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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 14:47 Uhr

NEUES KONZEPT : Geändertes Kundenverhalten: Sparkasse bündelt ihre Kräfte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Zweckverband der Sparkasse Rendsburg-Eckernförde tagte am Montag. Der Vorstand der Förde Sparkasse erklärte sein Konzept zur Sicherung der Präsenz in der Fläche.

Eckernförde | Die Förde Sparkasse schließt ihre Filialen in Borby, Osdorf und Karby zum 19. November (wir berichteten). Nach dieser Entscheidung des Verwaltungsrats vor vier Wochen gibt es noch immer Gesprächsbedarf. In der Sitzung des Zweckverbandes der Sparkasse Rendsburg-Eckernförde meldeten sich besonders die Lokalpolitiker zu Wort, die neben den Bürgermeistern und dem Landrat in diesem Gremium vertreten sind.

Die wichtigste Frage stellte der Vorsitzende des Kreis-Hauptausschusses Jörg Hollmann gleich vorneweg: „Wie stellt sich in Zukunft die Präsenz der Förde Sparkasse in der Fläche dar? “ Ulrich Boike, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Förde Sparkasse, wurde konkret: Im Dänischen Wohld zum Beispiel sollen zwei Service-Center mit qualifizierten Mitarbeitern für Beratungsleistungen in Gettorf und dem Erdbeerfeld in Richtung Kiel bestehen bleiben. Dazwischen gibt es eine SB-Filiale zwischen Osdorf und Gettorf, ebenso in Dänischenhagen, und in Altenholz-Stift soll nach Möglichkeit wieder ein SB-Automat errichtet werden. „Diese Bündelung der Kräfte für einen überschaubaren Bereich der Region ist unser Konzept. Daran wollen wir solange es geht festhalten.“

Im Bereich Schwansen soll in Rieseby Kompetenzen gebündelt werden, ansonsten werde er mit drei Standorten, wozu Boike Vogelsang, Rieseby und Fleckeby zählte, versorgt werden – inklusive der SB-Technik in Karby. Konkrete Aussagen über die Zukunft wollten weder Boike noch der Vorstandsvorsitzende Götz Bormann machen. Boike: „Wie sich in fünf Jahren das Kundenverhalten verändert, kann niemand sagen.“

Gerade dieses Kundenverhalten in Kombination mit dem demografischen Wandel und dem historischen Zinstief war denn auch einer der Gründe für die Schließung mehrerer Filialen. Das Nutzungsverhalten der Kunden ändert sich laut Boike. „Was bringt es, wenn ich eine Filiale habe und nur wenige Kunden diese Filiale nutzen?“ Besonders die nachwachsende Kundengeneration suche mittlerweile Zugangswege über das Internet.

Laut Boike verfügt der Kreis Plön über 14 Filialen, in denen Mitarbeiter tätig sind (1,09 Filialen auf 10  000 Einwohner), in Rendsburg-Eckernförde gibt es 11 Filialen (0,97) und in Kiel 17 Filialen (0,66). Rechne man die SB-Filialen mit ein, ergebe sich folgendes Bild: Plön: 26 Filialen (2,03), Rd-Eck: 21 Filialen (1,85), Kiel: 34 Filialen (1,32)

Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer machte eine andere Rechnung auf: Auf eine Vollbankfiliale mit entsprechender Beratungskompetenz kommen in Rendsburg-Eckernförde demnach 28  000 Einwohner, in Plön und Kiel nur 20  000 Einwohner. Schwemer: „Wenn eine kompetente Beratung das Rückgrat der Präsenz in der Fläche sein soll, dann sehe ich eine Ungleichbehandlung des Kreises Rendsburg-Eckernförde gegenüber den anderen Gebietskörperschaften.“ Das bestätigte Boike, wies aber auf die Gegebenheiten hin: „Wir hätten in Schwansen irgendwo eine Vollbank hinstellen können, der Bereich gibt es aber von den Wegen, den Strukturen und den Möglichkeiten der Kunden nicht her. Also werden wir wahrscheinlich Wertpapierkompetenz in Rieseby bündeln. Von hier aus soll der Mitarbeiter auch Termine in Fleckeby und Vogelsang übernehmen.“ So komme man wieder hinaus in die Fläche, ohne drei Standorte in einem Gebäude zusammenzuziehen. Schwemer wertete das als „Schritt in die richtige Richtung“.

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