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Eckernförder Zeitung

03. Dezember 2016 | 01:24 Uhr

Friedhof : Friedhofskosten – Aufgabe für Kirche und Gemeinde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Finanzausschuss empfiehlt Beteiligung an Friedhof-Defizit / Vorschlag: Rieseby trägt rund 30 Prozent

Rieseby | Eine neue Bestattungskultur und eine größere Auswahl an Abschiedsorten belasten viele Kirchengemeinden im Betrieb ihrer Friedhöfe. Die Anlagen, die wirtschaftlich selbsttragend geführt werden müssen, verursachen jährlich Defizite. Ein Problem für viele Kirchengemeinden, da sie durch kircheninterne Vorgaben keine Kirchenmittel zum Ausgleich des Defizits einsetzen dürfen.

In der Kirchengemeinde Rieseby sind so von 2011 bis Ende 2015 rund 57  000 Euro Defizit aufgelaufen, wie Hartmut Schmidt (CDU) Vorsitzender des Finanzausschusses Dienstagabend informierte. Zugleich lag dem Ausschuss ein Antrag der Kirchengemeinde samt Vertragsentwurf vor, wonach die politischen Gemeinden Rieseby und Loose, als Teil der Kirchengemeinde, das Defizit ausgleichen mögen. Die Kirche hatte angeboten, 10  400 Euro aus einer Substanzerhaltungsrücklage sowie 4400 Euro aus einer Personalkostenausgliederung für den Defizitausgleich einzusetzen.

Nach langer Beratung und Diskussion wurde bei vier Ja-Stimmen und drei Enthaltungen empfohlen, dass Rieseby 77 Prozent des 40-prozentigen Anteils des Gesamtdefizits trägt (30 Prozent des Gesamtdefizits) und zusichert, bis Ende 2018 im selben Anteil die jährlich auftretenden Defizite zu tragen. Der Vertragsentwurf soll nicht unterzeichnet werden. Loose entscheidet separat. Die 77 Prozent entsprechen dem Anteil der Bürger Riesebys an der Kirchengemeinde.

„Das ist ein Kompromiss“, sagte Schmidt. Dieser liegt zwischen der Empfehlung der Amtsverwaltung, die eine hälftige Teilung des Defizits zwischen Loose und Rieseby auf der einen und der Kirchengemeinde auf der anderen Seite vorschlug. Dem hielten WGR und Grüne/SSW in ihrem gemeinsamen Antrag entgegen, dass die Aufteilung 30 zu 70 erfolgen solle.

Unstrittig war bei allen, dass die Gemeinde sich an den Kosten beteiligen müsse und auch wolle. So schreibt das Bestattungsgesetz vor: Wenn eine Gemeinde keinen eigenen Friedhof betreibt, sondern nur die Kirchengemeinde, so muss es Angehörigen keiner oder anderer Konfessionen möglich sein, auf dem kirchlichen Friedhof beigesetzt zu werden. In dem Fall, so auch in Rieseby, muss sich die Gemeinde an den Kosten beteiligen, hatte Amtsdirektor Gunnar Bock informiert. Wie hoch die Beteiligung sein soll, dazu macht das Gesetz keine Vorgaben und baut auf Absprachen. Bock hielt eine Halbierung des Defizits für gerecht und bezog sich auf den Nutzen, den beide Seiten zu gleichen Teilen hätten.

Hartmut Schmid hatte selber ein Verhältnis von 40 zu 60 Anteilen vorgeschlagen. Dies sei etwa das Verhältnis der nicht evangelischen Bürger in den Gemeinden Rieseby und Loose zu den Kirchenmitgliedern.

Inke Kock, Mitglied des Kirchengemeinderates und Mitglied des seit 2013 arbeitenden Kuratorium, mit Vertretern der Gemeinde und des Kirchengemeinderates, wo schon mehrfach über eine Lösung beraten wurde (wir berichteten), warb für Unterstützung. So stellte sie fest, dass, obwohl die Zahl der Bestattungen, vor allem die von Sargbestattungen, abnähme und nicht kontinuierlich seien, der Pflegeaufwand für das rund 1,5 Hektar große Areal aber fast unverändert sei. Um die Kulturstätte zu erhalten, sei Hilfe nötig.

Nutzen aus dem Verkauf von beispielsweise Kirchenland, wie es Frank Dreves (WGR) vorgeschlagen hatte, kann die Kirchengemeinde nicht ziehen. Das Geld werde abgeführt, so Kock. Zudem dürften auch keine Kirchensteuern in den Friedhofshaushalt fließen. Der Hinweis auf kircheninterne Vorgaben bezüglich der Kirchenmittel, sei nicht Sache der politischen Gemeinde, hieß es.

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erstellt am 21.Jul.2016 | 06:07 Uhr

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