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Eckernförder Zeitung

07. Dezember 2016 | 19:32 Uhr

Schüleraustausch : Franzosen entdecken die Ostsee

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Französische Austauschschüler der Jungmannschule loben Deutschland als gastfreundliches Land mit gutem Schulsystem.

Eckernförde | Es ist ihr erster Besuch in Deutschland, und sie sind alle positiv überrascht: Seit Montag sind 27 französische Austauschschüler zu Gast in Eckernförde und können nur Gutes über Land und Leute berichten.

Seit 1990 pflegt die Jungmannschule eine Partnerschaft zum College et Lycée Giraut de Borneil in Excideuil in der Dordogne. Alle zwei Jahre kommen rund 30 französische Schüler der 8. und 9. Klassen aus dem Süd-Westen Frankreichs nach Eckernförde, um die deutsche Kultur kennen zu lernen. In diesem Jahr lautete das Besuchsmotto „Lebensraum Wasser“. So besuchten die Austauschschüler nicht nur Haithabu und Hamburg, sondern haben auch eine Fahrt zur Hallig Hooge unternommen – für einige von ihnen war es ihre erste Fahrt mit einem Boot.

„Sehr gefährlich“, findet Lucas Boudier das Leben auf dem kleinen Eiland. „Langweilig“ stellt es sich dagegen Maelys Robert vor. Da herrscht in Eckernförde schon mehr Leben. Von der Jungmannschule nehmen die 12- bis 15-Jährigen nur gute Eindrücke mit nach Hause. „Das deutsche Schulsystem ist besser“, sagt Maelys Robert. Während die Schule in Frankreich bis 17 Uhr dauert, habe man in Deutschland mehr Zeit für Sport und Freunde. „Die deutschen Jugendlichen haben mehr Freiheiten, sind unabhängiger. In Frankreich wird viel mehr reguliert.“ Lea Pautonmier ist aufgefallen, dass es in Deutschland viel sauberer ist als in Frankreich, in der Schule gehe es ruhiger zu. „Und die Schüler zeigen mehr gegenseitigen Respekt.“

Am besten hat den Franzosen der Tagesausflug nach Hamburg gefallen. Ihre Deutschlehrerin Evelyne Martinez lobte unter anderem die U-Bahn: „Viele Schüler hatten Befürchtungen, dort bestohlen oder bedroht zu werden, wie sie es von französischen U-Bahnen schon gehört haben. Dann fiel ihnen aber auf, wie sicher und sauber es in Hamburg war.“ Selbst über das Essen war kein schlechtes Wort zu hören. Insgesamt seien die Deutschen sehr gastfreundlich. Einzig das Wetter gefiel ihnen nicht.

Gestern machten die Schüler einen Ausflug zum Ostsee Info-Center, wo sie mit Wathosen und Keschern auf der Suche nach Strandkrabben und Seesternen waren. Noch eine neue Erfahrung: Wathosen trugen sie zum ersten Mal, liegt Excideuil doch 200 Kilometer von der nächsten Küste entfernt.

Neben der Erfahrung einer anderen Kultur geht es bei dem Schüleraustausch auch darum, die Sprachkenntnisse zu verbessern: Seit der 5. Klasse lernen die Franzosen Deutsch als zweite Fremdsprache. Trotzdem: Die Verständigung ist nicht ganz einfach. „Deutsch, französisch, englisch, Hände und Füße werden zu Rate gezogen“, weiß Lehrerin Anke Hanxleben von der Jungmannschule. Ein Gegenbesuch ist für Juni geplant. Dann werden die Jungmannschüler unter anderem einen Ausflug nach Bordeaux unternehmen.

Bei einer Handvoll Schüler hinterlässt der Besuch stets einen bleibenden Eindruck. „Über die sozialen Netzwerke wie What’s App oder Facebook bleiben die Schüler in Kontakt, und manche besuchen sich auch später noch.“ Für die Franzosen geht es am Sonntag wieder mit dem Bus zurück in die Heimat.

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erstellt am 30.Apr.2016 | 06:52 Uhr

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