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Unternehmungslustig : Für die Wehr und das ganze Dorf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Untergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Blickstedt „die mit ohne Helm“ setzt sich für die Wehr, aber auch für die Dorfgemeinschaft ein.

Tüttendorf | „Seit wir hier sind, beschwert sich keiner mehr, dass im Dorf nichts passiert“, sagt Maike Nagler. Seit etwa sechs Jahren setzen sich die 16 Mitglieder der Untergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Blickstedt für die Dorfgemeinschaft ein. Ursprünglich waren sie alle Teil einer Freizeitgruppe in Wulfshagen, die sich jedoch vor einigen Jahren aufgelöst hatte. „Wir hatten aber Gefallen daran gefunden und so hat sich unsere Gruppe still und heimlich entwickelt“, sagt Hermann Nagler.

Hermann Nagler fungiert als ein inoffizielles Sprachrohr der Gruppe. „Es ist uns wichtig, dass es keine Hierarchie gibt. Wir entscheiden alles gemeinsam“, berichtet Torsten Nickel. Auch aus diesem Grund haben sie damals keinen Verein gegründet, sondern in Absprache mit dem Wehrführer eine Untergruppe der Feuerwehr eröffnet. Sie nennen sich die „mit ohne Helm“, denn sie alle sind entweder aktive oder passive Mitglieder der Feuerwehr Blickstedt. „So brauchen wir keinen Vorstand zu bilden und können trotzdem Gutes für die Feuerwehr und die Dorfgemeinschaft leisten“, erklärt Hermann Nagler.

Auf das Jahr verteilt lädt die Gruppe zu fünf bis sechs Veranstaltungen, die den Sinn haben, die Leute aus Blickstedt zu mobilisieren und der Anonymisierung entgegenzuwirken. Durch das neue Baugebiet am Steinkamp sind auch neue Familien ins Dorf gezogen. Voraussetzung um Mitglied zu werden ist es, dass man mindestens passives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Blickstedt ist. „Wir konnten auch schon einige neue Mitglieder werben, legen es aber nicht drauf an“, sagt Hermann Nagler. Generell sei die Gruppe momentan so homogen, dass neue Mitglieder eventuell das gefestigte Gefüge stören könnten. „Sollte jemand Interesse haben, wird auch das im Kreis unserer Gruppe besprochen und gemeinsam beschlossen“, so Nagler weiter.

Von regelmäßigen Treffen hält die Gruppe nichts. Sie trifft sich, wenn etwas ansteht, aber auch nur mal so privat. „Natürlich treffen wir uns, wenn es um die Organisation von Veranstaltungen, wie dem Kickerturnier (wir berichteten) geht, öfter. Die Organisation muss ja auch gestemmt werden“, sagt Torsten Nickel. Nur eine Veranstaltung ist ausschließlich für die Gruppenmitglieder und das ist das Neujahrsfrühstück, das zu einer inoffiziellen Jahresversammlung wurde. Alle anderen Veranstaltungen sind für die Öffentlichkeit. „Bei dem Tannenbaumverbrennen stand auf einmal ein Pärchen vor mir. Die waren eigentlich nur auf der Durchreise, haben aber gesehen, dass hier etwas los ist und haben sich dazu gesellt“, sagte Hermann Nagler. Die Aufnahme von Unbekannten in die Dorfgemeinschaft stellt eine Kernkompetenz der Gruppe da. Maike Nagler ergänzte zu der Geschichte, dass das Pärchen sogar sehr lange blieb und sich nett mit den Dörflern unterhalten habe, bevor sie ihrer Wege gingen.

Jedoch stehen nicht nur die eigenen Feste im Zentrum. Die Unterstützung der Feuerwehr bildet eine weitere Säule. „Sei es beim aktiven Einsatz oder bei der Hilfe beim Organisieren von deren Festen. Wir helfen immer“, sagte Hermann Nagler. Sollten bei den Veranstaltungen von denen „mit ohne Helm“ Überschüsse anfallen, so werden die sofort zum Wohle der Dorfgemeinschaft investiert. Die letzten Überschüsse erhielt das DRK. „Das Geld soll dann auch gemeinnützig verwendet werden“, sagt Nagler.

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