sieht vor, dass die Fläche zu einem einfachen Bebauungsplan wird, ohne Festsetzung der Gebietsart. Es wird nicht festgesetzt, ob es sich um ein allgemeines Wohngebiet oder ein Mischgebiet handelt. In einem Mischgebiet darf Gewerbe angesiedelt werden, das „das Wohnen nicht wesentlich stört“. Ein Nachteil für die Gemeinde ist, dass die Regelungsdichte in so einem Gebiet nicht zu hoch sein darf. Sie hat also wenig Einfluss auf das Areal.

Als Alternative wurde der Gemeindevertretung die Variante drei empfohlen. Diese sieht vor, dass die Fläche um die Eiche zu einer Fläche für Gemeinbedarf wird. „Dann muss darauf geachtet werden, dass die Gemeinde das Gebiet auch wirklich nutzt, ansonsten ist das eine Verhinderungsplanung“, sagte Kühle. Vorteile wären hierbei, dass die Planung mit wenig Aufwand verbunden ist und dass das Gebäude als Begegnungsstätte mit kleiner, zugeordneter Gastronomie betrieben werden kann. Nachteilig ist, dass die Gemeinde Eigentümer werden müsse und eine autarke Nutzung der Gaststätte nicht mehr möglich ist.

In der Gemeindevertretung wurde dann über das Vorgehen abgestimmt. Hier zeichnete sich ein anderes Bild als im Bauausschuss ab. Variante drei, die im Bauausschuss als Alternative mitgegeben wurde, setzte sich mit acht zu drei Stimmen durch. „Wichtig war für uns, dass wir die Möglichkeit einer Gastronomie und Begegnungsstätte erhalten“, erklärte Scheffler. Diese Möglichkeiten sehe er durch Variante drei am Besten geschützt.
Die komplette Planung kann sich allerdings am 26.August als hinfällig erweisen. An diesem Tag wird die „Eiche“ in Eckernförde zwangsversteigert. Bürgermeister Wolfgang Steffen (CDU) betonte, dass die Gemeinde an diesem Tag mitbieten werde. „Wir haben aber einen festen finanziellen Rahmen, den wir nicht überschreiten können“. Es gibt also noch keine Sicherheit, was mit der „Eiche“ passieren wird.

Ein Eilantrag der Kita „Hallo! Hello!“ lag dem Gemeinderat vor. Aufgrund des steigenden Bedarfs an Plätzen müssen Lösungen gefunden werden. Am Mittwoch schauten sich der Kreis zusammen mit Gemeindevertretern das Gebäude an. Ein Durchbruch, der aus zwei kleinen einen großen Raum schafft, könnte helfen. So kann mit wenigen Änderungen und geringem finanziellem Aufwand Platz für fünf weitere Kinder in der Tagesbetreuung geboten werden. Dem Eilantrag wurde einstimmig zugestimmt, der finanzielle Aufwand wird geprüft.

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