zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

30. März 2017 | 02:55 Uhr

Freche Texte auf neuer Bühne

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ausverkauftes Carls beim Liederabend „Stimmen des Nord“ mit Claudia Piehl und ihrem illustrem Ensemble

Eckernförde | Ein gewisses Lampenfieber war unter den Künstlern des Ensembles um Claudia Piehl und Armin Heldt zu spüren: Wie würde die neue Bühne in Carls Showpalast bei den Gästen ankommen? Welche Akustik würde sich ergeben? Und überhaupt – wird der neue Veranstaltungsort angenommen? Bislang fanden die Liederabende der „Stimmen des Nordens“ im Café Heldt inmitten von Eckernförde statt und waren damit für viele Gäste fußläufig erreichbar. Alle Befürchtungen erwiesen sich aber letztlich als nichtig – denn am Sonnabend war Carls Showpalast mit seinen 120 Plätzen komplett ausverkauft und das Publikum fröhlich gestimmt, als Claudia Piehl mit dem Musicalhit „Cabaret“ den schwungvollen Abend eröffnete.

In ihrer Begrüßung berichtete sie von ihrer Zeit an Hamburger Bühnen und ihrem Plan, etwas „wie das Hamburger Hansa-Theater“ in Eckernförde zu schaffen. Sie erklärte: „Mit diesem Programm möchte ich meinen drei Favoriten Schmidt’s Tivoli, Hansa-Theater und der Muppet-Show gerecht werden.“

Nach kurzer Vorstellung der Künstler des Abends startete Armin Heldt und brach mit dem bekannten Heinz-Rühmann-Titel „... die Herzen der stolzesten Frauen“, was erste Begeisterungsstürme unter dem Publikum auslöste. Veronika Gottwald, einigen Gästen auch als Mitglied der Eckernförder „Bella Donna“-Damen um Claudia Piehl bekannt, erzählte in ihrer Liedgeschichte von einem Besuch in einer italienischen Taverne und dass sie danach „alles rosa“ sah.

Das jüngste Mitglied der Besetzung, Marit Lohmann aus Kiel, überzeugte die Zuschauer mit klarer Stimme und der Ballade „Heaven knows“ das Publikum, bevor Robert Becker die Bühne eroberte. Nach seiner Einschätzung wird er seinem Lieblingskünstler Meat Loaf besonders körperlich immer ähnlicher und auch musikalisch passte er sich seinem Idol mit „Heaven can wait“ an.

Daniela Engeldrum bewies mit ihrem Part und der Geschichte von ihrer psychisch angeschlagenen Freundin bewundernswerte Textsicherheit. Mit der Melodie von Pippi Langstrumpfs „Ich hab ein Haus, ein Äffchen und ein Pferd“ sorgte sie lustig für so manchen Ohrwurm am Abend. Auch der Auftritt von Carmen Müller in ihren silberglänzenden Stiefeletten hatte es textlich in sich. Sie berichtete unter anderem, dass sie ihren Mann so an die drei- bis fünfmal am Tag lobt und damit entsprechende Erfolge in ihrer Beziehung erzielt. Sogar für die unmöglichsten Dinge „Danke für die Blumen von der Tanke – danke, danke!“ hebt sie ihren Mann in den Himmel, denn „Männer muss man loben, dann bleiben sie stark, dann bleiben sie oben.“ A-ha.

Mit „In der Bar zum Krokodil“ brachte Armin Heldt eine Hommage auf die „Comedian Harmonists“ und ersetzte brillant alle Stimmlagen des einst international erfolgreichen Berliner Sextetts. Vor der Pause mit dem berühmten „Theaterteller“ überzeugte Robert Becker noch einmal stimmlich mit einem Solo aus dem Musical „Tanz der Vampire“.

Das Publikum bedankte sich begeistert mit Bravo-Rufen, die beiden Eckernförderinnen Christiane Billmann und Andrea Weiß brachten es auf den Punkt: „Die Texte sind witzig und frech und die Akustik hier in diesem großen Raum stimmt,“ lautete ihr Resümee.

Das musikalische Potpourri aus Operette, Musical und Popsongs der „Stimmen des Nordens“ wurde auch an diesem Abend wie immer souverän von Claudia Piehl am Flügel begleitet, die in diesem Jahr noch so einiges an kulturellen Angeboten plant. Am Sonnabend, 10. Juni, beispielweise lädt sie zu einem Soloabend mit der Pianistin Sylwia Timoti ins Carls ein und wird dann mit einem Mix aus Musical und Chansons unter dem Motto „Listen to the Piehl“ auf Tournee gehen. Und im Herbst können sich die Freunde der „Stimmen des Nordens“ auf eine Fortsetzung der Liederabende freuen.  

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 13.Mär.2017 | 06:57 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen