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Eckernförder Zeitung

08. Dezember 2016 | 15:28 Uhr

WOHNMOBILSTELLPLATZ KAKABELLENWEG : Für 28 Tage das zweite Zuhause

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein französisches Ehepaar tauscht sein Heim mit dem Platz in Eckernförde. Camper loben die Ausstattung, Sauberkeit und die stadtnahe Lage der Anlage.

Heißes Wasser, um die Flasche der kleinen Ella, die heute ihren zweiten Geburtstag feiert, auszuspülen? Auf dem Wohnmobilstellplatz im Kakabellenweg ist das kein Problem. In der modernen, gut ausgerüsteten Küche steht Ellas Mutter Stefanie Füsting vor einem der beiden Spülbecken. Die 35-Jährige verbringt mit ihrer kleinen Tochter und Ehemann Stefan (35) drei Nächte auf dem Wohnmobilstellplatz. Die kleine Familie aus Nottuln (Nordrhein-Westfalen) ist zum ersten Mal in Eckernförde und fühlt sich richtig wohl auf dem Stellplatz. „Die sanitären Anlagen und die Küche sind super“, so die Online-Marketing-Leiterin.

Im März 2015 wurde der Stellplatz eröffnet. 49 Wohnmobile finden im Kakabellenweg Platz. Waren im vergangenen Jahr 8335 Fahrzeuge gemeldet, sind es Anfang August bereits 8285 gewesen. Eine breite Ringstraße führt um den Platz herum, Rasengittersteine garantieren eine trockene, stabile Lage des Fahrzeugs. Wer eine ruhigere Lage bevorzugt, findet ein Plätzchen am hinteren Ende auf Rasenflächen unter den Bäumen. Ihre Blätter rauschen im Wind – der Verkehr auf der nahen B  76 ist nicht zu hören. „Diese stadtnahe Lage und diese Ausstattung sind super“, sagt Udo Bogenschütz aus Hechingen (Baden-Württemberg). Der 49-Jährige und seine Frau Petra (46) sind erfahrene Wohnmobilisten und haben auf ihren Touren durch Europa schon viele Plätze gesehen. „Diese Küche ist etwas ganz Besonderes“, schwärmt die 46-Jährige, zwei Spülbecken, zwei Herde, zwei Tische, Schränke, alles großzügig und sehr sauber. „Wenn Eckernförde nicht so weit weg wäre, würden wir auch mal am Wochenende kommen“, sagt die Polizistin, „denn das Preis-Leistungsverhältnis ist hier absolut super.“ 14 Euro für ein Mobil, 2 Euro Kurtaxe pro Person, 50 Cent für eine Kilowattstunde Strom und 1 Euro für 100 Liter Wasser kostet eine Übernachtung. „Für eine vierköpfige Familie sind das 20 Euro“, sagt Dietmar Steffens, Geschäftsführer der Stadtwerke, die den Platz betreiben.

Die meisten Gäste bleiben zwei bis fünf Nächte. Bei Carole und Yvou Bouliou aus Brest verhält sich das anders. Die Französin ist auf den Rollstuhl und auf barrierefreie Sanitäranlagen angewiesen. 28 Tage verbringt das Ehepaar auf dem Wohnmobilstellplatz in Eckernförde. Der Grund: Das Paar besucht seinen Sohn, der in Kiel eine Ausbildung absolviert. Trotz der Entfernung zur Landeshauptstadt wollen seine Eltern den Stellplatz nicht wechseln – für die beiden Franzosen überwiegen die Vorteile, die der Eckernförder Platz bietet. Carole ist von dem behindertengerechten Bad begeistert. Es sei großzügig, gut ausgestattet und sehr sauber, erklärt die 60-Jährige. Eine Fußbodenheizung sorgt wie im ganzen Sanitärbereich für angenehme Wärme. Denn der Wohnmobilstellplatz ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet.

Viel Lob für die Anlage haben auch Doris (74) und Peter Spannhoff (74) aus Vechta (Niedersachsen) übrig. „Dieser Platz steht ganz oben auf unserer Liste“, bekräftigen beide. Neben der hohen Qualität der Ausstattung in der Küche und im Sanitärbereich sei auch die nahe Lage zur Innenstadt und zum Strand zu erwähnen. Nicht zu vergessen der Bäcker im Lebensmitteldiscounter gegenüber.

André Rötz (70) aus Frankfurt und Hanno Bertz (73) aus Mühlenbeck (Oberhavel) sind mit ihren Ehefrauen unterwegs. Die beiden haben sich gerade auf dem Platz kennengelernt. Bertz war in den 70er-Jahren in Eckernförde bei der Marine als Soldat stationiert und gibt seinem neuen Bekannten Ausflugstipps. „Dieser Platz ist 1a“, so der 73-Jährige. „Unsere Gäste sollen sich wertgeschätzt fühlen“, erklärt Dietmar Steffens. Aus diesem Grund habe man bei der Einrichtung des Platzes sehr viel Sorgfalt auf den Küchen- und den Sanitärtrakt gelegt, der im Übrigen auch eine Hundedusche vorhält, falls der Vierbeiner in der Ostsee schwimmen war und sich anschließend im Strandsand gesuhlt haben sollte. Auch wirtschaftlich sei der Wohnmobilstellplatz für die Stadt ein Gewinn durch die Kurtaxe. 2015 waren es 26  903 Euro, Anfang August beliefen sich die Einnahmen bereits auf 26  729 Euro. Des Weiteren profitierten auch die Geschäftswelt und die Gastronomie von den Wohnmobilisten. Für die Stadtwerke selbst amortisiere sich die Anlage erst in einigen Jahren, so Steffens.

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erstellt am 17.Aug.2016 | 06:39 Uhr

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